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Familienfotos auf Instagram posten?

Der witzige Schnappschuss vom Familienfest - ein super Bild für Instagram, tut ja schließlich keinem weh. Doch die Privatsphäre anderer ist schnell verletzt und kann ernst zu nehmende rechtliche Konsequenzen haben.

Veröffentlicht am 21.02.2018
Frag Frieda.


Ich habe Bilder vom Familienfest auf Instagram gepostet. Meine Schwester findet das total daneben – lebt sie hinter dem Mond? 

Sorry, aber die Reaktion Ihrer Schwester ist richtig. Theoretisch könnte sie sogar auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld klagen: weil jeder Mensch ein gesetzlich garantiertes Recht am eigenen Bild hat und bestimmt, was mit ihm geschehen soll. Sie müssen die Abgebildeten also um ihr Einverständnis bitten, bevor Sie Fotos veröffentlichen. Juristen raten sogar, sich das schriftlich geben zu lassen, was auf privaten Festen hysterisch wirken mag.

Doch die Rechtslage schützt uns davor, dass unsere Daten unkontrolliert verbreitet werden. Jeden Tag werden Millionen Fotos wie mit Konfettikanonen ins Netz geschossen, und wann und wo sie irgendwann wieder auftauchen, ist völlig unklar. Vieles bleibt ewig im Netz auffindbar. Auch deshalb gibt es mittlerweile Kampagnen, die Eltern dringend davon abraten, Fotos ihrer Kinder zu posten. Sie haben nun mal dieselben Bildrechte wie Erwachsene und müssen tatsächlich gefragt werden.

Ich gebe zu, auch ich habe das eher locker gehandhabt und ein Bild von uns auf Instagram gepostet. Kurz nachdem es online war, rief mich meine 15-jährige Tochter an und bat mich, das Foto zu löschen und meinen Account auf privat zu stellen. Kurze, heftige Scham, seitdem bin ich vorsichtiger und hinterfrage jeden Post. Selbstbestimmung geht eben vor Selbstdarstellung. 

Wenn Sie ebenfalls ein Thema haben, das Sie umtreibt – mailen Sie an: fragfrieda@myself.de.