Sex im Alter Liebe ohne Altersgrenze

Sex im Alter ist immer noch ein Tabuthema, obwohl die Ü-50-Generation die Lust noch lange nicht verliert

Sex im Alter - hoch

Liebe kennt kein Alter: Sex spielt auch in der zweiten Lebenshälfte eine große Rolle

Werbung, Filme und Magazine sind voll von jungen, straffen und dynamischen Menschen in erotischen Posen. Das Liebesleben älterer Leute ist hingegen nicht nur in den Medien inexistent, sondern gilt auch generell in der Gesellschaft als Tabuthema. Oma und Opa haben keinen Geschlechtsverkehr – zumindest in den Köpfen ihrer Kinder und Enkel. Dabei ist die Ü-50-Generation ganz und gar nicht asexuell, sondern genießt ihre Lust in vollen Zügen – vielleicht ein wenig gemächlicher, aber mindestens genauso intensiv.

Erst jenseits von 75 Jahren sinkt die sexuelle Aktivität stark

Das bestätigt beispielsweise eine 2006 durchgeführte Studie des Psychologischen Instituts der Universität Zürich, die das Sexualleben von 641 Männern und 857 Frauen zwischen 45 und 91 Jahren unter die Lupe nahm und zu folgenden Ergebnis kam: Auch jenseits der 50 bleibt Sex ein wichtiger Lebensbestandteil. Zwar lässt die Libido ein wenig nach, aber der allgemeine Volksglaube, Streicheleinheiten treten an die Stelle von Sex, wurde durch die Umfrage widerlegt. Die älteren Herrschaften haben regelmäßig und gerne Geschlechtsverkehr.

Konkrete Zahlen zu Sex im Alter lieferte eine Untersuchung mit 3005 Senioren der Universität von Chicago 2007: Danach haben 73 Prozent der Amerikaner im Alter von 57 bis 64 Jahren Verkehr. Bei den 65- bis 74-Jährigen seien über die Hälfte sexuell aktiv. Erst im letzten Lebensdrittel sinke die Häufigkeit der Liebesakte: Lediglich 26 Prozent der Menschen zwischen 75 und 85 Jahren praktizierten noch Sex.

Krankheiten führen zum Rückgang der Sexualität und nicht das Alter

Der Rückgang der sexuellen Aktivität läge aber meist nicht am fortgeschrittenen Alter, sondern an der Tatsache, dass Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck den Geschlechtsverkehr erschwerten oder die befragten Senioren bereits ihren Partner verloren hatten. So überlebten vor allem Frauen ihre Gefährten und hätten aufgrund der höheren, männlichen Sterberate, weniger Möglichkeiten, einen Sexualpartner zu finden.

Zudem führen auch physiologische Veränderungen zu einer veränderten Sexualität. Erektionsstörungen (37 Prozent der befragten Amerikaner leiden darunter), eine trockenere Vagina durch hormonelle Veränderungen (39 Prozent der Damen nannten diese Problematik) und weitere körperliche Einschränkungen wie zum Beispiel Hüftleiden sorgen für erschwerte Bedingungen beim Geschlechtsverkehr.

Geduld und Streicheleinheiten verhelfen zu Lust bis ins hohe Alter

Neben Medikamenten für die gesteigerte Potenz des Mannes und die Erhöhung des Östrogenspiegels der Damen (dieser sinkt nach den Wechseljahren und sorgt für weniger Scheidenflüssigkeit) sind es vor allem Geduld, Liebe, Nähe und jede Menge Streicheleinheiten, die zu einem erfüllten Sexleben bis ins hohe Alter verhelfen.

von Vanessa Schwake

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