Selbstversuch: Powder-Brow-Technik

Bausch und Bogen

Füllige Augenbrauen sind derzeit das große Beauty-Thema. myself-Autorin Silke Amthor hat eine neue Technik ausprobiert – mit überraschendem Ergebnis.

Veröffentlicht am 30.04.2018
Augenbrauen.

Will jeder: natürlich wirkende Augenbrauen, die pudrig aussehen. 


Meine Augenbrauen und mich verbindet eine lange Geschichte, eng befreundet waren wir aber nie. Mit Anfang 20 war mir die Existenz von Pin­zette und Wachs einfach fremd. Auf Bildern von damals sieht man Wild­wuchs, der meinem Gesicht etwas Düs­teres verlieh. Jahre später traf ich im Job auf einen Visagisten, der mir durch schmal gezupfte Marlene­-Brauen mit hohem Schwung einen dauer­erstaunten Divenblick verpasste.

Ich experimen­tierte weiter, diesmal mit Permanent­-Make­-up. Leider zu Pionierzeiten der Methode vor zig Jahren. Ergebnis: Der anfangs tolle Taupe­-Ton war ziemlich schnell verblasst, stattdessen leuchteten die Pigmente rötlich unter der Haut. Dann war da noch der Beauty-­Doc, der meine rechte Ausreißer-­Braue mit etwas Botox in Harmonie zur linken zwingen wollte – ging leider schief. Sie waren da­ nach zwar auf gleicher Höhe, aber mein rechtes Augenlid machte für einige Mo­nate schlapp. Ich beließ es irgendwann beim Nachmalen mit dem Augenbrau­enstift – erschien mir am sichersten.

Bis ich Olga traf. Die Inhaberin des Berliner Kosmetikstudios Lime bietet eine neue Variante des Permanent­-Make­ups an, die sogenannten Powder­- oder Ombré-­Brows. Was im beautyverrückten Russland und Baltikum schon seit ei­niger Zeit das große Ding nach Microbla­ding ist, gibt es jetzt auch in Deutsch­land. Im Gegensatz zum klassischen Permanent­-Make­-up werden die Farb­pigmente bei dieser Technik nur sehr oberflächlich mit einer speziellen Pixel­technik (einem Raster aus lauter Pünkt­chen) unter die Haut gebracht.

Auch leichte Farbverläufe und unterschiedlich intensive Schattierungen sind möglich. Soll ein bis zwei Jahre halten. Olga Ruds­kaya hat die filigrane Methode anfangs übrigens an Luftballons geübt. Wenn sie platzten, hatte sie zu tief gestochen. Das Ganze sei wesentlich schonender für die Haut als klassisches Permanent­-Make­-up. Es blutet nicht, und es bilden sich keine Narben, auf denen später kein Brauenhärchen mehr wächst.

Mittels Zirkel ermittelt Olga Rudska­ya zuerst die richtigen Proportionen und zeichnet den Bogen vor. Das eigentliche Pigmentieren fühlt sich in etwa so an, als ob jemand mit einer dicken, stumpfen Nadel sachte über die Haut kratzt. Irgendwann ist es so monoton, dass ich fast wegdöse. Um meinen immer noch vor­ handenen Rotstich zu korrigieren, pig­mentiert die Kosmetikerin erst mit einem leicht grünlichen Olivbraun, dann mit einem etwas wärmeren Hellbraun, pas­send zu meinen rötlichen Haaren.

Fazit: Nach 40 Minuten wage ich ei­nen ersten Blick in den Spiegel – und bin positiv überrascht! Keine Balken, keine eingeritzten Pseudo­-Härchen wie beim Microblading und zum Glück auch kei­ne dieser Tussi­-Ecken, die man neuerdings so oft sieht. Zum ersten Mal habe ich ausdrucksvolle, natürlich wirkende Brauen mit einem soften 3D-Effekt. Ja, das muss sie sein, die Liebe auf den zweiten Blick.  

Powder-Brow-Technik wird in Kosmetikstudios angeboten und kostet rund 450 Euro.