Besserer Sex Tipps für mehr Spaß im Bett

Wie Sie aus mittelmäßigem Sex eine scharfe Nummer machen? Besserer Sex geht schneller, als Sie denken

Änderungsmaßnahmen

Wie Sie aus mittelmäßigem Sex eine scharfe Nummer machen? Besserer Sex geht schneller, als Sie denken

Das Leben ist kein Wunschkonzert? Richtig. Man kann nicht immer alles haben? Vermutlich. Sex ist nicht so wichtig? Ach so? Aber ist es nicht wahnsinnig traurig, zwei Menschen zu sehen, die so froh sind, sich gefunden zu haben, die sich lieben und die glücklich miteinander sind, aber die – wenn’s hochkommt – einmal im Monat mittelmäßigen Sex haben, der sie etwas frustriert in den Laken zurücklässt? Die sich danach gegenseitig über den Kopf streichen, mit einem enttäuschten Lächeln im Gesicht, und in deren Augen zu lesen ist: Na ja, ist dann wohl so. Macht nix, Schatz.

Macht doch was! Wer langweiligen Sex hat, hat irgendwann überhaupt keinen Sex mehr (wozu auch?). Und keine Liebe hält es lange aus, wenn sie nicht gefühlt wird. Da haut die Liebe eines Tages ab. Dann ist das Leben leer. Rainer Grunert, 51, Paartherapeut aus Zürich und Autor*, erklärt, wie es überhaupt passieren kann, dass zwei Menschen, die sich lieben, im Bett nicht glücklich miteinander werden: „Sexualität ist eine körperliche Angelegenheit, ein komplexes Zusammenspiel von Muskeln. Wie unsere gesamte Motorik erlernen wir auch Sexualität. Und je nachdem, was wir da im Laufe unseres Lebens gelernt haben, bewegen wir uns verkrampft oder locker.“

Die meisten Menschen, so Grunert, seien im Bett ziemlich verspannt. Und begreifen Sex häufig nicht als Entspannung, sondern als Leistung, die auch noch erbracht werden muss, zusätzlich zu all dem Stress, der eh schon da ist. Die Folge sei eine etwas verkrampfte Übung. Im schlimmsten Fall knallen Mann und Frau aufeinander wie zwei Bretter. Das ist nicht schön. Und tut im Zweifel sogar weh.

Änderungsmaßnahmen

Aber keine Angst, das lässt sich ändern. Sie müssen nur mal den Blickwinkel wechseln. „Entscheidend für guten Sex ist die Brille, durch die ich den Menschen ansehe, mit dem ich schlafe“, sagt Grunert. Und wenn eine Frau ihren Mann immer nur als höflichen, lieben Typen im gut sitzenden Anzug sieht oder als Vater ihrer Kinder, wird es ihr schwerfallen, mit ihm eine leidenschaftliche Nummer abzuziehen. Denn den hat eine Frau eben nicht mit ihrem Bankberater – und schon gar nicht mit jemandem, der sie auch nur vage an den eigenen Vater erinnert. Leidenschaftlichen Sex hat eine Frau mit einem, der zuerst einmal eins ist: ein Mann.
 
Für Männer gilt im Prinzip das Gleiche: Ein Typ, der seine Frau vor allem als Mutter oder Schwester sieht, hat ein Problem im Bett. Damit zwei Menschen guten Sex miteinander haben können, müssen sie sich eine erotische Brille aufsetzen. „Der Mann muss sich erlauben, die Frau als Objekt seiner Begierde zu sehen“, sagt Rainer Grunert. „Dann wird er auch ein guter Liebhaber sein.“ Die Königsaufgabe der Frau hingegen sei es, sexy zu sein, sprich: sich sexy zu fühlen. Ihren Körper zu nehmen und zu lieben, wie er ist – und sich darüber zu freuen, dass in ihm Lust steckt, anstatt sich dafür zu schämen.

Nur zu, trauen Sie sich

Altmodischer Ansatz? Frauen schämen sich doch heute nicht mehr für ihre Sexualität, oder? Überlegen Sie mal. Wie lustvoll, wie sexy erlauben Sie sich zu sein? Zeigen Sie es einem Mann, wenn Sie ihn aufregend finden? Werden Sie fordernd? Haben Sie sich schon mal so richtig hingegeben, selbst wenn es schmutzig und definitv nicht mehr kameratauglich war (und zwar ohne sich dabei nuttig zu fühlen)? Irgendwie haben wir uns doch alle noch nicht von dem klebrigen Moraldenken befreit, von unseren Müttern, den Kirchen, den alten Männern, die so lange das gesellschaftliche Gedankengut bestimmt haben.

Nur zu, trauen Sie sich. Entwickeln Sie für sich selbst ein neues Frauenbild. Eine Frau, die will, die begehrt – und das auch zeigt, weil sie sonst nicht bekommt, was sie will. Und weil es hier ja um Ihren Körper geht, fangen Sie doch am besten gleich genau damit an. Wer lernt, sich anders zu bewegen, fühlt sich auch anders. Suchen Sie sich eine Sportart, bei der Sie sich dehnen und weich machen, Tanzen zum Beispiel oder Yoga.

myself Artikel
sexguide_teaser_quer
Feuerwerk der Liebe
Der Sex-Guide fürs 21. Jahrhundert

Die Erkenntnisse von Forschern und Therapeuten könnten Ihr Liebesleben beflügeln. Oder deutlich entspannen

Na dann: Gute Nacht?

Die sexuelle Revolution, die Pille, überwiegend weibliches Personal in den Kindergärten, auch das hat Männer ziemlich verunsichert, weil sie niemanden hatten, der ihnen hätte beibringen können, was Männlichkeit wirklich bedeutet. Die eigenen Väter waren ja meist noch Anhänger eines Wir-sind-hier-die-Chefs-Denkens, und der Rest vermittelte den armen Kerlen, dass Männlichkeit vor allem eins ist: gefährlich. Klar, dass daraus die paarungsunfähigen Typen von heute geworden sind. Na dann: Gute Nacht?

Nicht doch. Der raue Kern ist oft bloß verschüttet, und es kostet nur ein bisschen Mut, ihn wieder auszubuddeln. Am schnellsten zeigt sich die Männlichkeit beim Sport. Bei was richtig Heftigem, mit viel Körpereinsatz. Boxen, Handball, Fußball. Da wird ausgeteilt und eingesteckt, das macht mutig und stark. Da kommt ein Mann ganz anders raus, als er reingegangen ist. Dieses Gefühl gilt es, gut festzuhalten.

Vielleicht passiert’s schon am nächsten Abend,...

... wenn der Mann und die Frau von der Arbeit nach Hause kommen, nach einem langen Tag, die Klamotten kleben am Körper, besonders unter den Achseln, und er macht sich in der Küche von hinten an sie ran. Wenn sie dann einfach mal nicht sagt: „Lass mich erst mal duschen.“ Wenn sie sogar zugibt und zeigt, dass sie auf genau so eine Aktion schon eine ganze Weile Lust hat. Wenn er jetzt genau das tut, was ihm als Erstes in den Sinn kommt. Sie unter den Achseln packt, auf den Küchentisch setzt und ihr ratzfatz die Bluse aufreißt. Wenn sie sich darüber nicht aufregt, sondern es zulässt und statt mit Meckern mit einem Lachen reagiert. Wenn beide mutig und offenherzig genug sind, sich dieser Situation hinzugeben, werden sie an diesem Abend vermutlich leidenschaftlichen Sex auf der Tischplatte haben.

Der amerikanische Coach David Deida hat mal gesagt: „Der einzige Unterschied zwischen einer Vergewaltigung und ekstatischem Sex ist Liebe.“ Vielleicht ist der Schlüssel zur großen Leidenschaft, genau davor keine Angst zu haben.

myself Artikel
yoga-sex_teaser_quer
Studie: Sex & Yoga
Besserer Sex dank Yoga

Dass Yoga wohltuend für Körper, Geist und Seele ist, ist schon lange bekannt. Laut neuen Erkenntnissen soll sich Yoga aber auch äußerst positiv auf unser Sexualleben auswirken

von Simone Buchholz

UserKommentare
Mehrzum Thema