Prokastination

10 Don'ts beim Zeitmanagement

Gute Planung, Routine und schnelle Entscheidungen werden überbewertet? Mit diesen zehn Verhaltensmustern bekommt man garantiert gar nichts geregelt – beruflich wie privat.

Veröffentlicht am 21.02.2018
Büro-Chaos.


1. Routine spießig finden 

Das Leben ist zu kurz für die Repeat-Taste. Rock ’n’ Roll, bitte! Unterlagen zieh ich spontan aus dem Schreibtisch-Chaos, und los geht’s. Das Pensum strukturieren, um pünktlich rauszukommen? Wie öde ist das denn. Man will doch nicht wie die Kollegen werden – brav und in Routine gefangen. 

2. Die Welt retten wollen

Sorry, Leute, aber Nachbarschaftshilfe reicht nicht. Ich mach ein Charity-Konzert für die Hurrikanopfer von Texas. Oder Kuba? Egal, Beyoncé tritt auf. Ihre Mailadresse? Sooo konkret ist die Planung noch nicht. Ob ich monatlich zehn Euro spende? Hey, für Klein-Klein ist jetzt echt keine Zeit.

3. Alles gleichzeitig tun

Zwischenziele, Feedbackschleifen: Wenn ich das nur höre! Ich habe doch nicht das Hirn eines Einzellers, ich kann Multitasking. Und wenn ein Problem auftaucht, schiebe ich es weg und kümmere mich um was anderes. Am Schluss zählt ja eh nur das große Ganze. Die Deadline? Pah! Völlig unrealistisch.

4. Erst mal drüber schlafen

Sympathisch, diese Spanier. Heute zum Amt gehen? Sich im Fitnessstudio anmelden? Mañana. Morgen. Mit Fleißsternchen kann doch keiner punkten. Wie, die Behörde hat morgen zu? Und beim Sport gibt’s nur heute Rabatt? Ach, dann mach ich’s übermorgen, überübermorgen, überüberüber...

5. Das Handy nützlich finden

Geht gleich los. Nur noch schnell ’ne App ... Huch, schon wieder ’ne Mail. Wo war ich? Ach, die Steuererklärung. Elster? Mhm, mal googeln. Ups, auch noch eine SMS, der Typ lässt nicht locker. Ganz süß eigentlich. Ist der auf Twitter? Ach, der hat dasselbe Handy wie ich, super Gerät, kann echt viel. 

6. Im falschen Film sein

Seit Wochen läuft vor dem geistigen Auge der gebuchte Urlaub in Super-HD: Strand, Palmen, Sundowner. Aber der Schrott im Keller? Kein Gedanke daran, bitte. Von wegen, Unangenehmes erst mal visualisieren, damit es weniger schlimm aussieht. Sorry, aber wer will sich so was antun?

7. Chaos für Rhythmus halten

Ideen sprudeln bei mir ab Mitternacht. Was soll ich da um 9 im Büro? Ist gegen meinen Biorhythmus. Als kreativer Mensch brauche ich den Thrill, kurz vor knapp zur Hochform aufzulaufen. Da können weltfremde Psychofritzen lange sagen, dass Zeitplanung effizient ist und zufrieden macht.

8. Aussitzen cool finden

Streber springen auf wie dressierte Affen, wenn es um Zahnarzt-Checkup oder Stromrechnung geht. Die Lässigen dagegen ignorieren das, kostet eh bloß Geld und Nerven. Mindestens die Hälfte erledigt sich doch irgendwann von selbst. Man muss das nur lange genug aussitzen. Oder etwa nicht?

9. Belohnungen verachten

Sich nach erfolgreich getaner Arbeit was gönnen? Klappt vielleicht bei pawlowschen Hunden. Aber Menschen sind zu intelligent für das simple Reiz-Reaktions-Schema. Das Gehirn lernt schnell und giert nach einem Gut-gemacht-Bonus? Quatsch, das ist nur wieder so ein billiger Psychotrick.

10. Perfekt für gut genug halten

T-Shirts müssen gestärkt und gebügelt Kante auf Kante im Schrank liegen. Ordnung ist das ganze Leben! Kostet Kraft und Disziplin, das schafft nicht jeder. Aber wer höchsten Ansprüchen nicht genügt, ist – mit Verlaub – ein Loser. Wer was draufhat, weiß: lieber Burnout als Knitterfalten.