Die Geschichte der Katze

Wie konnte es nur so weit kommen?

Dieser Artikel wäre fast nie fertig geworden, denn: „Cat Content" macht süchtig. Von den heiligen Katzen im alten Ägypten bis hin zu zum Social-Media-Star „Grumpy Cat" – eine kleine Chronologie.

Veröffentlicht am 31.03.2018
Katze.

Wie konnte es nur so weit kommen, dass wir süchtig nach „Cat Content" sind? 


750 v. Chr.

Hunde haben Herrchen, Katzen haben: Personal. Schon immer. Mit gesundem Opportunismus ausgestattet, schließt sich die zierliche Falbkatze, Urahnin aller Hauskatzen, den Ackerbauern im alten Nubien an, um vor deren Getreidespeichern Nagern aufzulauern. Klassische Win-win-Situation. Bald hütet sie sogar die Kornbestände der Pharaonen am Nil und wird prompt zur Göttin erhoben. Kehrseite: Um ihr angemessen zu huldigen, werden Katzen erst millionenfach gezüchtet, dann getötet und als Mumien auf den Markt gebracht. Katzenjammerschade.

1000 v. Chr.

Geschäftstüchtige Phönizier wittern einen Trend und schmuggeln die Fellknäuel auf Schiffen nach Südeuropa. Dort ergeht es diesen weit besser als ihren großen Schwestern Löwe, Tiger und Panther bei den Gladiatorenkämpfen. Römische Kaufmänner verschenken die catta als schmusenden Seelentröster an ihre Frauen – aus dem exotischen Luxusgeschöpf wird ein begehrtes Haustier, das endlich das Frettchen ablöst (riecht nicht so streng).

13. Jahrhundert

Katzen haben Charakter und etwas Geheimnisvolles, was im Mittelalter allerdings nur so mittelgut ankommt. Weil sie weder Eier, Milch noch Wolle produzieren, dafür mit Todsünden wie Zorn, Hochmut, Wolllust, Völlerei und Trägheit in Verbindung gebracht werden, erklärt die Kirche die Katze zur Gehilfin Satans. Bis die Pest das halbe Christentum dahinrafft und die flinken Jäger als Rattenkiller rehabilitiert werden.

18. bis 21. Jahrhundert

Die Samtpfote wird zur Muse von Künstlern. Goethe wäre selbst gerne Katze, Hemingway verehrt Kater Snowball trotz der sechs Zehen, Lagerfelds Choupette reist mit zwei Nannys, Bodyguard und Privatjet, und Grumpy Cat schließt dank eigenem Manager Verträge mit Hollywood. Mit 71 Millionen YouTube-Treffern ist Cat Content das große Ding (und zeitweise sogar beliebter als Pornografie!). Hunde mögen vielleicht der beste Freund des Menschen sein. Katzen sind ihr Vorbild.

Karl Lagerfeld mit Choupette.

2011: Lagerfelds Choupette, geboren als Guimauve du Blues Daphnée, modelt nebenberuflich. 


Grumpy Cat.

2012: Dick im Geschäft! Grumpy Cat verdankt ihren Erfolg ihrem Manager – und dieser Geburtsfehler-Mimik.