Beziehung

Kann aus einer Affäre Liebe werden?

Zu einer leidenschaftlichen Affäre gehört, dass sie sich richtig anfühlt. Was aber, wenn der- oder diejenige verheiratet ist und Kinder hat? Die Liebe zulassen oder Abstand nehmen?

Veröffentlicht am 02.01.2018
Frag Frieda.


Ich habe eine Affäre mit einem Kollegen, der verheiratet ist und zwei Kinder hat. Es fühlt sich für uns beide richtig an. Jetzt frage ich mich, was ich tun soll. 

Es gehört zu einer leidenschaftlichen Affäre, dass sie sich richtig anfühlt – besonders dann, wenn die Umstände gegen sie sprechen. Wir müssen die meiste Zeit unseres Lebens vernünftig handeln. Aber in Situationen, in denen das unmöglich erscheint, geben wir uns dieser Ohnmacht hin und deuten sie als etwas Großartiges, als Schicksal. Deshalb dachte ich lange, dass es nur aufrichtig ist, sich darauf einzulassen. Ich habe für eine solche Leidenschaft meine Ehe in den Sand gesetzt, und hätte mich jemand gezwungen, meine Affäre zu beenden, hätte ich wie Madame Bovary gefragt: Wozu weiterleben?

Ich bereue nichts, aber der Kummer hat mich vorsichtiger werden lassen. Eine Affäre ist eine bewusste Entscheidung, die man korrigieren kann. Ich fürchte, Sie werden verlieren, wenn Sie die Beziehung intensivieren. Die Leichtigkeit wird sich verflüchtigen, sobald er seine Familie aufgibt, die Kinder vermisst und sein Lebenskonzept überdenken muss. Da­rin wollen Sie nicht verwickelt werden, glauben Sie mir. Ähnlich bitter wäre es, wenn er sich nicht trennt, und Sie bleiben unglücklich verliebt zurück. Je mehr Sie sich einlassen, desto sicherer geraten Sie in eine Verliererposition. Nehmen Sie Abstand, das ist mein Rat. Ob er gegen Ihre Verliebtheit ankommt? Ich hoffe es.

Wenn Sie ebenfalls ein Thema haben, das Sie umtreibt – mailen Sie an: fragfrieda@myself.de.