Unterhalt

Mein Mann lässt sich von seiner Ex-Frau erpressen

In der Rolle der neuen Partnerin fällt es oft schwer, sich rauszuhalten. Vor allem, wenn die Ex-Frau des Partners finanzielle Forderungen stellt. Wie man seinen Mann dennoch unterstützen kann, ohne sich einzumischen – das weiß unsere Expertin.

Veröffentlicht am 20.05.2018
Frag Frieda.


Die Ex­-Frau meines Manns fordert teure Reisen und ein Auto für den Sohn. Mein Mann zahlt – aus Angst, seinen Sohn zu verlieren. Einmischen? 

Als neue Partnerin spielen Sie in der nachehelichen Inszenierung erst mal eine Statistenrolle. Es ist nicht Ihr Stück, das zu Ende gespielt wird, sondern das Ihres Partners und seiner Familie. Ja, es ist schwer auszuhalten, wenn sich der Mann emotional erpressen lässt. Rechtlich gesehen sind die Forderungen der Ex-Frau nur bedingt haltbar. Nachehelicher Unterhalt wird von Fall zu Fall entschieden. Bekommt die Ex-Frau Unterhalt, sind Reisen damit abgegolten, wenn der errechnete Bedarf entsprechend hoch ist.

Grundlage ist die Düsseldorfer Tabelle, an die man sich auch halte, sagt Isabel Nachreiner, Fachanwältin für Familienrecht. Dass Geschenke im Wert eines Autos darin nicht gelistet sind, weiß Ihr Mann sicher. Was ihm fehlt, ist das Vertrauen in die Beziehung zu seinem Sohn. Als Erwachsener bestimmt dieser selbst, zu wem er Kontakt hat – und nicht die Mutter. Je klarer die finanzielle Situation geregelt ist, desto unbeschwerter die Vater-und-Sohn-Treffen. Die Expertin empfiehlt, mithilfe eines Rechtsanwalts eine Scheidungsfolgenvereinbarung aufzusetzen, in der ein fairer Unterhalt festgesetzt wird. Und Sie? Können Ihren Mann unterstützen, indem Sie ihn daran erinnern, was ihn wirklich als guten Vater ausmacht. 

Wenn Sie ebenfalls ein Thema haben, das Sie umtreibt – mailen Sie an: fragfrieda@myself.de.