Abnehmen wie Kate Middleton & Co.

Dukan Diät: So effektiv ist das Schlank-Programm wirklich

Frau in sportlichem Outfit hält ein Schneidebrett mit eiweißreichen Nahrungsmitteln wie gekochtem Ei, Kuhmilch, Käse, ein Lachssteak und rohes Fleisch | © iStock / Vasyl Dolmatov
Proteine pur landen bei der Dukan Diät auf dem Teller
Foto: iStock / Vasyl Dolmatov

Rank und schlank wie Herzogin Catherine im Designer-Hochzeitskleid – und das ganz ohne lästiges Kalorienzählen und Heißhungerattacken? Das zumindest verspricht die Dukan-Diät, auf die auch Duchess Catherine schwören soll. Doch ist das Abnehmprogramm nach dem Low-Carb-Prinzip wirklich so effektiv – und falls ja, wie wirkt es sich langfristig auf den Körper aus? 

Nach der royalen Hochzeit rätselten Frauen rund um den Globus, wie es die ohnehin zierliche Britin in wenigen Wochen zu dieser beneidenswert schlanken Silhouette schaffen konnte. Kurze Zeit später enthüllten britische Klatschmagazine Kates Figurgeheimnis: Laut Aussage eines Palast-Insiders verhalf der Braut die sogenannte Dukan-Diät zum Wedding-Wunschgewicht. 

Was ist die Dukan-Diät?

Die Dukan-Diät basiert auf dem Konzept ihres Begründers, dem französischen Ernährungsmediziner Dr. Pierre Dukan. Das Hauptmerkmal der Ernährung nach dem Dukan-Prinzip ist ein hoher Eiweißanteil. Auf Kohlenhydrate und Fette wird dagegen weitestgehend verzichtet. Dukans Konzept zählt damit zu den Low Carb- oder Eiweiß-Diäten und wird häufig mit der (bei Promis ebenfalls sehr beliebten) Atkins-Diät verglichen.

Sein Diätkonzept machte Pierre Dukan schnell international bekannt, sein erstes Buch mit dem Titel „Je ne sais pas maigrir“ (dt: „Ich weiß nicht, wie ich abnehmen kann“) wurde seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2000 über elf Millionen Mal verkauft, in 14 Sprachen übersetzt und in 32 Ländern publiziert. Dukan wirbt für seine Ernährungsphilosophie mit der Aussage, dass er angeblich Millionen Französinnen zur Traumfigur verholfen habe. Darüber hinaus sollen auch Hollywoodstars wie Jennifer Lopez oder Penelope Cruz überzeugte Anhängerinnen der Diät sein.

Porträtbild von Pierre Dukan, Erfinder der Dukan-Diät und französischer Ernährungsmediziner  | © Getty Images / Anadolu Agency/Kontributor
Mit seinen Ernährungsratgebern verspricht Mediziner Pierre Dukan, das „Schlankheitsgeheimnis der Franzosen“ zu lüften.
Foto: Getty Images / Anadolu Agency/Kontributor

Die vier Phasen der Dukan-Diät

Als wesentliches Merkmal der Diät nach Pierre Dukan müssen „Dukanianer“ (so nennen sich die Anhängerinnen und Anhänger der Abnehmphilosophie) vier Phasen durchlaufen – und daneben täglich zwei Liter Wasser trinken sowie zwanzig Minuten Bewegung in ihren Tagesablauf integrieren. Wer das durchhält, dem verspricht Dukan, dass die Kilos ganz ohne Hungern, Kalorienzählen oder den Verlust von Muskelmasse purzeln. Darüber hinaus ist die Diät eine vielversprechende Alternative für leidenschaftliche Fleischesser, die befürchten, nur noch Obst, Gemüse und Tofu essen zu dürfen, um abzunehmen. Im Rahmen von Dukans Ernährungsprinzip dürfen Fleisch und Fisch nämlich uneingeschränkt geschlemmt werden. 

Trinkflaschen aus Glas

Trinkflasche von Doli | © PR

Phase 1: Die Angriffsphase

In der Einstiegsphase der Dukan-Diät, die im Programm als „Angriffsphase“ bezeichnet wird, sollen Abnehmwillige ihr Wunschgewicht definieren und – wie der Name schon sagt – überflüssige Kilos durch eine drastische Ernährungsumstellung „angreifen“: Die strikte Ausrichtung aller Mahlzeiten auf eine Liste von 72 „erlaubten“ Lebensmitteln, die in Form von Proteinen auf den Teller kommen, soll den Gewichtsverlust optimieren, wobei die Muskelmasse vollständig erhalten bleiben und der Körper notwendige Energie aus seinen Fettreserven ziehen soll. Dukan begründet das mit der These, dass der Organismus für die Verarbeitung von Eiweiß länger braucht als bei Kohlenhydraten. Somit ist die Verdauung länger „beschäftigt“ und das Hungergefühl bleibt aus. Zudem verbrennt der Verdauungsprozess selbst Kalorien. Kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Brot, Reis oder Nudeln sind in der Angriffsphase gänzlich verboten – und auch Gemüse oder Obst werden vorerst komplett vom Speiseplan gestrichen. Genussmittel wie Alkohol, Softdrinks oder Kaffee sind laut Dukans Ernährungsplan ebenfalls tabu.

Dauer: eine Woche

Phase 2: Die Stärkungsphase

Die zweite Phase der Dukan-Diät soll zu dem Idealgewicht verhelfen, das vor Beginn der Diät errechnet wird. Die Liste der proteinreichen Nahrungsmittel gilt nach wie vor, wird jedoch um 28 zuckerarme Gemüse- und Obstsorten ergänzt. Kohlenhydrate bleiben weiterhin verboten. In Phase 2 wechseln sich zudem Tage, an denen Gemüse und Obst erlaubt ist, regelmäßig mit reinen „Proteintagen“ ab.

Dauer: 100 Tage bzw. bis das Wunschgewicht erreicht ist

Phase 3: Die Stabilisationsphase

Stärkehaltige Lebensmittel sind in Maßen erlaubt, genauer genommen Vollkornprodukte, Obst und Käse sowie einzelne „Schlemmermahlzeiten“. Der „Proteindonnerstag“, an dem weiterhin ausschließlich eiweißreiche Lebensmittel auf den Tisch kommen, wird auch in der dritten Phase des Ernährungsprogramms beibehalten. Diese Vorgehensweise soll das erreichte Gewicht festigen und einen „Rückfall“ in alte Ernährungsgewohnheiten sowie den gefürchteten Jo-Jo-Effekt nach der Diät verhindern.

Dauer: zehn Tage pro verlorenes Kilogramm Körpergewicht, im Schnitt rund 150 Tage

Phase 4: Die Erhaltungsphase

Natürlich bleibt jedem selbst überlassen, ob er oder sie Dukans Diät-Konzept nutzt, um das Wunschgewicht dauerhaft zu halten oder nur phasenweise aufgreift, um schnelle Erfolge beim Abnehmen zu erreichen. Prinzipiell ist die Dukan-Diät jedoch für eine dauerhafte Umsetzung konzipiert. Sind die ersten drei Diätphasen abgeschlossen, geht es um eine dauerhafte Stabilisierung des neuen Gewichts. In der letzten Phase werden drei Esslöffel Haferkleie fest in den täglichen Speiseplan integriert. Die gemahlenen Haferkerne sind bekannt für ihre sättigende Wirkung, quellen im Magen auf ein Mehrfaches ihres Volumens auf und unterstützen den Verdauungsprozess. Neben der täglichen 20-minütigen Sporteinheit gehört auch der „Proteindonnerstag“ in Phase 4 weiterhin zum Standardprogramm und soll –sozusagen wie ein „Wachhund“ – dafür sorgen, die persönlichen Diätziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Dauer: dauerhaft

Wissenschaftliche Einschätzung: Wie sinnvoll ist die Dukan-Diät – und welche Risiken birgt sie?

Eiweißreiche und kohlenhydratarme Diäten erlebten Anfang der 2000er-Jahre einen regelrechten Boom – als Low Carb-Diäten oder in abgewandelter Form wie bei der „Atkins-Diät“. Neue Bezeichnung, altes Prinzip: Abnehm-Konzepte, die auf der Reduzierung von Kohlenhydraten basieren, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und werden inzwischen als vermeintlich innovative „Low Carb, High Fat“-Diäten angepriesen. Die Grundidee, Regeln und Wirkungsweisen ähneln jedoch den bekannten Abnehmprinzipien aus früheren Jahrzehnten. Ob die Dukan-Diät eine sinnvolle Methode zur Gewichtsabnahme darstellt, hängt ganz individuell vom gesundheitlichen Zustand ab – und nicht zuletzt von der geplanten Dauer der Diät, da bei langfristiger Durchführung einige nicht zu unterschätzende Risiken für den Körper drohen:

Das bewirkt die erhöhte Proteinzufuhr im Körper

Ernährungsmediziner betrachten Eiweiß-Diätmethoden mit berechtigter Skepsis, da sie darauf beruhen, dass die empfohlene Tagesmenge an Protein bewusst um ein Vielfaches überschritten wird: Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Erwachsene pro Kilo Körpergewicht täglich rund 0,8 Gramm Eiweiß zu sich nehmen – ein Wert, der in allen Phasen der Dukan-Diät nicht eingehalten wird. Zwar lässt sich durch eiweißreiche Kost – und wie von Dukan angepriesen – tatsächlich ein Gewichtsverlust erzielen, ohne dass Muskelmasse abgebaut wird. Doch vor allem für ältere Menschen oder Patienten mit gesundheitlichen Vorbelastungen birgt die Diätmethode Risiken: Die Dukan-Diät steht in Verdacht, Nieren- und Leberschäden zu verursachen, wie eine Studie der Universität Granada belegt.

Neben dem erhöhten Risiko einer Osteoporose-Erkrankung, kann das eiweißbasierte Ernährungsprinzip darüber hinaus bei Frauen die Gefahr steigern, an Brustkrebs zu erkranken – letzteres aufgrund des durch den Proteinüberschuss im Körper verursachten Kalziummangels. Die erhöhte Aufnahme tierischer Proteine belastet darüber hinaus den Cholesterinspiegel und begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daneben ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Diät, bei der dem Organismus zu viel Eiweiß tierischen Ursprungs zugeführt wird, langfristig Entzündungen fördert und das Krebsrisiko erhöht. Unter anderem Menschen, die an Gicht erkrankt sind, sollten von Abnehmprogrammen wie der Dukan-Diät deshalb die Finger lassen: Das Ernährungsprinzip „Low Carb High Fat“ löst eine erhöhte Harnsäurebildung aus, die wiederum nicht nur die Bildung von Nierensteinen fördert, sondern auch schwere Gichtanfälle hervorrufen kann. 

Nebenwirkungen der Dukan-Diät

Auch die „harmloseren“ Folgen der Dukan-Diät sind nicht zu unterschätzen: Mediziner kritisieren vor allem den strikten Verzicht auf Obst und Gemüse in der ersten Phase des Ernährungsprogramms, der einen Ballaststoff- und Vitaminmangel auslösen kann.

Durch vollständig gestrichene oder kaum vorhandene Kohlenhydrate auf dem Speiseplan fehlt dem Körper außerdem die notwendige Energie, um normal funktionieren zu können.

Mögliche Nebenwirkungen der eiweißlastigen Kost:

  • Mundgeruch

  • Mundtrockenheit

  • Kopfschmerzen

  • Schwäche und Erschöpfung

  • Schlaflosigkeit und Übelkeit

Ein weiterer Kritikpunkt: „Erlaubte“ Lebensmittel wie Milchprodukte oder Süßwaren sollen nach dem Credo von Dr. Pierre Dukan nur als Light-Produkte verzehrt werden. Genau diese kalorienreduzierten Lebensmittel sind seit einigen Jahren äußerst umstritten, da sie meist mit chemischen Zusatzstoffen angereichert sind. Die strikte Ernährung nach der Dukan-Philosophie ist zudem einseitig und restriktiv – keine gesunde Basis also für eine dauerhafte Nahrungsumstellung.

Wer mit Hilfe einer Low Carb-Diät abnehmen oder das Wunschgewicht halten will und dafür das Dukan-Konzept in Betracht zieht, sollte sich auch bewusst machen, dass eine stark eiweißbasierte Kost stark von den Essensgewohnheiten in Westeuropa abweicht. Das macht es umso schwieriger, diesen Ernährungsstil konsequent durchzuhalten – „Rückfälle“ in alte Essensmuster und der ungeliebte Jo-Jo-Effekt lassen deshalb nicht lange auf sich warten.

Aufgrund der Gesundheitsrisiken, die eine Ernährungsumstellung auf die Dukan-Diät birgt, ist es ratsam, vorab einen Arzt zu konsultieren – vor allem, wenn Vorerkrankungen bestehen. Eine dauerhaft einseitige Ernährung nach Dukans Prinzip ist nicht empfehlenswert – wer jedoch möglichst effektiv und in kurzer Zeit einige Kilos abnehmen will, kann seine Ziele damit durchaus erreichen. 

Pierre Dukan und der Skandal um „Mediator“

Obwohl die Dukan-Diät mit Jennifer Lopez, Herzogin Catherine und Co. prominente Anhängerinnen hat – oder vielleicht gerade deshalb – gehört sie zu den umstrittensten Diäten auf dem (Abnehm-)Markt. Dies liegt nicht zuletzt an einem Skandal, in den der Begründer Pierre Dukan verwickelt war: Der Ernährungsmediziner verordnete seinen Patienten das Medikament „Mediator“ – ein Amphetamin, das eigentlich als Diabetesmittel eingesetzt, von Dukan aber als Appetitzügler verschrieben wurde. 2009 wurde in Frankreich bekannt, dass rund 500 Todesfälle in Zusammenhang mit „Benfluorek“, dem im Medikament enthaltenen Wirkstoff stehen. Brisant an Dukans Vorgehensweise ist, dass er keine Nachsorgeuntersuchungen bei seinen Patienten vornahm – und eventuelle Nebenwirkungen deshalb nicht feststellen konnte. Publik wurde der Skandal durch eine ehemalige Patientin des Ernährungsexperten, die in Frankreich als „Marie-Claude“ bekannt wurde: Nach einem Besuch in Dukans Praxis in den 70er-Jahren und der Verschreibung von „Mediator“ litt die Französin einige Jahre später an schwerwiegenden Herzproblemen – die von ihren behandelnden Ärzten als mögliche Folge der Einnahme von „Mediator“ diagnostiziert wurden. In Frankreich wurde das bedenkliche Medikament im Zuge des Skandals verboten und Dukan selbst für acht Tage die Zulassung als Arzt entzogen. Auch die französische Medizinervereinigung erhob schwere Vorwürfe gegen Dukan, der ihrer Ansicht nach unethisch und gegen den medizinischen Kodex handelte – nicht zuletzt, weil er seinen Titel als Arzt zu werblichen Zwecken für sein Diät-Imperium nutzte und zugab, dass sein Diätprogramm zwar nicht ungefährlich für die Gesundheit der Patienten, jedoch „besser als Übergewicht“ sei. Nachdem der „Mediator“-Skandal an die Öffentlichkeit gelangte, hängte Dukan seinen Beruf als Arzt 2012 freiwillig an den Nagel, bietet seine Abnehmratschläge auf seiner Website aber nach wie vor an – und vertreibt im dazugehörigen Onlineshop Nahrungsergänzungsmittel und Co.

Dukan-Diät: Was kann man aus dem Konzept mitnehmen, um gesund abzunehmen?

Trotz aller Kritikpunkte: Nicht alle Prinzipien der Dukan-Diät sind negativ zu bewerten. Im Gegenteil: Um Gewicht zu reduzieren, ist etwa Dukans Ratschlag, täglich mindestens 20 Minuten Sport zu treiben, sehr effektiv. Auch die zwei Liter Wasser, die „Dunkianer“ jeden Tag trinken sollen, sind ein cleverer Abnehmtipp. Ausreichend Wasser unterstützt nicht nur den Gewichtsverlust, sondern auch die Gehirnleistung und sorgt nebenbei für gesunde, pralle Haut. Und was ist mit den Proteinen, die Dr. Pierre Dukan als so wirksam anpreist? Auch von diesem Diätprinzip kann man sich für den eigenen Ernährungsalltag inspirieren lassen: Proteine sind für einen schlanken und vor allem gesunden Körper genauso wichtig wie Vitamine oder Ballaststoffe. Und: Für Vegetarier und Veganer gibt es mit Soja-, Reis-, Mandel- und Hafermilch sowie Tofu, Tempeh, Seitan und Co. gute pflanzliche Alternativen zu Steak, Lachsfilet oder Ei.

Wer sich also einmal an die Dukan Diät wagen möchte, findet hier drei leckere, eiweißbetonte Gerichte für Frühstück, Lunch und Abendessen: Dukan Diät Rezepte