Steuertipps Steuererklärung! Wann?

Ende Mai verlangt das Finanzamt von vielen unter uns wieder mal das Einkommen des letzten Jahres offenzulegen. Schweigen ist dabei keine gute Idee. Wer dennoch reden muss, kann aus Ende Mai aber auch Ende Dezember machen

Steuerklärung - hoch

Vorweg gesagt, keiner, der ausschließlich in einem Job Geld verdient, muss eine Steuererklärung abgeben. Denn die Lohnsteuer hat bereits der Arbeitgeber gezahlt. Super, denken jetzt sicher einige – ciao Steuererklärung. Aber nur eine kleine Abweichung von diesem Schema und schon ist die Erklärungspflicht wieder da. So reicht bereits ein Nebenjob aus. "Dran" ist auch, wer auf andere Weise mehr als 410 Euro im Jahr dazuverdient hat. Ebenso Ehegatten mit den Steuerklassen III beziehungsweise V und diejenigen, die Kinderfreibeträge, erhöhte Werbungskosten oder Sonderausgaben selbst nutzen oder übertragen wollen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Aber auch für alle, die noch dürfen und nicht müssen, lohnt sich die Steuererklärung mitunter. Wie soll das Finanzamt sonst von steuersparenden Umständen erfahren?

31. Mai – nicht alles ist vorbei

Die Abgabefrist am letzten Tag im Mai stellt aber kein Ultimatum dar. Auch im Finanzamt sitzen Menschen und mit denen können Sie kommunizieren. Liegt ein Grund vor, warum der 31. Mai für Sie zu früh ist, lässt sich die Frist auf Antrag verlängern. Die Finanzbeamten, die ohnehin zu dieser Zeit in einer Flut von Steuererklärungen versinken, reagieren meist verständnisvoll. Für die Antragstellung reicht zwar ein Telefonanruf, doch sicherer, da beweiskräftiger im Falle eines Missverständnisses, ist ein schriftlicher Antrag. Wer dennoch lieber zum Hörer greift, sollte sich jedenfalls notieren, welcher Beamte wann genau die Fristverlängerung zugesagt hat. Sieht das Finanzamt jedoch nicht ein, Ihnen mehr Zeit zu geben, dann legen Sie – nun aber ausschließlich schriftlich – Einspruch dagegen ein.
Einen anderen Weg zur Fristverlängerung bietet der Gang zum Steuerberater oder zur Lohnsteuerhilfe. Der Stichtag 31. Mai wird dadurch zum 31. Dezember. Der Grund ist einfach: Müssten die genannten Personen alle Erklärungen bis zum 31. Mai bearbeiten, könnten sie danach arbeitstechnisch bis Jahresende Däumchen drehen. Weiterer Vorteil: Die Steuererklärung ist nun bei jemandem, der sich damit auskennt und dem das ausnahmsweise auch Spaß macht. Ob der so ersparte Ärger einem die Kosten wert ist, muss aber jeder selbst entscheiden.

Nicht abgeben – Vergessen Sie’s!

Jeder, der auf das Vergessen des Finanzamts setzt, sollte das vergessen. Es dauert zwar etwas, irgendwann wird die fehlende Steuererklärung aber bemerkt. Und dann gibt es erst mal einen Verspätungszuschlag. Um den zu vermeiden, muss schon ein guter Entschuldigungsgrund vorliegen. Mit maximal 10 Prozent der festgesetzten Steuer und bis zu 25.000 Euro ist das auch kein Pappenstiel. Üblich sind 0,5 Prozent der festgesetzten Steuer pro Monat der verspäteten Abgabe. Mehr Ärger bereitet darüber hinaus nur noch das behördliche Recht zur Steuerschätzung. Glauben Sie nicht, dass das Finanzamt da pingelig ist. Auch wenn die Schätzung doch einmal unter der eigentlichen Steuerschuld liegt, droht ein Steuerhinterziehungsverfahren. Denn die Pflicht zur Steuererklärung und zum Hinweis besteht weiter. Legen Sie daher unbedingt Einspruch gegen den Schätzbescheid ein und holen Sie die Steuererklärung nach.

von Christian Günther, juristische Redaktion steuerberater.net

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