Alles über Lagree-Fitness 

Fitness mit dem Megaformer: Der neue Hype aus Hollywood

 Junge Frauen in Stützposition bei Workout in einem Fitnesskurs | © Getty Images
Fitness mit dem Megaformer: Was bringt der Hollywood-Trend wirklich?
Foto: Getty Images

Meghan Markle, Jennifer Aniston und sogar Michelle Obama schwören auf ihn: den Megaformer. Das innovative Gerät des Fitness-Gurus Sebastien Lagree soll den Körper innerhalb kürzester Zeit definieren – mit Übungen, die an Pilates erinnern. Und das ganz ohne Bodybuilder-Effekt. Doch wie genau funktioniert Lagree-Fitness? Und was macht das Training mit dem Megaformer so effektiv? Die Myself-Redaktion hat nachgeforscht. 

Dachtet ihr auch, dass man sich für einen Body à la Meghan Markle jeden Tag vom Personal Trainer quälen lassen muss? Stimmt nicht: Schon zwei Einheiten mit Hollywoods neuer Zauber-Maschine „Megaformer“ reichen aus, um straffer auszusehen. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein – und nach einer perfekten Trainingsmethode. Schließlich bleibt im hektischen Alltag oft keine Zeit dafür, ernsthaft an der Bikinifigur zu feilen. Und überhaupt hätten wir gern mal etwas Neues abseits der Standard-Workouts wie Jogging und Krafttraining im Fitnessstudio. Das ging dem Wahlamerikaner Sebastien Lagree genauso – und motivierte ihn, sein persönliches Patentrezept für Bauch, Beine, Po und Co. zu entwickeln: Lagree-Fitness. Mit Erfolg, heute wird Lagrees Konzept in über 300 Studios weltweit unterrichtet – inzwischen auch bei uns in Deutschland. Zeit also, sich das neue Workout genauer anzusehen.

Lagree-Fitness: Die Idee hinter dem Trend

Eigentlich wollte der Erfinder von Lagree-Fitness, Sebastien Lagree, in Hollywood als Schauspieler groß rauskommen. Nur weil das nicht richtig klappte und er seine Rechnungen irgendwie bezahlen musste, sattelte der gebürtige Franzose um und wurde Fitnesstrainer. Allerdings langweilte er sich bei den Standard-Workouts schnell und begann daher, Pilates mit Kraftaufbau und Ausdauer zu kombinieren. So entstand die Idee zu seinem eigenen Trainingskonzept, die ihn – wie er selbst es ausdrückt – über Nacht zu „einer echten Sensation“ machte. 2001 eröffnete Lagree sein erstes eigenes Studio in Los Angeles. Dort begann der Ex-Bodybuilder, der in seiner Jugend bis zu 40 Stunden pro Woche Gewichte gestemmt hatte, mit dem sogenannten „Pilates Reformer“ zu experimentieren, einem Standard-Trainingsgerät, das er ebenfalls schnell öde fand. Das Ergebnis seiner Suche nach einem innovativen Tool für sein Fitnesskonzept kennen wir: den Megaformer. 2003 brachte der Sportexperte den ersten Prototyp auf den Markt. Bis er jedoch ein erfolgreiches Business aus seiner Idee machen konnte, vergingen noch einmal rund zehn Jahre. Doch das Warten hat sich gelohnt. Heute ist halb L.A. Fan von Lagrees Workout. Nur: warum eigentlich?

Was ist ein Megaformer?

Was den Sport-Trend aus Hollywood so besonders macht Wenn man es schafft, Stars wie Meghan Markle für ein Training zu begeistern, dann muss es schon etwas können. Das Wichtigste zum Workout in Kürze: Die Lagree-FitnessMethode ist ein seit 2016 patentiertes, neuartiges Ganzkörper-Training, das auf dem sogenannten High Intensity Interval Training (HITT) – also intensivem Training mit Pausen – auf der beweglichen Megaformer-Plattform basiert. Die Plattform, die ein bisschen an eine mittelalterliche Streckbank erinnert, besteht genau genommen aus drei Einzelplattformen: zwei festen und einer beweglichen, die durch Federn miteinander verbunden sind. An den Seiten hat das Gerät Griffe zum Festhalten sowie Haken zur Gewichtsverstellung. 

Auf dem Megaformer macht man Übungen, wie man sie vom Pilates kennt, zum Beispiel Squats (Kniebeugen), Lunges (Ausfallschritte), Crunches (Bauchpressen) und Push-ups (Liegestütze). 60 Sekunden dauern die Trainingseinheiten, dann folgt eine Minipause und die nächste Runde startet. Der wichtigste Unterschied zu 08/15-Workouts: Durch die Arbeit gegen den Zug der Metallfedern werden die Muskeln in gestreckter Form beansprucht. Das soll für eine schlanke, straffe Figur sorgen – und nicht für überdefinierte Muckis wie bei Madonna. Außerdem muss man beim Training darauf achten, die Übungen schön langsam auszuführen, was extrem anstrengend ist. Zum Glück gibt die Musik im Lagree-Studio den richtigen Takt in „Slow Motion“ vor. Technisch ist der Megaformer so konzipiert, dass fast alle Muskeln des Körpers mitarbeiten müssen – und zwar bei jeder einzelnen Übung. Nebenbei wird der Gleichgewichtssinn geschult, die Beweglichkeit gefördert und außerdem bis zu 800 Kalorien verbrannt. Ach ja, und angeblich soll durch Lagree-Fitness sogar die mentale Stärke wachsen. Kein Wunder: Wer sich durch dieses harte Sportprogramm gekämpft hat, den wirft so schnell nichts mehr aus der Bahn!

Einen Einblick ins Training mit dem Megaformer, gibt’s hier:

Der Megaformer: Das beliebte Sportgerät der Stars 

Dass der Megaformer so viele prominente Fans hat, ist kein Wunder. Denn die Methode ist perfekt für alle, die nicht viel Zeit haben, aber schnell Ergebnisse sehen wollen. Und das klappt mit Lagree-Fitness super, wie Meghan Markle der „Women’s Health UK“ bestätigte: „An diesem Training bleibt man aus mehreren Gründen dran: Erstens fühlt sich der Körper schon nach dem ersten Workout besser an. Zweitens: Nach zwei Einheiten sieht man bereits Ergebnisse! Und: Die Leute im Kurs sind cool, locker, motivierend.“ Kim Kardashian soll sich nach ihrer letzten Schwangerschaft mit dem Megaformer buchstäblich wieder in Megaform gebracht haben. Und auch die Schauspielerinnen Jennifer Aniston („Wir sind die Millers“), Courtney Cox („Friends“) und Sofia Vegara („Modern Family“), die Models Alessandra Ambrosio und Karlie Kloss, Popstar Rihanna sowie Michelle Obama, die Ex-First Lady der USA, sollen ihre Bodys regelmäßig mit dem Fitnessgerät und Lagrees Training stählen. Grund genug, den Megaformer selbst einmal auszuprobieren.

Doch worauf sollte man als Einsteiger achten? Grundsätzlich ist die Lagree-Methode für alle Fitness-Level geeignet, da sich der Schwierigkeitsgrad an der Megaformer-Maschine individuell einstellen lässt. Auch Sportmuffel können also von heute auf morgen loslegen. Eine Sache sollte man sich jedoch vorab klarmachen: Lagree-Fitness bedeutet zwar brennende Muskeln und viel Schweiß, jedoch wenig Action. Das Geheimnis der Methode liegt in der Langsamkeit. Wer also sonst am liebsten Zumba oder Aerobic macht, könnte vom Megaformer vielleicht enttäuscht sein. Und wie bereits erwähnt bekommt man durch Lagree-Fitness auch keinen XXL-Bizeps. Denn das Konzept ist darauf ausgelegt, die Muskeln zu strecken. Will man wie Madonna aussehen, sollte man lieber auf klassisches Krafttraining setzen. Für alle anderen gilt: Happy megaforming! 

Wo kann man in Deutschland mit dem Megaformer trainieren? 

Einen Nachteil hat die Sache jedoch: Bislang bieten in Deutschland nur zwei Studios Lagree-Fitness an. Das „Lagree Studio“ in München und das Hamburger Studio „BodyMethod“. Und dann ist da noch der Preis des Lagree-Trainings, der es ganz schön in sich hat. Ab 28,50 Euro kostet ein rund 50-minütiges Training in einer Kleingruppe.

 

Hier alle Infos im Überblick:

Lagree Studio, München

10er Karte: 290 Euro, Einzelstunde: 35 Euro, Probestunde: 17 Euro

Studio BodyMethod, Hamburg

10er Karte: 285 Euro, Einzelstunde: 35 Euro, Neukunden-Angebot: 30 Euro (2er-Karte)

Aber Lagree-Fitness ist eben auch mega-effektiv – und spart so genau das, was sich viele im hektischen Alltag zwischen Job, Liebe und Dinner im neuen Poke-BowlRestaurant am dringendsten brauchen: Zeit. Doch was tun, wenn man leider nicht in München oder Hamburg lebt? Wir verraten, wie man die wichtigsten Megaformer-Übungen zu Hause nachmachen kann. 

Megaformer-Übungen für zu Hause

Klar, eine Hightech-Maschine, in der viele Jahre Entwicklungsarbeit stecken, lässt sich nur schwer simulieren. Wenn Sie wissen wie, können Sie aber auch ohne Megaformer zumindest ähnliche Trainingseffekte erzielen. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein Pappteller oder ein Handtuch und einen mehr oder weniger rutschigen Untergrund (also keinen Teppichboden!). Hier kommen die drei effektivsten Megaformer-Übungen in leicht abgewandelter Form.

1. „Reverse Lunge“

Mit einem leichten Ausfallschritt beginnen und dabei das linke Knie beugen. Den rechten Fuß auf einem Pappteller oder Handtuch platzieren. Mit dem rechten Fuß nun langsam nach weiter hinten gleiten und dabei tiefer in die Hüfte sinken, während der fordere Fuß stabil bleibt. Dann den rechten Fuß langsam zum linken ziehen und dabei das linke Bein strecken. Anschließend die Übung auf der anderen Seite wiederholen. 

2. „Knee Tuck“

Auf einer Yoga- oder Gymnastikmatte in die Plank-Position gehen und die beiden Füße wieder auf einem Pappteller oder Handtuch platzieren. Dann die Knie langsam Richtung Ellbogen ziehen (die Füße gleiten auf dem Pappteller über den Boden), bis Sie genau unterhalb der Hüften sind und dann wieder langsam die Beine strecken. Einige Sekunden warten, dann in die nächste Runde.

 3. „Giant Plank to Pike“

Diese Übung ist eine Steigerung des „Knee Tucks“. Dafür auf der Yogamatte wieder in die Plank-Position gehen und die Füße auf dem Pappteller oder Handtuch platzieren. Füße dieses Mal in Richtung der Hände ziehen, ohne dabei die Knie zu beugen und Hüften so weit wie möglich nach oben heben, bis man wie ein Klappmesser zusammengefaltet ist. Dann langsam mit den Füßen wieder zurück in die Plank-Position gleiten. Einige Sekunden warten, dann mit der nächsten Runde beginnen.