Beauty-Test

Hier spricht die Creme

Neurowissenschaft im Cremetiegel? Klar! Autorin Birgit Buchholz-Rassy hat die neue "Essential Energy"-Pflegeserie von Shiseido getestet. Ob die hält, was sie verspricht?

Veröffentlicht am 23.02.2018
Creme-Töpfchen.

Pflege als Kommunikator: "Essential Energy Moisturizing Cream" (50 ml), "Essential Energy Day Cream SPF 20" (50 ml) und "Essential Energy Moisturizing Gel Cream" (50 ml) von Shiseido, je 74 Euro.


Ich bin ein Gefühlsmensch. Meine Entscheidungen treffe ich zu 98 Prozent aus dem Bauch heraus. Bei der Antwort auf die Frage, ob ich eine neue Pflege testen möchte, komme sogar ich auf satte 100 Prozent. Aber ja, ich will!

Von den drei Varianten, die es in der „Essential Energy“-Serie gibt – eine Tagescreme mit LSF 20, eine leichte Gel-Creme für ölige Haut und eine Feuchtigkeitscreme –, kommt bei mir (trockene Haut) letztere zum Einsatz. Rein gefühlsmäßig gefällt sie mir auf Anhieb richtig gut: Die softe roséfarbene Konsistenz zieht rasch ein; ich mag den zarten Duft, bei dem ich vor allem Orange und Rose herausschnuppere.

Allerdings komme ich bei dieser Hightech-Creme aus Japan nur mit Gefühl nicht weiter. Laut Packungsbeilage soll dieses Produkt die Kommunikation zwischen Haut und Gehirn verbessern. Und um das zu erreichen, haben die Forscher von Shiseido bei der Entwicklung neue neurowissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt.

Das liest sich alles schön und hochwissenschaftlich, könnte aber auch die x-te Marketing-Nebelkerze sein. Kennt man ja. Also muss nun doch mein Kopf ran – mit einem Fakten-Check: Die Haut ist mit bis zu zwei Quadratmetern das größte menschliche Sinnesorgan. Ihre über vier Millionen Rezeptoren, praktisch die Außenfühler der Neuronen (Nervenzellen), leiten jede noch so geringe äußere Einwirkung wie Temperatur, Berührung, Vibration oder Verletzung umgehend an das Gehirn. Und das funkt zurück, wie die Haut reagieren soll, zum Beispiel mit Gänsehaut oder Rötungen. So weit, so bekannt.

Nun habe man entdeckt, dass durch Stress und Umwelteinflüsse die Anzahl der Außensensoren zurückgeht und sie deshalb langsamer senden. Folge: Die Reaktionsfähigkeit der Haut nimmt ab. Okay, kapiert. Sehe ich deshalb so müde aus? War es vielleicht doch der Stress der vergangenen Wochen? Dazu Schmuddelwetter, das offensichtlich nicht nur meine gute Laune, sondern auch den Funkverkehr meiner Organe lahmgelegt hat.

Um die Kommunikation zwischen Haut und Hirn schnell wieder anzukurbeln, creme ich hochmotiviert zweimal täglich, morgens und abends. Denn „Essential Energy“ will durch Tausende, mit bloßem Auge nicht erkennbare Mikroperlen die Rezeptoren der Haut wie bei einer Gymnastikübung trainieren und dahingehend stimulieren, quasi wieder schneller Bericht zu erstatten. Ist natürlich nicht alles. Herzstück der Creme ist ein Extrakt des Ashitaba-Krauts, das in Japan seit 2000 Jahren in der Heilmedizin gegen Stress und als Verjüngungsmittel verwendet wird. Und für mehr Feuchtigkeit steckt Hyaluronsäure drin. 

Nach zwei Wochen schließlich ein kritischer Blick in den Spiegel: Meine Haut funkt durchaus positives Feedback. Sie fühlt sich glatt an, spannt nicht und wirkt frischer als vor Testbeginn. Und das gibt mir in jedem Fall ein gutes Gefühl, und zwar egal, was mein Kopf dazu sagt.