Schönheitsoperationen Diagnosen und Verfahren

Dr. Dr. Matthias Krause über Fehldiagnosen und neue Verfahren und damit verbundene Kosten

Portrait Von Dr.Dr. Matthias Krause

Falsche Diagnosen sind an der Tagesordnung

Um einen "müden Blick" loszuwerden, entfernen Chirurgen Oberlid-Gewebe, obwohl das Absinken der Augenbrauen die eigentliche Ursache ist. Andere saugen Fett ab, obwohl unschöne Verformungen entstanden sind, zum Beispiel durch Lymphödeme. Um die wahren Ursachen für "Schönheitsfehler" zu erkennen, ist sowohl Erfahrung als auch eine gründliche Untersuchung nötig. Die sparen sich viele Operateure. Auch die seelische Verfassung des Patienten spielt eine große Rolle: "Ich muss als Arzt erkennen, ob der gewünschte Eingriff nicht ganz andere Probleme kompensieren soll. In so einem Fall wird nämlich keine Operation den Patienten glücklich machen", so Matthias Krause.

Neue Verfahren bringen mehr Geld

Jedes Jahr gibt es neue Methoden, mit denen Ärzte werben dürfen. Die teuren Behandlungsgeräte müssen abbezahlt und deshalb sooft wie möglich eingesetzt werden - auch wenn andere Verfahren eigentlich sinnvoller wären. "Ein Laser zum Beispiel bedeutet eine hohe Investition und muss sich rechnen - im Gegensatz zu Peelings, die so gut wie nichts kosten", sagt Dr. Prager. Ständig wird was Neues entwickelt: "Ehe sich der Arzt mit einer Technik so richtig vertraut gemacht hat, ist schon die nächste da. Die Gesundheitspolitik müsste striktere Vorgaben machen, nach denen der Arzt seine Geräte einsetzt." Dazu kommt, dass sich einige Fachleute an Pharmafirmen binden, deren Produkte verwenden und dafür mit Vergünstigungen "gesponsert" werden.

  1. 1Was Sie über Beauty-OPs wissen sollten
  2. 2Diagnosen und Verfahren
  3. 3Haben Patienten falsche Erwartungen?
  4. 4Was Ärzte gern verschweigen

von Susanne Opalka

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