Chemische Haarentfernung

Enthaarungscreme: Das sollte man wissen

Frau sitzt im Badezimmer und cremt ihre Beine ein.  | © iStock | Bogdan Kurylo
Enthaarungscremes enthalten alkalische Chemikalien, die das Keratin in den Haaren angreifen und sie so auflösen.
Foto: iStock | Bogdan Kurylo

Keine Lust auf schmerzhafte Haarentfernung wie Epilieren, Waxing oder Sugaring? Enthaarungscremes versprechen eine schmerzfreie, gründliche und schnelle Entfernung von lästiger Körperbehaarung, sind aber nicht für jeden geeignet. Das sollte man vor der Anwendung wissen.  

Wie funktioniert Enthaarungscreme?

Enthaarungscremes beinhalten bestimmte alkalische Chemikalien, die bei Kontakt mit der Körperbehaarung reagieren, das Keratin der Haare (die Proteinstruktur) angreifen und es schließlich auflösen. Die Hauptwirkstoffe sind Thioglykolsäure und Natriumhydroxid, auch bekannt als Natronlauge oder Ätznatron. Natriumhydroxid dient dazu, die Poren aufquellen zu lassen, damit anschließend die Thioglykolsäure voll zur Wirkung kommen kann. Sie dringt in die Keratinstruktur der Haare ein, löst bestehende Keratinbrücken auf, woraufhin das Haar schließlich zerfällt und mit einem Spatel abgetragen werden kann. Der Rest wird mit Wasser abge­waschen. 

Ist das nicht schädlich?

Die Haarentfernung mit der Creme ist zwar absolut schmerzfrei und einfach durchzuführen, doch die darin enthaltenden Chemikalien setzen der Haut mitunter ganz schön zu. Wer unter sehr sensibler Haut leidet, sollte besondere Vorsicht walten lassen und zu besonders milden Enthaarungscremes greifen, die zusätzlich pflegende Wirkstoffe wie beispielsweise Aloe Vera enthalten (z.B. Silk und Fresh für sensible Haut von Veet). Doch auch für alle anderen gilt: Vor der ersten Anwendung von Haarentfernungscreme sollte man einen Test an einer kleinen Hautstelle durchführen, bevor man sie auf größeren Hautpartien anwendet - zum Beispiel auf der Haut am inneren Handgelenk oder in der Armbeuge. Treten nach 24 Stunden keine Allergien, Reizungen oder Hautirritationen auf, kann man loslegen. Bei kleineren Hautverletzungen oder Irritationen ist es besser, ganz auf Enthaarungscreme zu verzichten.

Außerdem wichtig: Enthaarungscreme darf auf keinen Fall in Kontakt mit den Schleimhäuten kommen, es besteht das Risiko von Verätzungen. Zudem sollte man bedenken, dass die Inhaltsstoffe später ins Abwasser gelangen. Unter umweltschutztechnischen Aspekten betrachtet, ist Enthaarungscreme also nicht die beste Wahl.

Enthaarungscreme: Die richtige Anwendung

Die Anwendung von Enthaarungscreme ist denkbar einfach und benötigt nicht viel Zeit. In drei Schritten gelangt man zu glatter Haut:

  1. Enthaarungscreme auf die saubere, trockene Haut auftragen und einwirken lassen - haltet euch an die vorgegebene Einwirkzeit des Herstellers auf der Packungsbeilage, um Hautreizungen zu vermeiden!

  2. Nach der Einwirkzeit (in der Regel zwischen 3-10 Minuten) trägt man die Creme mit den aufgelösten Haaren mithilfe eines Spatels ab. Cremerückstände gründlich mit Wasser von der Haut entfernen.

  3. Zum Schutz der Haut sollte man nach der Enthaarung eine feuchtigkeitsspendende, alkohol- und parfumfreie Lotion auftragen.

Anwendungsbereiche

  • Beine/Arme

  • Brust/Rücken

  • Achseln

  • Gesicht

Vorsicht bei der Anwendung von Enthaarungscreme im Intimbereich und Gesicht 

Besonders geeignet ist Haarentfernungscreme für robuste Körperstellen wie Rücken, Beine, Bauch und eventuell auch die Achseln. Grundsätzlich ist es auch möglich, den Intimbereich mit Enthaarungscreme zu behandeln. Hier ist allerdings besondere Vorsicht geboten, denn die empfindlichen Schleimhäute dürfen auf keinen Fall in Kontakt mit Enthaarungscreme kommen. Und nicht jede Enthaarungscreme ist für den Intimbereich geeignet. Der Hinweis muss ausdrücklich auf der Herstellerinformation zu finden sein. Im Zweifel: Den Intimbereich lieber rasieren oder im Studio enthaaren lassen. Und auch bei der Enthaarung im Gesicht sollte man vorsichtig vorgehen und die Einwirkzeit keinesfalls überschreiten, da es dort besonders schnell zu Reizungen und Hautirritationen kommen kann. Auch hier ist es außerdem ratsam, spezielle Enthaarungscreme für das Gesicht zu benutzen. 

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Wie lange ist man nach der Anwendung haarfrei?

Da Enthaarungscreme die Haarwurzel und den unter der Haut liegenden Teil des Haares nicht beschädigt, wachsen erste Stoppeln recht schnell wieder nach. Das Ergebnis hält gering­fügig länger als nach einer Rasur. Bereits zwei bis drei Tagen nach der Behandlung sprießen wieder erste Härchen. Für ein dauerhaft glattes Ergebnis muss man die Creme regelmäßig anwenden. Länger anhaltende Ergebnisse versprechen dagegen Haarentfernungsmethoden wie Waxing, Sugaring oder Epilieren. Da hier auch die Haarwurzeln entfernt werden, wachsen die Haare nicht nur langsamer, sondern bei regelmäßiger Anwendung auch schwächer nach. 

Enthaarungscreme: Vor- und Nachteile der Haarentfernungsmethode 

Vorteile von Enthaarungscreme

  • Im Gegensatz zum Epilieren, Waxing oder Sugaring ist die Haarentfernung schmerzfrei.

  • Schnittverletzungen wie beim Rasieren sind ausgeschlossen.

  • Die Anwendung ist einfach und benötigt nicht viel Zeit.

  • Die Enthaarung ist vergleichsweise günstig. Cremes gibt es bereits ab zwei Euro im Handel.

Nachteile von Enthaarungscreme

  • Durch die enthaltenen Chemikalien kann es zu Hautirritationen oder allergischen Reaktionen kommen. Zudem nimmt der Körper die Stoffe auf. Wie sich das langfristig auf den Organismus auswirkt, ist nicht absehbar.

  • Der unangenehme Geruch ist ebenfalls auf die enthaltenen Chemikalien zurückzuführen und nicht jedermanns Sache. 

  • Die enthaltenen Chemikalien sind umweltschädlich. Thioglykolsäure schadet beispielsweise Wasserorganismen im Abwasser und in der Kläranlage. Und auch bestimmte Duftstoffe sind noch lange nachweisbar. Außerdem ist der Verbrauch der Cremes hoch, da der Effekt nicht lange anhält und häufig wiederholt werden muss.

  • Das Ergebnis hält nur gering­fügig länger als nach einer Rasur, effektiver sind Waxing, Sugaring oder Epilieren.

  • Nicht geeignet für Allergiker und Menschen mit besonders sensibler Haut.

Welche Enthaarungscreme ist die beste?

Welche Enthaarungscreme die beste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten und ist von den individuellen Bedürfnissen der Haut abhängig. Wer besonders sensible Haut hat, sollte zu sanften Cremes mit pflegenden Inhaltsstoffen wie Aloe Vera greifen. Wer die Creme im Gesicht oder Intimbereich anwenden möchte, sollte speziell darauf abgestimmte Produkte verwenden. Auch der Geruch ist von Produkt zu Produkt sehr unterschiedlich. Zu den beliebtesten Enthaarungscremes zählen u.a. die Produkte von Veet, Balea, Isana oder Pilca.

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