Fahrradfahren

I like my bike

Nichts macht jetzt mehr Spaß, als sich auf den Sattel zu schwingen. Lesen und losradeln – mit diesen Tipps kein Problem!

Veröffentlicht am 07.05.2018
Fahrrad-Fahrer.


1. Wie schafft man es morgens ins Büro, ohne dabei auszusehen wie ein Kurier?

Ist doch völlig egal, wie man auf dem Rad aussieht. Autofahrer haben morgens im Stau wirklich andere Probleme, als sich über das Outfit der Verkehrsteilnehmer einen Kopf zu machen. Ob Sie mit Ihrem Helm einem Astronauten ähneln? Wurscht, es sieht eh niemand hin. Die wichtigste Regel: Bloß nicht hetzen. Wer sich nicht verausgabt, schwitzt auch weniger. Und wer doch transpiriert, muss lernen, seine Tasche richtig zu packen und eine Umziehstrategie zu entwickeln. Es empfiehlt sich ein dicht geschnürtes Paket mit Wechselkleidung. Und Make-up erst aufzulegen, wenn das Ziel erreicht ist.

2. Mal ehrlich: Sind E-Bikes nicht eher was für Rentner?

Es gibt gute Gründe, ein E-Bike zu fahren: Man lebt in Juf, dem höchstgelegenen Dorf Europas. Man radelt jeden Tag mindestens 80 Kilometer ins Büro (und der Dresscode sieht eher Seidenblusen als Mikrofaser-Shirts vor). Man ist über 70. Alles andere ist ungefähr so, als würde man mit der Gondel auf den Mount Everest fahren und dann stolz Selfies vorm Gipfelkreuz posten. 

3. Was tun gegen unverschämte Autofahrer?

Zugegeben, es ist ein Ding der Unmög­lichkeit, nicht loszubrüllen und laut zu fluchen, wenn einem ein SUV beim Rechtsabbiegen mal wieder die Vorfahrt nimmt. Es sei denn, man ist der Dalai Lama. Auf dem grob gepflasterten Weg zu mehr Om ist der tägliche Radweg al­lerdings ein idealer Parcours. Betrachten Sie es als Gelassenheitstraining. Bremsen, absteigen, durchatmen, aufsteigen, wei­terfahren. Wem das gelingt, den bringt auch sonst so schnell nichts aus der Spur. 

4. Wie reagiert man souverän, wenn man (zu Recht) von der Polizei angehalten wird?

Verkehrsregel Nummer eins: Alles sofort zugeben und nicht diskutieren. Sie haben es mit einer Berufsgruppe zu tun, die sich den ganzen Tag bescheuerte Ausreden anhören muss. Wie erfrischend ist dagegen ein „Sie haben vollkommen recht, sorry“! Da wird schon mal das eine oder andere ordnungshütende Auge zugedrückt. Und: Kill them with kindness – das Mantra kluger Krisen­managerinnen funktioniert auch bei Polizisten. 

5. Weinkiste als Fahrradkorb? Nein. Sondern … 

Den urbanen Hipster, der den kleinen Carlos-Friederich morgens in der englischsprachigen Kita abliefert, erkennt man bisher an der Massivholzkiste auf seinem Gepäckträger, auf der „Wein aus deutschen Landen“ steht. Nur wiegt das Ding gut zwei Kilo und wird nicht mehr als Vintage-Rarität aus staubigen Winzerkellern geborgen, sondern in Polen billig nachproduziert. Wer ein echtes Distinktionsmerkmal sucht, um seine street credibility zu beweisen, sollte in Zukunft lieber auf Nummer sicher gehen – und einen aerodynamischen Helm tragen. Ruiniert die Frisur, macht aber sonst niemand. 

Frau mit Katze im Fahrradkorb.


Checkliste

Wer das Rad aus dem Winterschlaf holt, sollte nach dieser Checkliste* vorgehen.

  • Putzen: Kaputte Teile erkennt man am besten, wenn das Rad sauber ist. Gro­ben Dreck mit einer Bürste entfernen, bei schwer zugängli­chen Stellen hilft eine alte Zahn­bürste. Mit lauwarmem Wasser und einem Lappen geht es weiter. Hochdruckreiniger sind tabu!
  • Reifen: Ob das Rad steht oder regelmäßig gefahren wird, ist egal: Reifen verlieren Luft. Mit einer robusten Standpumpe lässt sich der Druck bestimmen (minimaler und maximaler Luftdruck finden sich auf der Reifenflanke). Dabei den Reifen gleich auf „Eindring­linge“ prüfen und checken, ob das Material an den Flanken brüchig geworden ist.
  • Kette: Fahrrad­kette durch ein tro­ckenes Tuch laufen lassen, die Zwi­schenräume mit einer kleinen Bürste reinigen und anschließend mit einem Kettenöl schmieren. Das Mittel einwirken lassen, die überschüssigen Reste mit einem Lappen abreiben.
  • Bremse: Die Handbremse sollte leicht zu betätigen sein, symme­trisch und kräftig auf die Felgen greifen. Etwas Öl lässt die Bremszüge besser laufen, ansonsten haben Schmiermittel auf den Bremsbelägen nichts zu suchen. 

*Die Tipps gab der Göttinger Experte Gunnar Fehlau, He­rausgeber des liebevoll gestalteten Radkultur­-Magazins „fahrstil“.