Hilfe bei Harnwegsinfekten

Blasenentzündung: Was tun, wenn's brennt?

Junge asiatische Frau liegt im Bett und hat Schmerzen aufgrund einer Blasenentzündung. | © iStock | Nattakorn Maneerat
Eine Blasenentzündung ist schmerzhaft und belastend - die Symptome lassen sich aber gut behandeln.
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Brennende Schmerzen und ab zur Toilette: Eine Blasenentzündung ist unangenehm und kann bei einer zu späten Behandlung schmerzhafte Folgen haben. Daher heißt es: Schnell handeln! Was die Symptome einer Blasenentzündung sind und wie man sie schnell in den Griff bekommt. 

Eine Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, kann sehr nervenaufreibend sein. Der ständige Drang, eine Toilette aufsuchen zu müssen, ist schmerzhaft und bringt wenig Erleichterung. Neben dem stark brennenden Gefühl beim Wasserlassen können sich zudem in der Regel nur wenige Tropfen Urin lösen. Der ständige Toilettendrang schränkt den Alltag enorm ein. Fast jede zweite Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben eine Blasenentzündung. Grund dafür ist die Anatomie der Frau. So ist die Harnröhre der Frau wesentlich kürzer als die des Mannes, wodurch die Krankheitserreger leichter in die Harnblase vordringen können.

Wie entsteht eine Entzündung der Blase?

Im Großteil der Fälle gelten als Hauptauslöser einer Blasenentzündung Darmbakterien, die sich über die Hanröhre in Richtung Blase bewegen und dort eine Entzündung der Blasenwand verursachen. Fast immer handelt es sich dabei um sogenannte E. coli Bakterien, welche Teil der normalen Darmflora sind. Gelangen sie jedoch in die Harnröhre, können Entzündungen entstehen. In der Regel kann sich der Körper auf natürliche Weise gegen diese Keime wehren. Ist er jedoch angeschlagen oder das Immunsystem geschwächt, reichen die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers nicht aus, um eine Blasenentzündung abzuwehren.

 

Wird die Blasenentzündung nicht rechtzeitig behandelt und hinausgezögert, steigen die Erreger von der Harnblase über den Harnleiter weiter und es kann sich eine Nierenbeckenentzündung entwickeln. 

Blasenentzündung: Typische Symptome

Um eine Blasenentzündung nicht zu verschleppen, sollte bereits bei der kleinsten Auffälligkeit gehandelt werden. Folgende Symptomen weisen auf eine Zystitis hin:

  1. Ständiger Harndrang

  2. Brennendes Gefühl beim Wasserlassen

  3. Meist nur tröpfchenweise Urin möglich

  4. Intensiv riechender, trüber Urin

  5. Schmerzen im Unterleib

Ist die Blasenentzündung weit fortgeschritten, kann für die Betroffene sogar Blut im Urin sichtbar sein. Treten Symptome wie Fieber und Schmerzen im unteren Rücken auf, ist die Entzündung womöglich bereits in die Nieren übergegangen. In diesem Fall ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

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gut gelaunte Frau im Sommerurlaub | © iStock | mihailomilovanovic

Was hilft bei Blasenentzündung?

Grundsätzlich gilt: Mit einer Blasenentzündung ist nicht zu spaßen. Neben den unangenehmen Schmerzen, die eine Zystitis mit sich bringt, kann sie sich schnell zu einer Nierenbeckenentzündung entwickeln und im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung auslösen. Wird eine Blasenentzündung diagnostiziert, muss diese meist mit Antibiotikum behandelt werden. Zusätzlich kann die Genesung aber auch unterstützt werden, indem folgendes beachtet wird:

  • Viel Trinken (2-3 Liter täglich)

  • Wärme in Form von Wärmflaschen und warmen Sitzbädern

  • Toilettengang nicht hinauszögern

  • Gründliche Intimhygiene

  • Baumwollunterwäsche - synthetische Wäsche erzeugt ein Mikroklima, welches das Wachstum von Bakterien und Pilzen unterstützt

Vor allem ist wichtig, viel zu trinken. Denn auch wenn das Wasserlassen schmerzhaft ist, ist die häufige Entleerung der Blase für eine Genesung sehr wichtig. Die Keime werden ausgespült und die Entzündung verschwindet. Viele Frauen schwören bei einer Blasenentzündung neben stillem Wassser auf spezielle Tees für Blase und Niere, deren Wirkstoffe die Urinausscheidung anregen, sodass die Erreger schneller ausgespült werden.

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Frau gibt Spinatblätter in einen Mixer für einen Smoothie | © iStock | nerudol

Blasenentzündung: Diese Hausmittel können helfen

Wer die ersten Anzeichen einer leichten Blasenentzündung spürt, kann versuchen, diese vorab mit Hausmitteln in den Griff zu bekommen. Werden die Symptome jedoch schlimmer, sollte ein Arztbesuch nicht zu lang hinausgezögert werden. Wer einen Harninfekt verschleppt, geht das Risiko schlimmerer Entzündungen ein. Mit Hilfe pflanzlicher Hausmittel wird eine Blasentzündung nicht nur im Anfangsstadium gestoppt, sie können auch begleitend zu einer ärztlich angeordneten Behandlung eingenommen werden.

Neben ausreichend Flüssigkeit kann beispielsweise auf Apfelessig zurückgegriffen werden. Er wird nicht nur gerne als Fettburner namens Switchel getrunken, sondern kann auch gegen eine sich annähernde Blasenentzündung wirken. Drei mal am Tag einen Esslöffel Apfelessig mit lauwarmem Wasser mischen und trinken. Der antibakterielle Effekt wirkt Wunder. 

Dass Cranberrys gegen Blasenentzündung wirken, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Beere liefert nicht nur wichtige Antioxidantien wie Vitamin C und Eisen, sondern hat ebenfalls einen antibakteriellen Effekt. Cranberry kann in Form von Kapseln, Tabletten oder Saft eingenommen werden. Bei letzterem sollte es sich jedoch unbedingt um Muttersaft handeln. Der ist zwar wesentlich intensiver und ohne zusätzliche Süßungsmittel, somit aber auch besser in der Wirkung. 

Auch Kräutertees aus getrockneten Bärentraubenblättern oder Birkenblättern eignen sich gut als Hausmittel gegen Blasenentzündung. Ihnen wird ein hartreibender Effekt nachgesagt und sie können neben stillem Wasser als zusätzliche Flüssigkeit aufgenommen werden. 

Freunde der Mineralsalze greifen auch gerne auf das Schüßler-Salz Kalium sulfuricum zurück. 

So wird einer Blasenentzündung vorgebeugt

Generell gilt: Wer viel trinkt, regelmäßig zur Toilette geht, während der kalten Jahreszeit warm genug gekleidet ist und sich an gewisse Hygiene hält, schützt die Blase vor einer Zystitis. Auch wer nach dem Geschlechtsverkehr zeitnah die Toilette aufsucht, vermeidet das mögliche Aufsteigen von Keime in der Harnröhre.

Da Darmbakterien häufig zu einem Harnwegsinfekt führen, gehört die richtige Wischtechnik nach dem Toilettengang ebenfalls zu den Präventivmaßnahmen zur Vorbeugung einer Blasenentzündung. Um eine Ausbreitung der Bakterien zu vermeiden, sollte die Intimzone stets von vorne nach hinten gesäubert werden. 

Ein starkes Immunsystem kann eine mögliche Blasenentzündung abwehren. Um das zu unterstützen, ist eine ausgewogene Ernährung das A und O.

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