Gedächtnis

Mach dir keinen Kopf!

Sie haben ein Hirn wie ein Sieb? Großartig! Vergessen ist gesund und tut der Liebe gut, belegt die Neurowissenschaft.

Veröffentlicht am 04.06.2018
Wand mit Post-its.

Schluss mit dem Post-it-Wahnsinn: Manches kann (und sollte) man einfach vergessen. 


Ach, diese Lücke, diese herrliche Lücke! Das muss sich das Volk der Pirahã am Amazonas denken. Es erinnert sich nämlich nicht an Ereignisse, die mehr als zwei Generationen zurückliegen, außerdem existiert keine Vergangenheitsform für Verben. Vergesslichkeit, das klingt nach verschusselten Schlüsseln und einem Blackout beim Namen des Dings, äh, Kollegen aus der IT.

Ein Handicap? Im Gegenteil: Neurowissenschaftler belegen, dass das Gehirn Informationen löschen muss, um Neues zu speichern. Die Fähigkeit, Erinnerungen abzuwehren, schütze außerdem vor psychischen Problemen und halte sogar die Liebe frisch. Wer erinnert sich denn schon gerne an Socken auf dem Boden oder Haare im Waschbecken? Dann doch lieber daran, wie sich die Hände zum ersten Mal berührten oder wie man nachts zusammen betrunken in der Küche tanzte. Denn: Nur wenn unwichtige Details nach und nach verblassen, kann das Wesentliche haften bleiben.