Beauty-Test: Mascara

Big Bang-Wimpern

Neu im Beauty-Kosmos: eine Wimperntusche mit Weltraumtechnologie. Kann die was? Unsere Autorin hat den Selbstversuch gemacht.

Veröffentlicht am 15.03.2018
Mascara von Benefit.

Auf Volumen-Mission: „Bad Gal Bang!" - Mascara von Benefit, 27 Euro. 


Mein Schminktisch gleicht eher einem Atelier als einer Werkbank: Täglich neu anzubringende Ersatzteile sind nichts für mich. Ich setze auf alles, was sich mit Farben, Pinseln und Bürsten erreichen lässt. Bei den Wimpern hieß das bisher: Ich tusche sie – mit dem Ergebnis, dass sie im Laufe des Tages an Farbe und Schwung verlieren.

Das soll jetzt anders werden – durch ein Teil, das meinem „Nur malen, bitte“- Mantra folgt, dabei aber ein Ergebnis verspricht, das sonst nur mit Fake Lashes und Wimpernzange gelingt. Die neue Mascara „Bad Gal Bang!“, so die Schmink-Spezialisten von Benefit, verleihe Wimpern ein bisher unerreichtes Volumen, glamourösen Glanz und dauerhaften Schwung.

Das soll zum einen an der schmalen Bürste mit 300 kurzen Borsten liegen, zum anderen an der Textur, die mit stärkendem Provitamin B5 und ultraleichten Schwebeteilchen angereichert ist, sogenannten Aeropartikeln, die sich in der Raumfahrt bewährt haben. Damit gelinge es erstmals, das Gesetz der Gravitation zu brechen, sodass die Wimpern unverdrossen aufwärts zeigen. Und zwar bis zu 36 (!) Stunden.

Die Schwerkraft aushebeln? Hört sich vielversprechend an – und ist im Grunde ja das Ziel der meisten Beauty-Bemühungen. Im ersten Anlauf hebele ich allerdings nur mein Erscheinungsbild aus. Die Farbe, die beim Auftragen tatsächlich jede noch so kleine Wimper veredelt (darunter viele, von deren Existenz ich bisher nichts ahnte), beginnt schnell zu wandern. Als ich beim Geburtstagskaffee einer Freundin in den Badezimmerspiegel schaue, leuchten mir dunkle Schatten entgegen: Waschbär-, ach was, Panda-Augen! Ich wische und wische und frage mich, ob ich vielleicht etwas zu dick aufgetragen habe?

Anscheinend ja. Mascara-Profis, die ich nach diesem Flop um Rat bitte, empfehlen bei so einem Power-Produkt das Weniger-ist-mehr-Prinzip. Die Bürste einmal an den Wimpern entlangführen und rund um die Augen alles Cremige vermeiden, die Partie eventuell noch mit transparentem Puder schützen. Und wirklich, mit dieser Big Bang-Methode klappt es.

Beim nächsten Versuch glänzen meine feinen Härchen wieder wie lackiert, aber das satte Schwarz bleibt dort, wo es hingehört – tagsüber im Büro ebenso wie abends beim Härtetest: Während Teint und Frisur nach 90 Minuten Fitness-Workout die Anstrengung verraten, sehen die Wimpern immer noch makellos aus: gefächert, geschwungen und lang. Wie gemalt, finde ich.