Job Die spinnt, die Chefin

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie Ihr Boss eigentlich zu dem Job kam? Statt sich täglich aufs Neue zu ärgern, lieber unsere Typologie lesen - und das Kriegsbeil begraben

die spinnt die Chefin quer

Ob Mann oder Frau: Manche Chefs benehmen sich wie Blender. Halb so wild, wenn man weiß, wie man mit ihnen umgeht.

Blender & Feigling

Blender

"Wenn du als Chef beliebt bist, hast du was falsch gemacht. Dann kannst du auf deiner Nase ’ne Diskothek eröffnen, wo die anderen rumtanzen können", sagt TV-Fiesling Bernd Stromberg, Prototyp des Blenders, und streicht sich dabei chefmäßig die Krawatte glatt. Solche "Ich hab hier das Sagen"-Posen beherrscht der Blender aus dem Effeff, genauso wie dick auftragen, Sprüche klopfen, Leute um den Finger wickeln. Doch irgendetwas muss der Blender können, und sei es nur, sich gut zu verkaufen oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. In manchen Berufen ist das essenziell, deshalb schaffen es diese Menschen vor allem dort nach oben, wo Selbstdarstellung zur Kernkompetenz gehört: in der Medien- und Marketingbranche, auf dem Immobilienmarkt, in der Politik. Doch der Typ ist nicht so unfähig, wie man vermuten könnte - schließlich hat er Sie engagiert. "Ein gescheiter Mann muss so gescheit sein, Leute einzustellen, die viel gescheiter sind als er", sagte John F. Kennedy. Der Mann kannte sich aus.

Wie reagieren?

Wichtig ist, dass man dem Blender seine Inkompetenz nicht unter die Nase reibt, sondern seine Eitelkeit streichelt, da kann er nur schwer widerstehen. "Er ist ein Schaumschläger. Wenn Sie ihn schlagen lassen, ist er dankbar. Eine Bemerkung wie ,Der Kongress war perfekt vorbereitet‘, reicht schon“, sagt Gabriele Stöger, Autorin des Ratgebers "Wie führe ich meinen Chef? Erfolgreiche Kommunikation von unten nach oben". Sprich: Es sind also keine großen Schleimereien nötig, sondern nur etwas Zuspruch - schon frisst er Ihnen aus der Hand.

Feigling

Was die meisten bei ihren Chefs vermissen, ist fehlende Anerkennung. Man hat das Gefühl, selbst wenn man sich noch so sehr reinhängt, der Chef lobt sowieso nie. Beim Feigling ist das kein Wunder, denn er hat vor allem eines: Angst. Angst vor dem Chefchef, Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, Angst, seinen Posten - womöglich sogar an Sie! - zu verlieren. Der Feigling kritisiert aber auch nicht - aus Angst vor einer Konfrontation. Deshalb fällt es den Leuten schwer, ihn als Chef zu respektieren. Und davor hat er am allermeisten Angst. Er spürt nämlich die fehlende Wertschätzung. Ein Teufelskreis. Respekt und Anerkennung seien eine entscheidende Währung, so Gabriele Stöger. Das gelte für alle Cheftypen, in besonderem Maße aber für den Feigling. "Viele von ihnen beklagen sich in Führungsseminaren, dass sie nie positives Feedback von ihren Mitarbeitern bekämen. Die meisten leiden darunter."

Wie reagieren?

Man kann niemandem ein Rückgrat einpflanzen. Aber man kann loben. Unterstützen. Ängste nehmen. "Das Gute am Feigling ist, dass er nicht jeden Tag feige ist, sondern nur in gewissen Situationen. Er will eben alles richtig machen", erklärt Gabriele Stöger. Das könne für Arbeitnehmer eine Chance sein. Wenn man auf ihn eingehe, ihn ernst nehme, könne man auch Wünsche anmelden. "Und mit großer Wahrscheinlichkeit werden die auch erfüllt."

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von Danijela Pilic

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