Partnerschaft: Richtig streiten

7 Streit-Fallen

Jeder kennt das Problem: Im Streit sagt man Dinge, die man eigentlich gar nicht so meint. Hier kommen sieben Streit-Fallen – und Tipps, wie man sie in Zukunft umgeht.

Veröffentlicht am 01.12.2017
Streitendes Paar.

Vorsicht, Streit-Falle! Obwohl Streit in einer Partnerschaft wichtig ist, gibt es auch einige Dinge, die man dabei beachten sollte. 


1. Sich entziehen

Zum Streiten gehören wie zum Tangotanzen zwei. Es zeugt von Hilf- und Respektlosigkeit, wenn man plötzlich schweigt – oder flüchtet. „Auf den Partner wirkt das oft so, als interessiere sich der andere gar nicht für den Konflikt“, sagt der Psychologe Philipp Yorck Herzberg. Das heizt den Disput nur weiter an. Nur bei Eskalationen sind Streitpausen durchaus sinnvoll, damit sich die Gemüter beruhigen können.

2. Bewusst verletzen

Man kann und sollte über alles Mögliche streiten – aber nicht über Aussehen, sexuelle Performance und sonstige Themen, die wunde Punkte treffen. Auf Dauer untergraben solche Verletzungen die Liebe. Werden Grenzen regelmäßig überschritten, sollte man an seinem Konfliktstil arbeiten. Die Psychologin Berit Brockhausen empfiehlt beispielsweise klärende Gespräche bei einem Spaziergang. Generell nichts ausdiskutieren, wenn man müde, gestresst oder beides ist.

3. Gewinnen wollen

Und wenn man 100 Mal recht hat: Beim Streiten geht es um den Austausch unterschiedlicher Wahrheiten. Der Psychologe Arnold Retzer sagt: „Es kommt letztlich nicht darauf an, sich zu vertragen, also Probleme zu lösen, sondern darauf, sich zu ertragen.“

4. Den Partner vor Publikum runtermachen

Was einen am anderen nervt, ist Privatsache. Also keine Angriffe im Restaurant, auf der Straße oder, noch schlimmer, vor Freunden.

5. Eine Entschuldigung einfordern

Richtig durchdrehen ist okay, geht manchmal nicht anders. Nicht okay ist es, Reue zu verlangen (selbst wenn man sie verdient hat). Unter Druck hervorgepresste Entschuldigungen sind wertlos. Bei einem Konflikt will man doch die eigene Freiheit verteidigen – und sie dem anderen nicht nehmen, indem man ihn in eine Ecke drängt.

6. Das letzte Wort haben wollen

Eine Beziehung sollte funktionieren wie eine Demokratie: Unterschiedliche Meinungen sind in Ordnung, und alles wird immer wieder neu ausgehandelt. Viele Konflikte lassen sich dadurch entschärfen, dass man sich darauf einigt, sich nicht einigen zu können, sagt die Münchner Paartherapeutin Andrea Bräu. Oft genüge das Signal, dass man den anderen respektiert, damit sich die Lage entspannt.

7. Sich destruktiv verhalten

Manche Paare geraten über Jahre mit Streitereien in eine Abwärtsspirale, man hat nur noch Verachtung für den anderen übrig und will ihm größtmöglich schaden. Dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: sich zügig um eine Paartherapie bemühen. Oder gleich einen Schlussstrich ziehen.