Partnerschaft Fortbildung in Sachen Partnerschaft

Männer möchten nicht "Mitarbeiter des Monats" werden

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Kann das Glück auch bei ungleichen Paaren zum Langstreckenläufer werden?

Die Hamburger Diplom-Psychologin Christine Geschke meint ja. "Wichtig sind die Freiwilligkeit und die Identifikation mit der jeweiligen Rolle. Nehmen wir Nena und ihren Freund Philipp Palm. Sie ist älter und deutlich erfolgreicher als er, er kümmert sich um Termine und Familie, beide sind zufrieden." Eine erfolgreiche Frau braucht einen souveränen Mann mit stabilem Selbstwertgefühl. Sensibilität ist übrigens auch hilfreich. Daran mangelt es allerdings nicht nur den Männern. "Karrierefrauen neigen dazu, Fertigkeiten wie Durchsetzungsfähigkeit oder eisernen Willen, die sie beruflich weiterbringen, ins Private zu übertragen. Männer mögen das nicht."

Viele Frauen glauben zudem, mit ihrer Intelligenz jedes Partnerschaftsproblem lösen zu können. Nach messerscharfer Analyse versuchen sie, dem Mann sein Fehlverhalten aufzuzeigen, und sind gekränkt, dass er ihnen das übel nimmt. Sie coachen ihn, als würden sie einen Mitarbeiter zur Fortbildung schicken, ehe die Abmahnung fällig ist.

Was sie allerdings nicht ins Kalkül ziehen: Liebevolle Gefühle und Nähe sind so nicht zu haben. Im Gegenteil – Männer ziehen sich zurück, machen dicht und ergreifen schließlich die Flucht. Und die Verlassenen? Bleiben fassungslos zurück. Sie haben hart für ihre Anerkennung in der Berufswelt gearbeitet und sind frustriert, wenn ihnen diese im Liebesleben verwehrt wird.

Warum kann der undankbare Kerl nicht einfach stolz auf sie sein?

Christine Geschke: "Die Frau wird vom Mann als Konkurrenz gesehen. Verliert er dabei, reagiert er verunsichert und distanziert sich – aus Selbstschutz." Männer möchten nicht "Mitarbeiter des Monats" werden. Oder persönlicher Assistent. Ein Liebesuchender im Internetportal Elite Partner gesteht: "Ich mag eine Frau, die Zeit für mich und die Beziehung hat, egal, wie gebildet sie ist. Leider schließt eine hohe Bildung/Karriere diesen Sachverhalt meist aus." Stimmt, denn erfolgreiche Frauen haben in der Regel viele Jahre daran gearbeitet, eine Top-Position zu erreichen. Da ist es nicht leicht, zugunsten einer Partnerschaft oder gar einer Familie die gewohnte Unabhängigkeit aufzugeben.

Sind sie dann verbandelt, wollen Erfolgsfrauen oft größtmögliche Kontrolle über ihr Leben. Deshalb versuchen viele, den Mann nach ihren Vorstellungen zu modellieren. Reagieren Männer darauf mit Rückzug, verfallen Frauen in Panik. Und drehen die Schraube noch ein bisschen fester an – während er sich noch ein bisschen mehr entzieht.

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