Ein einziger Jo-Jo-Effekt

Die Geschichte der Diät

Frau auf einer Waage mit Maßband | © iStock | vadimguzhva
Heute will jeder abnehmen - das war nicht immer so!
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Dick oder dünn: die Diät – ein einziger Jo-Jo-Effekt. Von der Völlerei im antiken Rom bis hin zu Size Zero in den Nullerjahren: Hier kommt die kleine Chronologie der Schlankheitskuren.

Diäten in der Antike bis Mittelalter 

Während die Griechen wie Athleten aussehen wollen und der Arzt rät, wenig zu essen, viel zu erbrechen, auf hartem Boden zu schlafen, Sport zu treiben und keinen Sex zu haben, veranstaltet man in Rom eine Fressorgie nach der anderen. Wer schlank ist, gilt hier als arm, krank und unfruchtbar. Schade, dass ab 380 n. Chr. der große Spielverderber Christentum das Sagen hat. Völlerei ist nun Todsünde. Bis ins Mittelalter ist der Dünne der bessere Gläubige. Wer trotzdem zunimmt, lässt sich im 11.  Jahrhundert in den heißen Sand Süditaliens eingraben, um die Kilos auszuschwitzen. Auch eine Art zu diäten!

Rubens Gemälde mit fülligen Frauen | © Getty Images | Fine Art
1635 – Runde Sache: Wer im Spiegel nur Dellen und Hüftgold sieht: Gratulation! Rubens hätte ein Kunstwerk daraus gemacht.
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Diäten in der Renaissance bis 19. Jahrhundert 

Todsünde? Whatever. Der Renaissance-Mensch besinnt sich auf seine römischen Vorfahren. Kurven sind wieder Statussymbol. Bis 1863 der erste Diätratgeber erscheint und zum Weltbestseller wird, damals noch unisex. Kaiserin Sisi macht das ­Hungern erst zum Frauentick. Ihr Wespentaillenumfang von 46 Zentimetern wird zum Schönheitsideal. Mittags isst sie nur zwei Orangen. ­Danach geht sie stundenlang reiten, fechten und zum Hantel­training ins Fitnesszimmer. Zwanghaft protokolliert sie ihr ­Gewicht. Klarer Fall von Magersucht, würde man heute sagen.

Diäten im 20. Jahrhundert 

Erleichterung: Das Korsett gerät aus der Mode. Also, das aus Draht und Stoff. An seine Stelle tritt leider ein geistiges, in Form von Radikalkuren wie William Hay’s Trennkost oder Kalorienzählen nach Dr. Lulu Peters. Dralle Kurven werden erst mit dem Wirtschaftsaufschwung der 1950er wieder chic, siehe Marilyn Monroe. Halbwertszeit des Drallheits-Revivals: ultrakurz. Wie die Röcke von Twiggy, die ab den 60ern den neuen Magerwahn auslöst.

Kate Moss früher mit Zigarette | © Getty Images | Rose Hartman
1990er – Weniger ist weniger: Dürr ist das neue dünn. Modeln wird mit Kate Moss ein Knochenjob.
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Diäten heute

Wer denkt, tiefer als Kate Moss’ Heroin-Chic der 90er kann das Schönheitsideal nicht sinken, erlebt in den Nullerjahren mit Size Zero ein Rekordtief. Und 2018? Is(s)t noch immer keiner wieder normal. Jaja, Body Positivity – der Diätmarkt macht trotzdem über zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr. ­Wöchentlich werden alte Diätmythen widerlegt und neue etabliert. Weight Watchers klingt längst retro, Clean Eating, ketogene Diät und Paleo aber auch schon ziemlich 2013. Das neueste Ding ist angeblich ­Intuitiv Essen. Einfach essen, worauf man Appetit hat. Genial.

Intuitiv essen und abnehmen

Beim intuitiven Essen sind Verbote verboten! | © iStock | romrodinka