Literatur-Empfehlungen

Die besten Bücher im Frühjahr

Von Virginie Despentes bis zu Buchpreis-Gewinnerin Esther Kinsky: Das sind die lesenswerten Romane und Sachbücher im Frühjahr.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Das sind die besten Bücher im April.


„Hain" von Esther Kinsky

Dass die Autorin eigentlich Lyrikerin ist, dringt aus jedem Satz. In ihrem sogenannten Geländeroman (für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert) lässt sie ihre Ich-Erzählerin dreimal in das Italien abseits der großen Metropolen reisen und liefert in knappen Kapiteln fein beobachtete Szenen voller Poesie. Ein literarischer Streifzug wie ein Gemälde. Zärtlich und schön.

Suhrkamp, 24 Euro.


„Ein schönes Paar" von Gert Loschütz

Georg und Herta sterben nurz kurz nacheinander. Dann beginnt die Rückschau, in der Sohn Philipp die Geschichte ihrer Liebe über die deutsche Teilung hinweg erzählt, in der sie getrennt und doch zusammen sind. Loschütz macht das so wunderbar unaufgeregt, dass man am Ende zuklappt und noch mal von vorne anfängt. 

Schöffling & Co., 22 Euro. 


„Jahre später" von Angelika Klüssendorf 

Ist es ein Schlüsselroman über den verstorbenen Journalisten Frank Schirrmacher, mit dem die Autorin in den 1990er-Jahren verheiratet war? Die präzise erzählte Ehegeschichte nach „Das Mädchen" und „April" das dritte Buch des Klüssendorfschen Zyklus' lohnt sich in jedem Fall!

KiWi, 17 Euro.


„Das Leben des Vernon Subutex 2" von Virginie Despentes 

Das ist ein bisschen wie bei Ferrante: Einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören. Im zweiten Teil der Trilogie lebt der leicht verpeilte und gerade deshalb so sympathische Vernon inzwischen auf einer Pariser Parkbank und hilft seinen alten Freunden in bester Guru-Manier bei der Suche nach dem Glück. Macht süchtig!

KiWi, 22 Euro.


„Keiner Menschenseele kann man noch trauen" von Flannery O'Connor

Kurzgeschichten erleben ein Comeback, das beweist auch der jüngste Erfolg von Lucia Berlin. Die von Flannery O'Connor sind nicht unbedingt heiter, sondern unbarmherzig und mitleidslos, trotzdem eine Entdeckung. Unbedingt das Nachwort über ihr Leben lesen.

Arche, 22 Euro.


„Einsamkeit" von Manfred Spitzer

Single-Kultur, Generation Ich, digitaler Rückzug: Immer mehr Menschen in der westlichen Welt leiden unter Einsamkeit. In seinem Buch gibt der renommierte Psychiater eine fundierte Analyse zu einer Krankheit, die Geist und Körper beeinträchtigt – und zeigt, wie man zurück in die Gesellschaft findet.

Droemer, 20 Euro.


„Geburtstag" von Stefan Heidenreich

Eine detailreiche Kulturgeschichte des Geburtstags, dessen Feier einst nur dem Adel vorbehalten war. Viel amüsantes Small Talk-Wissen: Warum gratulieren wir? Was sagen Geschenke über des Verhältnis von Schenkendem und Beschenktem aus? Und welche Funktion hatte im 17. Jahrhundert der bärtige Geburtstagsmann? 

Hanser, 19 Euro.


„Ernährungskompass" von Bas Kast

Nachdem Wissenschaftsjournalist Bas Kast selbst schwere Herzprobleme bekam, recherchierte er akribisch, welche Ernährungstipps wirklich Sinn machen und welche Lebensmittel unsere Gesundheit verbessern können (z.B. Kaffee und Käse!). Sehr kompetent und überraschend!

C. Bertelsmann, 20 Euro.