Einweghandschuhe, Uhrzeit & Co.

Coronakrise: 5 Fehler, die man beim Einkaufen vermeiden sollte

Frau mit Einweghandschuhen an einem Einkaufswagen | © iStock | Spiderplay
Experten raten unbedingt davon ab, beim Einkaufen Einweghandschuhe zu tragen. Und das hat gute Gründe!
Foto: iStock | Spiderplay

Immer häufiger sieht man im Supermarkt Menschen mit Einweghandschuhen, die sich damit offenbar vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen wollen. Doch genau das Gegenteil sei häufig der Fall, warnen nun Experten. 

1. Einweghandschuhe tragen

Nicht nur viele Kunden im Supermarkt tragen sie, auch Kassierer oder Angestellte, die Waren einräumen, tragen immer häufiger Einweghandschuhe - und wähnen sich damit in falscher Sicherheit, warnen Experten. Denn statt sich vor Viren auf Waren oder Bargeld zu schützen, kann genau das Gegenteil der Fall sein: Denn medizinische Einmalhandschuhe werden schnell porös, löchrig und durchlässig. Insbesondere wenn sie im Alltag getragen werden und nicht im medizinischen Umfeld. Dann vermehren sich im feucht-warmen Milieu unter dem Handschuh Bakterien wie im Nu. Außerdem gebe Plastik im Vergleich zu Haut mehr Keime an die Umgebung ab. "Spätestens nach dem Ausziehen hat man ohne Desinfektion eine Kloake an den Händen", warnt Allgemeinmediziner Dr. med. Marc Hanefeld auf Twitter.

Korrekt getragen, müsste man vor und nach dem Überstülpen der Handschuhe seine Hände desinfizieren. Das bestätigt auch das Robert-Koch-Institut. Demnach ersetze das Tragen von medizinischen Einmalhandschuhen nicht die hygienische Händedesinfektion. Hanefeld geht sogar so weit und bezeichnet das Tragen von Gummihandschuhen auf Twitter als „Hygiene-Sauerei“.

Ein weiteres Argument, das gegen das Tragen von Einweghandschuhen spricht, liefert Charité-Virologe Prof. Christian Drosten. Er betont, dass die Viren hauptsächlich über Tröpfcheninfektion übertragen werden, müssen also eingeatmet werden. Die Hände zu schützen bzw. nichts anzufassen, sei also viel weniger wichtig als ein möglichst guter Schutz der Atemwege. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären...

2. Ohne Mundschutz einkaufen gehen

Deutschlandweit herrscht in Geschäften eine Mundschutz-Pflicht. Nicht vorwiegend zum eigenen Schutz, sondern zum Schutz der Mitmenschen. Denn wer hinter seiner Maske schnauft, spricht und hustet, verteilt seine Viren nicht unter den Mitmenschen. Würden alle einen Mundschutz tragen, würde das demnach die Ansteckungsgefahr für alle drastisch eindämmen. Gemeint sind in diesem Zusammenhang natürlich einfache Gesichtsmasken, die man sich ganz einfach selbst basteln kann. Medizinische Schutzmasken sind sowieso schon knapp und sollten Fachpersonal vorenthalten bleiben. Wer sich nicht daran hält, muss bei einem Verstoß Strafe zahlen.

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Marc Cain Fashion-Maske | © PR

3. Zur falschen Zeit einkaufen

Auch was die Uhrzeit angeht, gilt es zu Coronazeiten so einiges zu beachten. Wer für einen Einkauf nicht mehrere Stunden investieren möchte und Menschenansammlungen meiden möchte, sollte das Wochenende auslassen. Supermarktmitarbeiter empfehlen Dienstags und Donnerstags einkaufen zu gehen, bestenfalls nicht zwischen 11 und 12 Uhr, sondern davor oder danach. Wer doch mal Wochenende was besorgen muss, sollte Samstags ab 17 oder 18 Uhr den Supermarkt aufsuchen. Und auch Freitags in der Früh ist meist wenig Betrieb. Generell sollte man so selten wie möglich einkaufen gehen – ein- bis zweimal pro Woche ist ein guter Richtwert.

4. Einkäufe hamstern

Auch wenn zu Zeiten des Coronavirus eine Selbstverständlichkeit wie das Einkaufen plötzlich zur Herausforderung wird, sollten wir keine Einkäufe hamstern und riesige Mengen einkaufen. Dies hat lediglich zur Folge, dass bestimmte Dinge wie zum Beispiel Klopapier und Hefe ausverkauft sind, weil Menschen die Einkäufe in ihren Kellern einlagern - und andere so leer ausgehen. Das ist nicht nur unsolidarisch, sondern auch völlig unnötig, wie u.a. der Pressesprecher des Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels bestätigt: "Die Lieferketten funktionieren und wir haben genügend Vorräte." 

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Frau mit vielen Rollen Klopapier in der Hand | © iStock | Kanawa_Studio

5. Unbedachter Umgang mit dem Pfandbon

Klingt erstmal merkwürdig, doch offensichtlich neigen Kunden im Supermarkt dazu in einer unbedachten Sekunde den Pfandbon zwischen den Lippen oder Zähnen einzuklemmen, um ihn anschließend an den Kassierer oder die Kassiererin weiterzureichen. Insbesondere während Einkäufe auf das Band gelegt werden oder die Geldbörse gesucht wird, sei das häufig der Fall. Das bemängeln immer mehr Supermarktmitarbeiter/innen, die verständlicherweise Sorge haben, sich so mit dem Coronavirus zu infizieren. Nun könnte man sagen, dass der Pfandbon grundsätzlich nichts im Mund zu suchen hat, doch gerade zu Coronazeiten kann diese schlechte Angewohnheit fatale Folgen haben. Daher sollten wir unbedingt Rücksicht nehmen - und sowohl Pfandbon als auch Hände aus dem Gesicht lassen.

Corona-Kuriositäten

Corona Band-Barriere | © iStock | atakan

Allgemeine Grundregeln im Supermarkt

  • Mindestens 1,5 Meter Abstand halten

  • Alleine einkaufen gehen

  • Einhalten von Hust- und Niesregeln (in die Armbeuge!)

  • Gute Handhygiene, vor und nach dem Einkaufen gründlich mit Seife waschen

  • Mundschutz tragen

  • Pfandbons nicht zwischen die Zähne klemmen

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