Partnerschaft Rhythmus der Liebe

Manchmal kommt nach der Romantik- die Reality-Phase- Aber im Prinzip wird unser Sex immer besser

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Sind sie noch in der Romantik- oder schon in der Reality-Phase?

Völlig logisch, nicht nur das Leben, auch unser Liebesleben unterliegt so einigen Schwankungen. Sechs verschiedene Phasen gibt es, aber es läuft auch nicht alles nach Plan ab. Da wird schon mal eine Phase übersprungen und später nachgeholt. Und wenn irgendwas besonders aufregend war, spricht nichts gegen eine heiße Wiederholungsnummer. So manche machen mit vierzig das, wovon sie mit zwnzig geräumt haben. So Sie gerade stehen? Lesen Sie selbst.

1 Die Entdecker-Phase

Um Missverständnissen vorzubeugen: Diese Phase hat nichts zu tun mit dem Spielchen "Zeigst du mir deins, zeig ich dir meins", das einen als Kind so umtreibt. Aber wie Sex wirklich funktioniert, muss man erst mal begreifen. Es gibt ziemlich wenig Frauen, die über ihr erstes Mal ins Schwärmen geraten. Und ebenfalls nicht viele, die das zweite oder dritte Mal so richtig toll fanden. Aufregend, das schon, aber meistens hat man Dinge gedacht wie: Das soll nun die große Sache sein, von der alle reden? Der Umgang mit einem Penis will gelernt sein. Der Umgang mit einer Vagina ebenfalls. Einen entscheidenden Vorteil hatten schon immer die Mädels, die sich in ihrer Freizeit mit Masturbation beschäftigten. Übrigens gibt es Frauen, die diese Forschungsphase erst relativ spät durchleben. Kommt eben darauf an, ob man jemanden findet, der einen so richtig zum Klingen bringt. Man erkennt Entdeckerinnen vor allem daran, dass sie den ganzen Tag an nichts anderes denken können als an berauschenden Sex. Schöner Nebeneffekt: Frauen, die ziemlich aktiv sind, haben den schönsten Teint von allen.

2 Die Scham-Phase

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Zum Glück gibt es einen Zeitpunkt im Leben jeder Frau, an dem sie sich nackt absolut schön findet

Je mehr Sex man hat, desto mehr braucht man ihn. Ist ein bisschen so wie mit dem Blutzuckerspiegel: Wer viel Schokolade futtert, kann nicht am nächsten Tag mit einer Diät anfangen. Und wie immer, wenn man Dinge exzessiv betreibt, geht man durch eine intensive Zeit von trial and error. Dass man dabei eine Menge Erfahrungen macht (und nicht immer gute), versteht sich von selbst. Zum Beispiel, dass manche Männer im Dunkel einer Bar und angezogen viel appetitlicher aussehen als zwei Stunden später nackt im fahlen Licht einer Nachttischlampe. Dass der strahlende Filmfuzzi ziemlich viel Blödsinn erzählt - und das ausgerechnet während der netten Nummer, die Sie gerade schieben. Oder dass man sich manchmal vorkommt wie ein Onaniergerät, weil der Kerl offenbar nur seine Triebabfuhr erledigen möchte. Wenn Sie den Satz "Mist, in diese Bar/dieses Viertel kann/will ich nie wieder gehen" kennen oder gelegentlich daran gedacht haben, die Stadt zu wechseln, damit Sie einem bestimmten Typen nie wieder über den Weg laufen, ist die Zeit der Scham noch nicht vorbei (oder hat gerade erst wieder angefangen).

3 Die Ich-bin-schön-Phase

Hat leider ein bisschen gedauert, bis Sie’s kapiert haben, nicht wahr? Schade, denn wer seinen Körper nicht mag, wird Schwierigkeiten haben, sich richtig fallen zu lassen. Nicht so leicht, jemandem einen Orgasmus zu schenken, wenn der sich selbst unsexy findet. Zum Glück gibt es einen Zeitpunkt im Leben jeder Frau, an dem sie sich nackt absolut schön findet. Und zwar egal, ob sich an den Waden die Sockenränder abzeichnen oder im Bikinibereich ein paar Borsten stehen. In dieser Phase hat man seinen Körper verstanden und Lust, ihn einzusetzen. Sex ist jetzt vollkommen unbeschwert und frei, weil man endlich nicht mehr darauf achtet, ob der andere einen auch toll findet. Nutzen Sie diese Zeit - und vor allem: Konservieren Sie das Gefühl! Pflegen Sie sich, essen Sie gesund, und denken Sie daran, dass ein (selbst-)geliebter Körper immer als begehrenswert empfunden wird - egal, ob er dem gängigen Ideal entspricht oder nicht. Ob dicker oder dünner, fällt Männern sowieso kaum auf. Oder, wie der Freund einer nunmehr zehn Kilo schlankeren Freundin sagte: "Irgendwas ist anders an dir. Jetzt weiß ich’s! Du hast eine neue Frisur, stimmt’s?"

4 Die Reality-Phase

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Eine tote Libido ist unter keinen (!) Umständen eine Bagatelle. Sondern ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt

Vielleicht ist Ihnen neulich aufgefallen, dass Sie schon seit zwei Wochen keinen Sex mehr hatten. Und vielleicht gedacht haben: Nächste Woche bestimmt. Oder übernächste. Ich hab gerade so viel um die Ohren … Vielleicht haben Sie sich auch ab und an mal überreden lassen, miteinander ins Bett zu gehen - obwohl Sie eigentlich lieber Ihr Buch zu Ende gelesen hätten. Sie sagen womöglich Sätze wie "Wir haben nicht mehr so viel Sex, wir sind ja schon vier Jahre zusammen". Erst mal kein Grund zur Aufregung. Natürlich lodert das Feuer der Leidenschaft nicht mehr so wie am Anfang. Aber, und jetzt kommt’s: Eine tote Libido ist unter keinen (!) Umständen eine Bagatelle. Sondern ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Haben Sie tatsächlich viel zu tun oder steht es schlecht um die Beziehung? Um Entscheidungen zu treffen, ist immer der passende Zeitpunkt. Seien Sie ehrlich zu sich. Es ist schließlich Ihr Leben.

5 Die Experimentier- und Single-Phase

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Wie Internet-Dating funktioniert, testet man zum Beispiel am besten in einer Phase, in der man sowieso nach Unabhängigkeit strebt

Natürlich ist es schön, in einer Beziehung zu leben. Aber Single zu sein, Freiheit zu schnuppern und mit all den tollen Männern zu flirten … Jede Frau hat ein Recht auf Sex. Vor allem auf guten. Und wie soll man wissen, was einem Spaß macht, wenn man es nie ausprobiert? Wie Internet-Dating funktioniert, testet man zum Beispiel am besten in einer Phase, in der man sowieso nach Unabhängigkeit strebt. Dann ist man nämlich nicht enttäuscht, sondern froh, wenn es nur zu einer heißen Nummer, nicht aber zu mehr kommt. Und wer weiß, ob Ihr Zukünftiger auch auf Bondage steht. Selbst wenn Sie eigentlich nie jemanden knebeln oder sich selbst an den Bettpfosten fesseln lassen wollten, sehen Sie es mal so: Es ist immer gut, mitreden zu können! So ein bisschen ausgelebte Verruchtheit macht sich prima in der Lust-Vita. Wenn Sie nämlich alles kennen, können Sie dem Leben (und den Männern) mit ziemlicher Coolness begegnen. Es geht dabei nicht darum, sich nicht mehr überraschen zu lassen. Aber man kann Sie dann nicht mehr so leicht überrumpeln. Ob Sie den Typen, der Sie nach zu vielen Drinks im Latexkostüm beglückt hat, heiraten sollten? Nein. Denken Sie an Robert De Niros Mafioso in "Reine Nervensache", als er zu seinem Psychiater Billy Crystal sagt: "Pfui, solche Sachen mache ich nicht mit meiner Frau! Mit dem Mund küsst sie schließlich meine Kinder, wenn sie schlafen sollen!"

6 Die Zuhause-Phase

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Keiner sagt, dass man nach Jahren noch vögeln muss wie am ersten Tag. Aber vögeln sollte man

Keiner sagt, dass man nach Jahren noch vögeln muss wie am ersten Tag. Aber vögeln sollte man. Und zwar so, wie es mit keinem anderen möglich ist. Ihr Mann weiß genau, was Sie mögen, Sie wissen genau, was er mag - eine echte Relaxzone, die Sie da in Ihrem Bett vorfinden. Sie müssen sich nicht verstellen, ja, Sie brauchen nicht mal einen dieser beklemmenden Bauch-weg-Slips anzuziehen, um sich gut zu fühlen. Weil Sie nämlich in diesen Armen zu Hause sind, und daheim darf man genau das tun und sich das wünschen, was einem gefällt. Und falls es Ihnen dort doch langweilig wird: Keine Angst. Ist ja nur eine Phase.

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Feuerwerk der Liebe
Der Sex-Guide fürs 21. Jahrhundert

Die Erkenntnisse von Forschern und Therapeuten könnten Ihr Liebesleben beflügeln. Oder deutlich entspannen

von Paula Lambert

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