Corona-Studie

Wissenschaftler behaupten, Nikotin schütze vor Corona

Hand einer Frau hält eine Zigarette. | © iStock | ljubaphoto
Laut Wissenschaftlern soll Nikotin die Vermehrung der Viruszellen bremsen können.
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Bislang galten Raucher als besonders gefährdet, einen schlimmeren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem Coronavirus zu erleiden. Doch das wollen Wissenschaftler aus Frankreich jetzt widerlegen. Laut ihnen stecken sich weniger Raucher mit dem Virus an, als Nichtraucher. Was hinter dieser These steckt und ob man ihr wirklich Glauben schenken darf.

Frankreich: Wenig Raucher unter den Corona-Patienten

Diese Nachricht sorgt gerade für einige Schlagzeilen: Laut einer Studie des französischen Professors Zahir Amoura sollen sich unter den in seinem Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten nur wenige Raucher befinden. Auch zeigen die Zahlen von Pariser Krankenhäusern, dass von 11.000 Patienten, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, nur 8,5% Raucher waren. Die Gesamtzahl der Raucher in Frankreich wird auf rund 25,4% geschätzt. 

Diese Zahlen gaben dem Team des Krankenhauses Pitié-Salpêtrière Grund zur Annahme, dass Nikotin bei der Ausbreitung des Coronavirus im Körper helfen könne. Daher starteten sie eine Ministudie, die ergab, dass unter den 480 Patienten, die positiv auf das Virus getestet wurden - darunter wurden 350 im Krankenhaus behandelt während der Rest nur leichte Symptome aufwies - sich nur fünf Prozent Raucher befanden.

Die Forscher bestanden jedoch darauf klarzustellen, dass sie die Menschen nicht dazu ermutigen möchten, jetzt mit dem Rauchen zu beginnen. 

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Frau trägt Schutzmaske beim Einkaufen im Supermarkt. | © iStock | triocean

Weitere Studie mit Nikotinpflastern geplant 

Laut dem renommierten Neurobiologe Jean-Pierre Changeux, der diese Studie überprüfte, könnte es möglich sein, dass das Nikotin das Virus daran hindert, in die Zellen im Körper einzudringen und sich im Organismus auszubreiten. 

Um dieses Ergebnis nun zu festigen, soll es in einer medizinischen Studie geprüft werden. Dabei soll Gesundheitspersonal an vorderster Front, Krankenhauspatienten mit dem Covid-19-Virus und Patienten auf der Intensivstation Nikotinpflaster erhalten. Scheinbar hänge der Start dieser Studie nur noch von den französischen Gesundheitsbehörden ab. 

Studien-Ergebnis ist fragwürdig

Fakt ist: Bei Covid-19 handelt es sich um eine Lungenkrankheit. Starke Raucher, deren Lungen sowie die Bronchien bereits angegriffen sind, haben somit ein höheres Risiko, sich mit einer Virusinfektion anzustecken. Auch ist die Wahrscheinlichkeit für einen schwereren Krankheitsverlauf in diesem Fall höher. 

Dennoch betonen Ärzte immer wieder, dass eine Verallgemeinerung nicht möglich ist. Dazu sei das Virus noch zu neuartig und unerforscht, um genau sagen zu können, ob Raucher mehr gefährdet sind oder nicht. Im Großen und Ganzen weiß man jedoch, dass rauchen nicht nur gesundheitsschädlich ist, sondern unter anderem auch die Haut altern lässt. Warum also nicht diese Zeit nutzen, um dieses Laster loszuwerden? Hier kommen fünf Gründe, um mit dem Rauchen aufzuhören.

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gut gelaunte Frau im Sommerurlaub | © iStock | mihailomilovanovic
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