myself liest
Wieder mal ein Beweis dafür, dass man sich nicht irreführen lassen sollte durch Klappentexte. Dort steht, für John-Irving-Fans gebe es jetzt „eine neue Perspektive“. Leider Unsinn. Dafür fehlt es dem Buch an skurrilen, aberwitzigen Wendungen. Nein, „Lügner und Heilige“ ist ein klassischer, wunderbar erzählter Familienroman über die Santerres. Eine typisch amerikanische, katholische Middle-Class-Familie, hinter deren Fassade es gewaltig rumort: Teenagerschwangerschaft, Inzest, Scheidung, Homosexualität. Ein hochprozentiges Destillat. Der Autorin gelingt es, ein halbes Jahrhundert und vier Generationen auf gerade mal 300 Seiten zu verdichten. Schafft man mühelos an einem verregneten Sonntag.
Maile Meloy: „Heilige und Lügner“, Kein & Aber, 19,90 Euro
Schön! „Textura”- Reihe von C.H. Beck
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