Die Angst fliegt mit

Flugangst: 10 Tipps gegen Aviophobie

Frau steht vor einem Flugzeug.  | © iStock | den-belitsky
Die Flugangst lässt sich mit diesen Tricks überwinden oder zumindest erträglicher machen!
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Während viele Menschen ganz entspannt in den Urlaub fliegen, bereitet anderen schon der Gedanke an das Fliegen ein flaues Gefühl im Magen. Wer diese zehn Tipps gegen Flugangst beachtet, kann seine Angst vorm Fliegen besiegen oder zumindest erträglicher machen!

Obwohl das Flugzeug als das sicherste Transportmittel gilt, haben viele Reisende einen ständigen Begleiter: 40 Prozent der Deutschen leiden – mehr oder weniger intensiv – unter Flugangst.  

Interessante Fakten, um die Flugangst zu überwinden  

Ein Blick auf die Statistik zeigt ganz klar: Das Flugzeug ist das sicherste Transportmittel! Tatsächlich verunglücken beim Fliegen deutlich weniger Menschen als bei der Fahrt mit der Bahn, Bus oder Auto. Letzteres gilt übrigens mit Abstand als das gefährlichste Transportmittel. Die statistische Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, lag im Jahr 2017 bei rund 1 zu 92.750.000, in den 70er Jahren lag der Durchschnitt noch bei 1 zu 264.000. Fliegen ist also 350 Mal sicherer geworden als früher.  

Warum hat man Flugangst? 

Schweißausbrüche, Herzrasen, Schwindel und Übelkeit – das sind die ersten körperlichen Symptome von Flugangst. In besonders ausgeprägten Formen kann sie bereits Tage vor dem Abflug beginnen – das äußert sich oft in Albträumen oder Schlaflosigkeit. Bei vielen führt diese panische Angst dazu, dass sie keinen Fuß mehr in ein Flugzeug setzen wollen. Laut einer Urlaubspiraten-Studie, die mit über 5.600 Teilnehmern aus Deutschland durchgeführt wurde, leiden knapp 30 Prozent der Befragten nur unter bestimmten Umständen an Flugangst. Die meisten Menschen, die an Aviophobie leiden, haben Angst vor der fehlenden Kontrolle über die Situation. Das Gefühl sein eigenes Leben in die Hände eines wildfremden Menschen zu legen, ruft bei ihnen große Angst hervor.  

Die Angst vor einem Flugzeugunglück und Geräusche, die als seltsam und verdächtig wahrgenommen werden sind zwei weitere Gründe für Flugangst. Turbulenzen, eine Zwischenlandung oder Verzögerungen des Landeanfluges, die man selbst erlebt hat oder aber auch negative Erfahrungen von anderen können ebenfalls Grund für eine Aviophobie sein.

Die Lieblingshotels der Redaktion

Die Lieblingshotels der Redaktion | © iStock | Oleh_Slobodeniuk

Tipps gegen Flugangst  

1. Stress vermeiden 

Am Tag des Abfluges möglichst viel Stress vermeiden, denn für Menschen mit Flugangst ist ein Flug nervenaufreibend genug. Besonders stressfrei wird der Tag des Abflugs, wenn man den Online Check-in und den Transfer zum Flughafen am Vortag erledigt und organisiert – und wichtig: den Koffer ebenfalls am Vortag packen! 

2. Den richtigen Sitzplatz wählen 

Wer Flugangst hat, leidet auch häufig an Klaustrophobie (Platzangst). Am besten ist es daher, einen Platz am Gang zu buchen, da man sich dadurch weniger eingeengt fühlt. Zudem vermeidet man den schwindelerregenden Blick aus dem Fenster. Wer am Fenster sitzt und nicht ständig in die endlose Tiefe starren möchte, kann die Fensterblende einfach runterziehen.  

3. Nicht mit leerem Magen fliegen 

Vor dem Flug sollte man unbedingt eine Kleinigkeit essen, auch wenn einem der Hunger beim Gedanken an den bevorstehenden Flug eher vergeht. Lieber etwas leichtes essen, was nicht zu schwer im Magen liegt. Wer nichts runterbekommt, kann auch einen Schokoriegel oder Obst essen, damit der Blutzucker stabil bleibt. Vor und auch während des Fluges sollte man auch genug trinken, das hilft einen klaren Kopf zu bewahren.

Wichtig: Unbedingt auf Kaffee, Alkohol oder Energy Drinks verzichten, da der Adrenalinspiegel zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon hoch ist und nicht zusätzlich gepusht werden sollte! Beruhigende Tees hingegen sind eine echte Wohltat für die Nerven. 

4. Über die Flugangst sprechen 

Auch wenn es vielen unangenehm ist und sogar jeder Zweite versucht seine Flugangst vor anderen zu verheimlichen: Wer die Flugbegleiter und den Sitznachbarn über seine Flugangst informiert, fühlt sich nicht alleine und der zusätzliche Stress, die Angst vor anderen zu verbergen, fällt weg. Eingeweihte Personen können einen vielleicht sogar ablenken und beruhigen – und wer weiß, vielleicht hat der Sitznachbar auch Flugangst? 

5. Die richtige Kleidung wählen 

Lockere und bequeme Kleidung anziehen, denn eine enge Hose oder ähnliches führt automatisch zu Verspannungen. Lieber eine gemütliche Jogginghose wählen und darüber ein paar weite Oberteile im Zwiebellook anziehen. So können die Lagen bei Schweißausbrüchen oder Fröstelattacken schnell wieder an- oder auch ausgezogen werden. Wer nicht den ganzen Tag so rumlaufen möchte, kann sich auch schnell auf der Toilette am Flughafen umziehen.  

6. Entspannungsübungen 

Atemübungen helfen, um zur Ruhe zu kommen und kann vor Panikattacken schützen. So geht's: Schultern bis zu den Ohren ziehen und in dieser Stellung zehn Sekunden lang einatmen. Beim Ausatmen die Schultern wieder entspannen. Nach etwa fünf Wiederholungen sollte sich der Puls wieder beruhigt haben.

Auch die richtige Sitzhaltung kann erste Abhilfe schaffen: Aufrecht sitzen und beide Beine fest auf den Boden stellen.   

7. Anschnallen nicht vergessen! 

Vor Turbulenzen braucht man keine Angst haben, außer man ist nicht angeschnallt. Bei sogenannten Luftlöchern, die in der Höhe von 7.000 bis 12.000 Metern auftreten können, kann es durch das plötzliche Absacken des Flugzeuges gefährlich werden. Wer sich nicht an die Sicherheitsanweisungen hält und nicht angeschnallt ist, kann sich durch die Wucht des Aufpralls an die Flugzeugdecke oder in den Sitz schwere Verletzungen zuziehen. Übrigens: Wer Angst vor Turbulenzen hat, sollte sich einen Sitzplatz über den Tragflächen aussuchen, da es dort am wenigsten wackelt.  

8. Positive Ablenkung 

Das Fliegen zu einem positiven Erlebnis machen: ob ein spannendes Buch, ein beruhigendes Hörspiel, die Lieblingsmusik oder das On-Board-Entertainment – positive Ablenkung kann bei Flugangst wahre Wunder bewirken. Übrigens gibt es auch zahlreiche Apps, die Meditationshilfe anbieten. Am besten die App schon vor dem Flug auf das Smartphone oder Tablet runterladen, so braucht man im Flieger nur noch auf Start drücken, um mit der Meditation loszulegen. 

9. Auseinandersetzung mit der Thematik 

Gründliche Recherche nimmt die Angst vor dem Fliegen, da Prozesse, Geräusche und sogar Turbulenzen besser verstanden werden. So erfährt man in Dokumentationen beispielsweise wie Piloten geschult werden, wie ein Flieger gebaut wird oder, dass ein Flugzeug selbst ohne Triebwerke noch etwa 200 Kilometer im Gleitflug gemeistert bekommt. Solche Informationen machen das Reisen mit dem Flieger entspannter.  

10. Häufiges Fliegen 

Leichter gesagt als getan, aber häufiges Fliegen führt dazu, dass das Fliegen zur Normalität wird und immer wieder erfahren werden kann, dass es harmlos ist. 

Erfolgreiche Angstbewältigung              

Zehn Prozent der Befragten der Urlaubspiraten-Studie gaben an, dass sie ihre Flugangst bereits erfolgreich bekämpft haben. Für die meisten war häufiges Fliegen mit Abstand die wirksamste Methode (68 Prozent). Außerdem war eine intensive Auseinandersetzung mit der Angst und dem Luftfahrtumfeld für fast 20 Prozent hilfreich. Nur wenige greifen zu Medikamenten, wenden Techniken wie Hypnose an oder machen eine Therapie, um die Flugangst dauerhaft zu bekämpfen.