Moderator Ingo Zamperoni

Sieben Frauen, die mein Leben verändert haben

Moderator Ingo Zamperoni, 43, verrät, welche sieben Heldinnen sein Leben auf wundersame Weise beeinflusst haben.

Veröffentlicht am 31.05.2018
Ingo Zamperoni.

Moderator Ingo Zamperoni.


1. Meine Frau

Vor mehr als 20 Jahren bin ich ihr auf ihrem Campus in North Carolina über den Weg gelaufen. Ein halbes Jahr früher, und es wäre nichts draus geworden, denn ich hatte gerade meine erste E-Mail-Adresse bekommen. Danach saß ich fast jeden Tag im Rechenzentrum meiner Uni in Boston, um ihr zu schreiben. Meine Frau stammt aus dem Mittleren Westen der USA, sie ist unerschrocken, abenteuerlustig, neugierig. Sie hat diese unglaubliche Wärme, sie ist quasi die Außenministerin unserer Familie und hält Kontakt zu Freunden. Ohne sie wäre ich in vieler Hinsicht einsamer.

2. Florence Nightingale

Krankenschwester

In der 10. Klasse war ich im Internat in England. Der Geschichtslehrer erzählte von dieser Krankenschwester, die die Pflege revolutionierte. Ich dachte: Da hat jemand Spuren hinterlassen. Ich hätte fast Medizin studiert, den Studienplatz in Mainz hatte ich bereits, und meinen Zivildienst machte ich beim Krankenhausradio. Die Weißkittel haben mich dann letztlich nicht vollends überzeugt. Florence Nightingale aber verdient bis heute meinen Respekt.

3. Michelle Obama

Ehemalige First Lady

Die Obamas waren schon immer eine coole Familie. Aber Michelle ist noch mal eine Klasse für sich. Intelligent und mit dem Herz am rechten Fleck. Am meisten beeindruckte mich ihre Rede gegen Ende des Wahlkampfes, als sie sagte: „When they go low, we go high.“ Dieser Anspruch, seinem inneren moralischen Kompass zu folgen und sich nicht auf jede Niveaulosigkeit einzulassen: vorbildlich.


4. Katharine Graham

Verlegerin

Man muss sich einmal vorstellen, in welcher sexistischen Männerdomäne sich diese Frau behauptet hat. Als sie die Washington Post von ihrem verstorbenen Mann übernahm, dachten alle, man könne sie jetzt schön rumschubsen. Stattdessen hat sie sich durchgesetzt, ihren Reportern den Rücken freigehalten und mit den Pentagon Papers und Watergate Geschichte geschrieben. Unerschütterlich, unbeugsam – wie kaum eine steht sie für unabhängigen Journalismus und Pressefreiheit.

5. Sophia Loren

Schauspielerin

Es ist ein wenig klischeehaft, aber Sophia Loren ist für mich das Sinnbild der italienischen Frau: attraktiv, sinnlich, stark. Ich bin mit den Filmen von ihr und Marcello Mastroianni aufgewachsen, und sie hat gezeigt, dass hinter dieser Macho-Kultur nur viel Gebell steckt. In italienischen Familien haben die Frauen das Sagen – la mamma eben. Sie hat diese zeitlose Eleganz, dieses Je ne sais quoi, wie es die Franzosen nennen würden. Ich würde sagen: è unica – sie ist einmalig.


6. Meine Großmutter

Eines meiner ersten Konzerte, auf das ich wollte, war Pink Floyd, 1987 in Frankfurt. Für meinen besten Kumpel reichte das Taschengeld nicht, also schenkte meine Oma uns die Tickets. Sie hatte eine goldene Regel: Behandele andere, wie du selbst behandelt werden möchtest. Sie hat mir beigebracht, was es bedeutet, großzügig zu sein. Das beherzige ich bis heute.

7. Caren Miosga

Journalistin

2007 moderierte Caren ihre ersten „Tagesthemen“. Das war eine glanzvolle Sendung, fehlerfrei, absolut perfekt, bis sie mich im „Nachtmagazin“ ankündigte und kurz über meinen Namen stolperte. „Zo, äh, Zamperoni – so heißt der Kollege.“ Sehr amüsant. Caren ist eine großartige, sehr menschliche Kollegin mit einem unfassbar ansteckenden Lachen. Wenn jemand dauerhaft mit dieser Souveränität auf so hohem Niveau arbeitet, kann einen das nur beeindrucken.