Buchblog

myself liest

Der Dämon in mir: "Aleph" von Paulo Coelho
23. Januar 2012 | Bestseller | Susanne Herda

Es gibt Menschen, da passen A und B einfach nicht zusammen. Ich mag zum Beispiel keine Esoterik, lese aber sehr gerne Horoskope und Paulo Coelho. In seinem neuen Roman begibt sich der brasilianische Bestsellerautor, welch Überraschung, auf eine lange Reise und auf die Suche nach sich selbst. Diesmal ist er mit der transsibirischen Eisenbahn unterwegs. Eskortiert von Verlegern, Lektoren, Fans und einer jungen Geigerin. Die Bahnfahrt braucht eine ganze Weile bis sie an Fahrt aufnimmt. Ja, viele Seiten ließen sich ersatzlos streichen. Doch dann erhöht das schwerfällige Monstrum sein Tempo. Fürs Aussteigen ist es längst zu spät. Jetzt da ich Gefallen an dem Schuckeln des Zugs und den Querelen der Fahrgäste gefunden habe, die sie am Tisch im Salon ausleben, will ich auch wissen, wer denn nun wann in das Aleph eintaucht. Im Paralleluniversum, in dem Raum und Zeit zusammenfallen, wird der Protagonist mit schrecklichen Ereignissen konfrontiert, die er in einem seiner früheren Leben mitzuverantworten hatte und die ihn in seinem jetzigen blockieren. Schamanen, Übungen mit dem Ring aus Licht, Dämonen aus der Vergangenheit - darauf hätte ich verzichten können. Das ändert aber nichts daran, dass Coelho einmal mehr ein feinfühlig dirigiertes Buch gelungen ist, welches für ein paar schöne, unangestrengte Stunden auf dem Sofa steht.

Paulo Coelho: Aleph,

UserKommentare