Prominente Paare

Ich liebe deinen Humor!

Paare, die gemeinsam lachen, sind zwar nicht vor Krisen gefeit – überstehen sie aber besser. Hier kommen ein paar prominente Beispiele.

Veröffentlicht am 08.04.2018

Michelle und Barack Obama

Ex-US-Präsidentenpaar, seit 26 Jahren verheiratet

Worüber sich die beiden im Bild wohl kaputt­ lachen? Tja, darüber kann man nur spekulieren. Was man aber weiß: Die Obamas beherrschen bravourös, was richtig glanzvolle Paare ausmacht – einen schlagfertigen, witzigen Umgangston. Nie unter der Gürtellinie, immer auf Augenhöhe. Den beiden zuzusehen war besser als Netflix. Wie bei dieser Szene während eines gemeinsamen Interviews zum Ende der Amtszeit: Auf die Frage, ob eine gleichberechtigte Partnerschaft mit dem mäch­tigsten Mann der Welt überhaupt möglich sei, antwortet die eloquente Harvard­-Juristin mit einem schnaubenden „Mmphf“. Barack Obama findet das rettende Ufer wie so oft in einem Scherz: „Könn­te ich noch ein drittes Mal kandidieren, würde Michelle die Scheidung einreichen.“ Mein Gott, wie wir die beiden vermissen! 

Michelle und Barack Obama.

Als Politik noch Witz (und Würde) hatte: Das First Couple bei der zweiten Amtseinführung 2013.


Ellen DeGeneres und Portia de Rossi

Amerikanische Talklegende und Schauspielerin, seit zehn Jahren verheiratet

Wie es zu Hause wohl zugeht bei Amerikas lustigster Frau? Die für PR-Zwecke freigegebene Version erfährt man auf NBC. Es gibt kaum eine Stand-up-Einlage in Ellens Show, für die ihre Frau Portia de Rossi nicht die Steilvorlage liefert (bandscheibenriskantes Möbelrücken bei Nacht, kitschige Whatsapp-Nachrichten, Schnarchpflaster...). Als Hauptdarstellerin in Ellens Anekdoten braucht man halt Humor. Als sich Portia de Rossi 2001 auf einer Party in Ellen DeGeneres verliebt, spielt sie in „Ally McBeal“ eine frostige Top-Juristin. Drei Jahre später werden sie ein Paar, als Kalifornien 2008 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert, heiraten sie. Ihr Coming-out wird natürlich hollywoodmäßig choreografiert. So erzählen sie ihre Geschichte („Wir sind seelenverwandt.“/„Es war, als hätte mir jemand einen Pfeil durchs Herz geschossen.“) natürlich nicht irgendwo, sondern standesgemäß bei der anderen amerikanischen Talk-Instanz: Oprah Winfrey. Yeah. 

Ellen DeGeneres und Portia de Rossi.

Wo die beiden auftauchen, wird's heiter: Ellen DeGeneres und Portia de Rossi.


Collien Ulmen-Fernandes und Christian Ulmen

Moderatoren-Paar, seit sieben Jahren verheiratet

Erinnert sich noch jemand an „Mein neuer Freund“, die Fremdschäm-Reality-Serie von 2005? Christian Ulmen spielt darin die peinliche Neueroberung der (eingeweihten) Kandidatin und testet über ein Wochenende lang die Schmerzgrenze ihrer Familie und des Freundeskreises (einfach „Franziskarrr“ bei YouTube eingeben). Klar, dass man da zögert, wenn dieser Ulmen via Facebook anfragt, ob man nicht einmal gemeinsam essen gehen wolle. Collien Fernandes hat sich dann ein Herz gefasst. Sie habe bei diesem Date über jeden seiner Witze gelacht. „Macht sonst kein Mensch“, sagte Ulmen und dachte: „Die heirate ich.“ Seit sechs Jahren haben die beiden eine Tochter und sind sich einig, dass sie sie zur Adoption freigeben müssen, sollte sich irgendwann herausstellen, dass sie nicht den Humor ihrer Eltern geerbt hat. 

Christian Ulmen und Collien Fernandes.

Faxen machen? Das gemeinsame Hobby im Hause Ulmen-Fernandes.


Ray und Charles Eames 

Designer-Paar, waren 37 Jahre verheiratet

„Ich bin (fast) 34 Jahre alt, Single (mal wieder) und pleite – ich liebe dich sehr und würde dich gerne sehr, sehr bald* heiraten. *Bald heißt sehr bald.“ Diese Zeilen schickte der Architekt Charles Eames 1941 der Malerin Ray Kaiser, die er ein Jahr zuvor an der Kunst­akademie in Michigan kennengelernt hatte. Ein Monat später die Hochzeit. Ihre Entwürfe sind Ikonen der Zeitgeschichte, nicht nur wegen der schlichten Eleganz, auch wegen der spielerischen Details mit Sinn für Humor: ein Sessel in Form eines Baseball­handschuhs, ein Kinderhocker in Elefantengestalt, eine knallbunte Kugelgarderobe. „Details sind nicht Details. Sie sind das Design“, so Charles Eames, der an seiner Frau ebenfalls die kleinen Dinge schätzte: ihre Liebe für kurioses Spielzeug, ihr Kichern, wenn sie ihn zur Seite nahm, um ihr lila gepunktetes Jackenfutter zu ent­hüllen, Picknicks im Garten, beiläufiges Händchenhalten während eines Meetings. Die Liebe liegt eben auch im Detail. 

Familie Eames.


Lisa und Thomas Müller

Sportler-Paar, seit neun Jahren verheiratet

„Gute Laune ist eine gute Voraussetzung für ein gutes Turnier.“ Ja mei, das ist jetzt kein Shakespeare, aber ein solider Thomas Müller. Und was für den Humorbolzen und Vorzeigestürmer der deutschen Fußballnationalmannschaft als Prinzip gilt, lässt sich selbstverständlich auch auf die Liebe übertragen. Denn so, wie der Oberbayer bei seinen staksigen Brachialmanövern aufs Tor sein Günter Kastenfrosch-Grinsen grinst, so beherzt grätscht er seiner Frau dazwischen. Da erzählt also Dressurreiterin Lisa Müller in den Bunten und Galas dieser Welt, wie „unkompliziert“ das Zusammenleben mit ihrem Mann sei, und er quäkt von der Seite rein: „Ich bin ja nie da!“ Und wer nicht zu Hause ist, könne einem ja wohl auch nicht auf die Nerven gehen. Bestechend logisch. Foul? Platzverweis? Ach was. Dafür ist das Paar einfach zu entspannt. A Lausbua is er aber fei scho. 

Lisa und Thomas Müller.

Was Lisa Müller an ihrem Mann schätzt? Er sei gut für schlechte Witze.


Blake Lively und Ryan Reynolds

Hollywood-Paar, seit sechs Jahren verheiratet

Mann sollte Gott täglich danken, wenn man nicht dazu erkoren ist, eine Ehe unter den Augen der Öffentlichkeit zu führen. Die wird nämlich fragiler, je mehr man auf den pseudo­göttergleichen Status „Hollywoods Traumpaar“ hochgeschrieben wird. (Schlimmstes Indiz: Namensverschmelzungen à la „Brennifer“, „Brangelina“ etc.) Blake Lively und Ryan Reynolds halten bislang tapfer dagegen, mit einer Social­-Media­-Strategie der eigenen Art: sich foppen. Sie schneiden sich gegenseitig aus Selfies raus (gewollt stümperhaft) und posten sie auf Instagram. Oder sie posten gleich Bilder von ihren Ex­-Partnern. Und auf Twitter hält Ryan Reynolds den Rekord für die großartigsten Tweets über mangelnde Vaterqualitäten, die er eigentlich nur schreibt, um seine Frau zum Lachen zu bringen. Perfekt? Nein. Komisch? Ja. 

Ehepaar Lively-Reynolds.

„Du bist das Beste, was mir je passiert ist, gleich nach diesem Stern.“ Ryan Reynolds zu seiner Frau 2016 auf dem Walk of Fame.


Queen Elizabeth II. und Prinz Philip

Britisches Königspaar, seit 71 Jahren verheiratet

Er nennt sie wahlweise zärtlich cabbage (Kohlkopf) oder sausage (Würstchen) und soll geflucht haben, nichts weiter als eine „verdammte Amöbe“ zu sein, weil er seinen Familiennamen nicht vererben durfte. Seit 1947 besänftigt Queen Elizabeth II. ihren Mann Prinz Philip nun, behauptet diplomatisch, sie trage zwar die Krone, er habe dafür daheim die Hosen an. Es ist ein Ehevertrag der be­sonderen Art, der die beiden verbindet. Den Prinz Philip, berüchtigt für seine rhetori­schen Ausrutscher, nach seiner Art auslegt: immer wieder für Aufregung sorgen, hübsch am Rande der Staatskrise entlang. Er begrüßte Kohl als „Herr Reichskanzler“ oder warnte die britischen Studenten vor den „Schlitzaugen“ in China, ach, die Liste ist lang. Sogar zur Geburt seines Sohnes Charles konnte er sich eine Gemeinheit nicht verkneifen: Er fühle sich optisch an plum pudding er­ innert. Wie man das wegsteckt? Mit einem Lächeln. 

Queen Elizabeth die Zweite und Prinz Philip.