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Menstruation: Das sagt die Periode über die Gesundheit aus

Monatsbinde und Tampon liegen mit roten Pailletten in verschiedenen Größen auf rosa Oberfläche | © iStock | Alina Indienko
Der weibliche Zyklus gilt als Spiegel der Gesundheit: Was die Menstruation über den Körper aussagt.
Foto: iStock | Alina Indienko

Jeden Monat haben Milliarden Frauen ihre Tage. Doch nur wenige sehen bei der Farbe und Konsistenz ihres Periodenbluts genauer hin. Schade, denn die Menstruation sagt viel über den eigenen Körper aus. Diese Rückschlüsse lassen sich von Periodenstärke, Farbe des Bluts und Co. auf den Gesundheitszustand ziehen.

So läuft der weibliche Zyklus ab

Die weibliche Menstruation ist vielen – unter anderem auch Frauen – immer noch ein Rätsel. Kein Wunder, schließlich galt das Thema Periode lange als Tabu. Selbst heute reden viele Frauen ungern über  ihre Monatsblutung, obwohl sie die natürlichste Sache der Welt ist. Wie der Name schon sagt, wiederholt sich die Blutung periodisch, nämlich jeden Monat bzw. etwa alle 28 Tage. Während jedes Zyklus baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter von Neuem auf, um eine befruchtete Eizelle aufzunehmen und während der Schwangerschaft heranwachsen lassen zu können. Kommt es nicht zur Befruchtung, wird der Gebärmutterschleim abgestoßen und als Menstruationsblut über die Scheide ausgeschieden.

So viel zur Theorie. Was aber sagt die Periode über den Gesundheitszustand aus? Ziemlich viel! Die Dauer und Stärke der Monatsblutung lassen nicht nur Rückschlüsse darauf zu, ob der Hormonhaushalt im Gleichgewicht ist. Auch Farbe und Konsistenz des Periodenbluts verraten einiges über den eigenen Körper. Und auch die Zykluslänge ist entscheidend. Wenn die Regelblutung in sehr kurzen Abständen etwa alle 21 Tage auftritt, kann das darauf hindeuten, dass der Körper gestresst ist und möglicherweise zu wenig Progesteron produziert. Umgekehrt gilt: Vergehen zwischen zwei Monatsblutungen mehr als 35 Tage, liegt möglicherweise eine Zyklusstörung vor oder es findet kein Eisprung statt.

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Was die Farbe der Menstruation über die Gesundheit aussagt

Hellrot, braun oder sogar orange – die Farbpalette bei Menstruationsblut ist breit. Dass Periodenblut meist eine andere Farbe als Blutrot hat, ist nicht weiter verwunderlich, denn es besteht nur etwa zur Hälfte aus Blut. Der Rest setzt sich Vaginalsekret, Zervixschleim, Gewebe und der abgestoßenen Eizelle zusammen.

Die Monatsblutung verändert ihre Farbe im Normalfall von Braun zu kräftigem Rot, wird dann Dunkelrot und gegen Ende der Periode wieder Braun. Diese Farbveränderung ist ganz normal. Eine ungewöhnliche Farbgebung kann aber auch ein Warnhinweis des Körpers sein. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Am einfachsten geht das übrigens, wenn man eine Menstruationstasse verwendet.

Rosa oder hellrotes Periodenblut

Wenn die Menstruation hellrot oder rosa ist, deutet das auf einen niedrigen Östrogenspiegel oder eine Mangelernährung, zum Beispiel während einer Diät, hin.

Tritt die hellrote Blutung zwischen zwei Monatsblutungen auf, kann das ein Hinweis auf eine geplatzte Ovarialzyste, eine Fehlgeburt oder im schlimmsten Fall auf Krebs sein. Ist das Periodenblut plötzlich heller und zugleich schwächer als sonst, könnte auch eine Schwangerschaft der Grund sein. Schwanger trotz Periode kann man zwar nicht sein, bei vielen Frauen tritt um die vierte Schwangerschaftswoche allerdings eine sogenannte Einnistungsblutung (Nidationsblutung) auf. Zu dieser harmlosen Blutung kommt es, wenn die befruchtete Eizelle sich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.

Kräftig rotes Menstruationsblut

Das Blut hat während der Periode einen satten Rotton? Dann ist alles in bester Ordnung. Je kräftiger der Farbton und je mehr er an normales Blut erinnert, desto besser.

Dunkelrotes Periodenblut

Diese Farbgebung tritt normalerweise am Anfang der Periode oder bei Frauen vor den Wechseljahren auf. Auch morgens ist Menstruationsblut tendenziell etwas dunkler, da es nachts langsamer fließt. Dunkelrotes Blut kann aber auch ein Anzeichen für einen zu hohen Östrogenspiegel sein. Der Grund: Übermäßig viel Östrogen sorgt dafür, dass eine dickere Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird. Die dunkle Farbe entsteht, wenn dunkle Schleimhautklumpen mit ausgeschieden werden. Ist die Farbe der Monatsblutung während der gesamten Menstruation dunkel, solltet ihr euren Frauenarzt bei nächster Gelegenheit darauf ansprechen.

Braunes Menstruationsblut

Bräunliches Periodenblut tritt typischerweise zweimal während der Menstruation aus: am Anfang und am Ende. Während es sich zu Beginn der Regelblutung meist um Restblut des Vormonats handelt, das durch den Verbleib im Körper oxidiert, ist es am Ende das Restblut, das nur noch langsam aus dem Körper fließt. Tritt die Farbveränderung punktuell auf, ist sie also absolut normal und unbedenklich.

Orange-graues Periodenblut

Ist das Menstruationsblut orange und mit einem Stich ins Gräuliche, solltet ihr sofort einen Termin bei eurem Gynäkologen machen. Denn diese Farbe ist nicht normal und tritt nur in Zusammenhang mit Infektionen, Entzündungen oder Geschlechtskrankheiten auf. Typische Begleitsymptome sind Jucken im Genitalbereich sowie starke Krämpfe im Unterleib.

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Frau am Gemüsestand | © iStock | Obradovic

Das verrät die Stärke der Menstruation über den Körper

Manche Frauen müssen während ihrer Periode alle paar Stunden Tampon, Binde und Co. wechseln, bei anderen ist die Menstruation nur schwach und schon nach ein paar Tagen wieder vorbei. Die Stärke der Monatsblutung ist bei Frauen ganz individuell, kann aber auch Rückschlüsse auf hormonelle Veränderungen, Nährstoffmängel oder Krankheiten geben.

Starke Periode

Von einer starken Menstruation ist die Rede, wenn man innerhalb von vier bis sieben Tagen rund 80 Milliliter Blut verliert. Besonders junge Frauen und Frauen kurz vor der Menopause haben häufig eine starke Regelblutung. Wie viel Blut ausgeschieden wird, hängt oft mit hormonellen Einflussfaktoren zusammen. Aber auch Zysten, Verwachsungen an der Gebärmutter (Endometriose), Entzündungen, Blutgerinnungsstörungen und Herz-, Nieren-, Leber- oder Schilddrüsenkrankheiten können für eine ungewohnt starke Regelblutung verantwortlich sein.

Normal starke Menstruation

Werden innerhalb von vier bis sieben Tagen 40 bis 50 Milliliter Blut (das entspricht etwa drei bis vier Esslöffeln) ausgeschieden, ist alles bestens: Diese Blutungsstärke ist absolut normal.

Schwache Blutungen

Frauen, die viel Sport treiben, sehr dünn sind oder zum Beispiel aufgrund einer Diät zu wenige Nährstoffe zu sich nehmen, haben meist eine sehr kurze Monatsblutung: Innerhalb von maximal drei Tagen verlieren sie nur etwa 25 Milliliter Blut. Auch wer mit der Antibabypille oder anderen hormonellen Methoden verhütet, hat normalerweise eine schwache Menstruation. Fällt die Periode scheinbar grundlos weniger stark als gewöhnlich aus, könnte darüber hinaus eine Schwangerschaft der Grund sein.

Was die Konsistenz der Periode bedeutet

Das Menstruationsblut ist von Blutgerinnseln (medizinisch: Koagel oder Koagulum) durchzogen? Kein Grund zur Panik: Damit besonders dickflüssiges Blut aufgelöst und leichter ausgeschieden werden kann, bildet der Körper sogenannte Antikoagulationsstoffe. Je nachdem, wie stark und schnell die Monatsblutung ist, können die körpereigenen Substanzen die Blutgerinnsel entweder vollständig zersetzen und die Menstruation angenehm flüssig machen, oder die Koagel werden als geleeartige Masse ausgeschieden.

Flüssige Monatsblutung

Frauen mit flüssigem, fast wässrigem Periodenblut haben ihre Tage meist nur sehr leicht. Läuft das Menstruationsblut dauerhaft wie Wasser aus dem Körper, solltet ihr einen (Frauen-)Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Im Normalfall wird das Blut im Laufe der Menstruation nämlich fester.

Dickflüssige bis klumpige Menstruation

Kleine Klumpen im Periodenblut sind absolut normal. Es handelt sich dabei um Reste der Gebärmutterschleimhaut, die verstärkt ausgeschieden werden, wenn man lange sitzt und sich wenig bewegt. Große Blutgerinnsel machen sich besonders oft bemerkbar, wenn die Regelblutung stark ist und das Gewebe sich vor dem Ausscheiden nicht vollständig auflösen kann. Treten die Koagel anhaltend auf, kann auch ein Myom im Uterus dafür verantwortlich sein.

Glatte, schleimige Periode

Das Menstruationsblut ist zeitweise schleimig und erinnert an eine Schmierblutung? Das ist kein Grund zur Sorge: Oft mischt sich das Blut mit Zervixschleim und erhält dadurch eine glatte, fast glitschige Konsistenz.

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