Getrennte Schlafzimmer

Wie man sich bettet, so liebt man

Getrennte Schlafzimmer bedeuten keinesfalls, dass eine Beziehung auf ihr Ende zusteuert. Nur: Beide müssen es wollen. Wie man das Thema richtig bespricht? Erklärt unsere Expertin.

Veröffentlicht am 03.05.2018
Frag Frieda.


Seit einem Jahr schlafe ich im Gästezimmer, mein Mann schnarcht. Seitdem haben wir wenig Sex. Inzwischen hat er eine Geliebte – und behauptet, ich sei schuld.

Mindestens so verheerend wie die Wörter „immer“ und „nie“ sind bei diesen Diskussionen Schuldzuweisungen. Sie stehen wie Betonpoller jedem Lösungsversuch im Weg. Ihr Mann benutzt sie nun, um Sie unter Druck zu setzen und zu manipulieren. Er will offenbar nicht, dass Sie ihn auf die Straße setzen. Stattdessen sollen Sie sich verantwortlich fühlen für die Misere. Eine absurde Argumentation, die von den wahren Hintergründen ablenkt. Offensichtlich fühlt sich Ihr Mann gekränkt durch Ihren Auszug aus dem gemeinsamen Schlafzimmer. Vielleicht sogar verlassen.

Wie offen haben Sie diese Entscheidung diskutiert? Und warum sind Sie ausgezogen – ging es wirklich um Ihr Ruhebedürfnis, oder gab es eventuell eine emotionale Distanz? Im Grunde spricht ja nichts gegen getrennte Schlafzimmer. Sich gegenseitig zu besuchen, um Sex zu haben, belebt die Beziehung, sagen Sexualtherapeuten. Frauen schlafen alleine sogar besser, belegen Studien. Nur: Beide müssen es wollen. Mir scheint, dass Sie und Ihr Mann sich länger nicht mehr darüber ausgetauscht haben, was Sie erwarten oder vermissen. Jetzt ist er fremdgegangen, das macht es noch komplizierter, wieder zusammenzufinden. Wenn Sie das aber beide wollen, sollten Sie sich von einer professionellen Eheberatung helfen lassen.

Wenn Sie ebenfalls ein Thema haben, das Sie umtreibt – mailen Sie an: fragfrieda@myself.de.