Frag Frieda: Heiraten

Zweite Ehe, neues Glück?

Eine Hochzeit soll die Liebe besiegeln. Doch was, wenn man nicht mehr ganz von vorne anfängt und der bereits geschiedene Partner kein zweites Mal heiraten will? Ein heikler Konflikt.

Veröffentlicht am 29.11.2017
Frag Frieda.


Mein Lebens­gefährte will par­tout nicht heiraten, ein Fehlversuch hätte gereicht. Mich kränkt das.

Wie oft habe ich mir schon ausgemalt, wie einfach das Leben wäre, hätten wir eine Art Imprägnierschutz gegen Kränkungen. Dann würden wir das Verhalten des anderen kurz analysieren, verstehen und uns ganz nüchtern an den Ratschlag halten, es bitte nicht persönlich zu nehmen. Sie könnten es lächelnd akzeptieren, dass Ihr Partner nicht heiraten will. Soll ja nichts mit Ihnen zu tun haben, oder? Hat es aber, das wissen Sie, denn Sie sollen auf eine Ehe verzichten, die Sie sich wünschen. Sie müssen Ihren Lebensentwurf neu zeichnen, und das zu hinterfragen ist richtig.

Indem Ihr Freund eine erneute Heirat ablehnt, zieht er Parallelen zwischen seiner alten und der aktuellen Beziehung. Sie als Paar könnten scheitern, und damit gibt er der Vergangenheit einen größeren Raum als der Zukunft – die auch Sie betrifft. Wovor genau hat er Angst, was möchte er vermeiden? Fragen Sie ihn und erzählen Sie ihm, was Ihnen eine Heirat bedeutet. Warum Sie sich ein offizielles Ja wünschen, das einen in schwierigen Zeiten noch einmal stärker aneinanderbindet als nur ein gemeinsamer Kühlschrank.

Wenn Sie über Ihre Ängste und Bedürfnisse sprechen, sollten Sie sich etwas Zeit geben. Womöglich lenkt Ihr Partner ein, und Sie finden einen Kompromiss, vielleicht eine Trauung ohne großes Fest. Natürlich können Sie ihm keine Entscheidung abringen, wohl aber selbst zu einer finden: Setzen Sie sich eine Frist. Wenn bei Ihnen immer noch das Gefühl der Ablehnung überwiegt, sollten Sie Ihren Gefühlen entsprechend handeln und sich trennen.