Beauty-Maske im Test

Das Anti-Falten-Tuch

Sheet-Masken gelten als neue Schönmacher – auch wenn man kurzfristig seltsam aussieht. Unsere Autorin hat sie getestet. Hält der Beauty-Trend was er verspricht?

Veröffentlicht am 22.11.2017

„Ultra Pure Solutions Hybrid Second Skin Mask Brown Alga“ von M2 Beauté, 180 Euro (5 Anwendungen).


Menschliche Schwächen sind nichts, worüber man gerne redet. Nichtsdestotrotz wird man selbst in unerwarteten Situationen mit den eigenen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Im Bad zum Beispiel. „Schlampig“, wirft einem das Spiegelbild entgegen, als man mit einer gerissenen Sheet-Maske im Gesicht dasteht, obwohl man das dünne Tüchlein so vorsichtig behandelt hat wie eine Ming-Vase. „Unentspannt“, notiert das Ego, weil man die 15 Minuten Einwirkzeit nicht genießen kann, sondern Züge eines Zootieres mit Hospitalismus annimmt, das darüber hinaus aussieht wie Hannibal Lecter. Dabei geht es (nur) um optische Optimierung.

Ich teste eine laut Packungsbeilage „hochwirksame Pflegemaske mit Soforteffekt“. Der enthaltene Braunalgenextrakt soll Fältchen binnen 15 Minuten aufpolstern, Konturen straffen und den Teint revitalisieren. Optimal sei, so der Hersteller, eine Fünf-Tage-Kur. Ich bin mit meiner mentalen Disposition ein denkbar schlechter Proband: Schon der Name der Maske, der so lang ist wie eine Polonaise sämtlicher Karnevalsvereine durch die Kölner Altstadt, lässt mich aufstöhnen: „Ultra Pure Solutions Hybrid Second Skin Mask Brown Alga“. Meine Physiognomie ist offenbar ebenfalls ungeeignet, es mit diesem Wunder der Wirkstoffkosmetik aufzunehmen. Keinen Abend schaffe ich es, das zweigeteilte Cellulosetuch mit Braunalge unfallfrei auf das leicht feuchte Gesicht zu legen. Anschließend wird das Vlies mit ultrareinem basischem Wasser besprüht, um den Algenextrakt und das darin enthaltene Calcium und Natrium zu aktivieren.

Ob das ein Fall von „je raffinierter die Handhabung, desto beeindruckter die Kundin“ ist? Keine Ahnung. Ich kann auch nicht bestätigen, dass sich die Faltentiefe bei mir um 27 Prozent verringert und meine Hautfeuchtigkeit um 31 Prozent verbessert hätten, wie die klinische Studie im Auftrag des Erfinders ergab. Und doch meine ich, ein besseres Hautbild und frischeres Aussehen zu bemerken, fast ein inneres Leuchten. Das kann Einbildung sein. Oder eine menschliche Stärke, nämlich, das Positive zu sehen.