Reise Kuba: Un, dos, tres y un, dos, tres.

Kubaner sagen, man müsse ihre Musik mit den Füßen verstehen. Also hat unsere Autorin versucht, ihren Kopf auszuschalten

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Ein Spaziergang durch Havanna ist wie ein Besuch in einem Fifties-Freiluftmuseum

"Un, dos, tres y un, dos, tres.“ Diese Taktvorgabe ist der Sound der Salsa Alegre-Tanzschule mitten in Habana Vieja, der Altstadt von Havanna. Goldkettchen blinken mich an. Und ein absurd weißes Lächeln, auf das mein Salsa-Lehrer Mario Limón sein (blitzweißes) Outfit scheinbar abgestimmt hat. Mit seinen kräftigen Armen schiebt er mich über die Tanzfläche. "Hier musst du locker sein, amiga", ruft er und fasst an meine Hüften, die sich so stocksteif anfühlen, als hätte ich einen Besenstiel verschluckt. War bei meinen Salsa-Kursen zu Hause kein Thema. Die Deutschen gelten als "orejas de palo", als hölzern, wenn es ums Tanzen geht. Aber ich bin ja hierhergekommen, um es zu lernen - im Schlepptau meinen Freund, der allerdings lieber zuschaut, als selbst das Tanzbein zu schwingen.

Ich schließe die Augen und lasse mich ganz auf Marios Führung ein. Los Van Van, eine der berühmtesten Salsa-Bands des Landes, geben den Rhythmus vor, der mir direkt in die deutschen Beine schießt. Ich zähle keine Schritte mehr, sondern gebe mich der Musik hin. Immer schneller und komplizierter sind die Drehungen, mit denen mich Mario im Saal herumwirbelt. Mein ganzer Körper schwingt im Takt und ich fühle mich nach kurzer Zeit wie eine echte "salsera". Mal sehen, ob ich später auch in der "Casa de la Musica", einem der berühmten Tanzclubs Havannas, mithalten kann.

  1. 1Kuba: Un, dos, tres y un, dos, tres.
  2. 2Kuba: Scharf, schärfer, Salsa
  3. 3Kuba: Scharf, schärfer, Salsa
  4. 4Kuba: Scharf, schärfer, Salsa

von Susanne Wess

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