Erfahrungsbericht Das Blind Date

Was passiert, wenn sich eine Frau einen Callboy mietet? Eine wahre Geschichte über Lust. Und Liebe

Callboy: bei Anruf Sex - Seite 02

"Höflich küsste er mich auf die Wangen, er roch nach "Kouros", einem Duft von Yves Saint Laurent."

Am Samstag raste mein Herz. Mantraartig wiederholte ich: Es ist nur ein Essen. Nur ein Essen. Er wartete schon vor dem Restaurant, ich erkannte ihn sofort. Er wusste nicht, wie ich aussehe, sah aber erwartungsvoll in meine Richtung. Mir knickten fast die Beine weg. Dann lächelte er mich an. Er gefiel mir, und sofort kam mir der absurde Gedanke, dass ich nicht gut genug für ihn aussehe. Verdammt, ich bezahle für diesen Mann! Warum müssen Frauen sich immer so klein machen? Höflich küsste er mich auf die Wangen, er roch nach "Kouros", einem Duft von Yves Saint Laurent. Am Tisch fragte er mich, wie ich den Tag bisher verbracht hatte, und machte mir Komplimente über meine Haare. Gehört zu seinem Job, dachte ich; trotzdem freute es mich. Irgendwann redeten wir über Sex. "Ich weiß genau, was eine Frau mag", sagte er. "Ich liebe es, Frauen zu lecken, ihre Brüste zu massieren und im richtigen Moment mal im Nacken zuzupacken." Ich hörte nur zu, aber was er da erzählte über dieses Spiel von Zärtlichkeit und Härte, löste irgendetwas in mir aus.

Der Abend ging langsam zu Ende. Vor lauter Aufregung hatte ich vergessen, ihm den Briefumschlag mit seinem Honorar zu geben. "Einfach überreichen", sagte er lachend, "fällt gar nicht auf." Und dass er sich freuen würde, wenn ich ihn über die Agentur kontaktieren würde. Glücklich fuhr ich heim – ich fühlte mich so unglaublich verwegen.

Eine Woche später verabredete ich mich erneut. Die Agenturdame erzählte mir, dass sie mit Joe bisher nur gute Erfahrungen gemacht hätten. Wie ernüchternd. Ich war eben nur eine von vielen Kundinnen. Aber ich wollte ihn unbedingt wiedersehen. Das Hotel, das ich ausgesucht hatte, war in einer Hamburger Stadthausvilla an der Außenalster untergebracht: englischer Stil, antike Möbel, Blumentapeten. Nachdem ich eingecheckt hatte, gab ich der Agentur die Zimmernummer durch. Noch zwei Stunden! Sollte ich den BH weglassen? Ständig schaute ich in den Spiegel, nach jedem Mal auf der Toilette wusch ich mich, wir hatten schließlich über Oralsex geredet. Herrgott noch mal. Würde ich mich überhaupt fallen lassen können?

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von Protokoll: Frauke Poganatz

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