Die Geschichte des Cocktails

Wie konnte es nur so weit kommen?

Sie sind wieder in aller Munde: Cocktails. Vom Konter-Drink im 19. Jahrhundert über die klassische Hausbar in den Swinging Sixties bis hin zu ausgefallenen Kreationen wie den „Smoked Cocktails" im Jahr 2018 – eine kleine Chronologie.

Veröffentlicht am 24.01.2018
„Old Fashioned

19. Jhd.: Der Klassiker – Zuckersirup, Bogart's Bitter, Whiskey, Eis, Orangenzeste. Voilà: der Old Fashioned.


1803

Glas eins prickelt wie ein süßer Flirt. Glas zwei schmeckt wie Verknalltsein. Bei Nummer drei denkt man: GANZ! GROSSE! LIEBE! Mit dem vierten bahnt sich dann die verhängnisvolle Affäre an, vom Teufel höchstpersönlich eingeschenkt. Während man heute bei einem Kater nach Aspirin greift, kontert man 1803 in New York State mit Cocktails am Morgen. Bitters, mit Rum, Brandy oder Gin gemischt, Zucker und Eis dazu, vom Arzt empfohlen. Das sei „hervorragend für den Kopf“.

1862

Cock-Tail leitet sich weder vom Hahnenschwanz ab noch vom französischen coquetier (Eierbecher), in dem der Apotheker Antoine Peychaud aus New Orleans Getränke serviert haben soll. Irrsinnigerweise stammt der Name wohl aus der Pferdezucht: Hier stecken Händler den Tieren ein Stück Ingwer in den, pardon, Hintern, damit der Schweif dekorativ nach oben schnellt. Der Gastronom Jerry Thomas nimmt 1862 in seinem „Bartenders Guide“ ersten Klassikern wie dem Fizz, dem Blue Blazer, später auch dem Old Fashioned und dem Manhattan dann das lasterhafte Image und macht Drinks chic.

1950er bis 1980er

Die Hausbar gehört ins Wohnzimmer wie die Olive in den Martini. Dort kann man sich den Feierabend Don Draper-mäßig ins Glas laufen lassen, frei nach dem Motto: Happy Hour ist, was ihr draus macht! Wie viele Flaschen bei diversen „Hippy Hippy Shake“-Manövern zu Bruch gehen, die man sich 1988 bei Tom Cruise in „Cocktail“ abschaut, ist übrigens nicht bekannt.

Martini.

1953: James Bonds „Signature Drink“ wird aus Wodka, Kina Lillet und Gordon’s gemixt.


Heute

Allein der Gedanke an 50 000 verschiedene Cocktailrezepte verursacht schon Kopfweh. 200 davon sind internationale Klassiker, die versierte Barkeeper auswendig mixen. Statt neonblauem Swimming Pool-Gepansche ordern Genusstrinker den blumigen Monkey 47-Gin heute fachmännisch mit leichtem 1724 Tonic Water. Clean Drinking könnte man das nennen. Kater kriegt man trotzdem.

Smoked Cocktails.

Heute: Sehen cool aus und schmecken nach Lagerfeuer: „Smoked Cocktails“.