Wellness Das etwas andere Wellness-Ritual

"Es riecht nach Kräutern - und Esoterik"

Rosen für die Vagina (2) - quer

Eine halbe Stunde später, als sich die Hitze von unten durch meinen Körper gearbeitet hat, stelle ich fest: So wohl habe ich mich lange nicht mehr gefühlt. Fast weggedämmert, darf ich mich dann weitere 45 Minuten ausruhen, mit Heizkissen auf Bauch, Unterleib und Füßen. Der Dampf breite sich nicht nur in der Beckenregion, sondern im gesamten Körper aus, erzählt mir Erika Pichler später. Er stärke und belebe die Weiblichkeit, helfe Hingabe, Kreativität, Sinnlichkeit und Erotik neu zu entdecken. Normalerweise heben sich bei solchen Sätzen reflexhaft meine Augenbrauen. Aber ich fühle mich so herrlich heruntergedimmt, dass meine Skepsis, nun ja, irgendwie verdampft.

Auch aus Sicht der Schulmedizin macht die Anwendung Sinn. Schon deshalb weil "ein Dampfbad krampflösend wirkt, die Durchblutung verbessert und die Schleimproduktion in den Krypten der Vagina anregt", so Professor André-Michael Beer von der Klinik Blankenstein in Hattingen. Dadurch sei man besser vor Infektionen geschützt und der Wundheilungsprozess, beispielsweise nach Dammschnitten, werde positiv beeinflusst. Allerdings können ätherische Öle bei Allergikern zu Reizungen führen. Als ich nach Hause fahre, habe ich jedenfalls meinen Frieden mit down under gemacht. Mehr noch: Vielleicht wird es sogar ein regelmäßiges Wellness-Ritual. Denn so viel Aufmerksamkeit wie meine T-Zone hat meine Vagina längst verdient. Zumindest in diesem Punkt haben die Amerikaner recht.

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von Marlene Burba

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