Die Geschichte des Geldes

Wie konnte es nur so weit kommen?

„Money makes the world go round" – egal ob mit Muscheln oder Bitcoins. Eine kleine Chronologie des Geldes.

Veröffentlicht am 10.05.2018
Bitcoins.

Krypto-was? Kryptowährung. So nennt man virtuelles Geld wie Bitcoins. Der Erfinder: ein Phantom.


2000 v. Chr.

Wer will schon Gold und Silber, wenn er Schnecken haben kann? Die Kaurischnecke zum Beispiel: handlich, stabil, fälschungssicher. Von den Malediven bis Ostafrika ist das Handeln mit ihr bequemer, als säckeweise Getreide oder Schafe hin- und herzukarren. Aber: Das Tauchen nach dem Meerestier frisst wertvolle Zeit. Lydier in Kleinasien fangen deshalb ab 700 v. Chr. an, Metallklumpen platt zu drücken und mit Symbolen zu kennzeichnen. Krösus (aha!) ist besonders stolz auf seine königliche Münzserie, und auch die Römer haben ein Lieblingsmotiv: Göttin Moneta (ach so!). 

900 n. Chr.

China macht Druck. Genauer: Gedrucktes Papiergeld soll den Handel „erleichtern“. Doch über die „fliegenden“ Scheine der Tang-Dynastie rümpft man im europäischen Mittelalter die Nase. Das Kloster Fulda zahlt ein Stück Land im Jahr 827 immer noch mit acht Schwertern, fünf Tüchern, vier Stück Vieh, einem Pferd und zwei Paar Ohrringen. Es dauert, bis gute Christen an Geld glauben wie an Gott. Später weiß dann niemand mehr so genau, was zuerst da war: Credo oder Credit? Schuld oder Schulden? Erlös oder Erlösung?

Maria Sibylla Merian.

1948: Anstelle von Clara Schumann sollte eigentlich Maria Sibylla Merian den 100-DM-Schein zieren.


1833

Die Goldreserven der Banken schwinden, Geldscheine müssen her, also erklärt die Bank of England sie zum gesetzlichen Zahlungsmittel. Bis heute steht auf englischen Pfundnoten der Satz: „I promise to pay the bearer on demand the sum of five pounds.“ Vertrauen ist Trumpf. Deshalb verteilen Ende des 19. Jahrhunderts Hotels sogenannte Kreditkarten an Stammgäste – in der Hoffnung, dass sie ihre Rechnung begleichen.

Ab 1950

KA-CHING! So klingt Wirtschaftsaufschwung. Mit der Kartenzahlung wird Geld wieder unsichtbar, Konten werden überzogen, Schuldenberge wachsen, und Bargeldtransaktionen machen in Deutschland nur noch 74 Prozent des Zahlungsverkehrs aus. Mit der Finanzkrise führt Satoshi Nakamoto (Mensch, Phantom oder Kollektiv?) 2008 die Kryptowährung Bitcoin ein – verschlüsselte Datensätze – mit der als Erstes Pizza und Alpaka-Socken gekauft werden. Ob sie sich hält? Egal. Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens bleiben unbezahlbar.