Raus aus alten Strukturen!

Karriere-Strategien: So erfindet ihr euch neu

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So setzt ihr euch ins rechte Licht!
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Mehr Gehalt, spannendere Aufgaben, eine bessere Position: Mit diesen sieben Tipps könnt ihr jetzt Gas geben!

Erfolg lässt sich nicht planen!

Daran hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. "Frauen machen sich eher zu klein und dadurch unsichtbar, statt für sich zu trommeln", sagt Kommunikationstrainerin Cornelia Topf. Für eine erfolgreiche Marketing-Offensive in eigener Sache sollte man sich fragen: Womit will ich mich hervortun? Zum Beispiel als Expertin für schwierige Projekte. Sucht euch die Bühnen, auf denen ihr glänzen könnt. Einer Umfrage zufolge hält jeder dritte Manager gute Selbstvermarktung für den Schlüssel zum Erfolg. Anders ausgedrückt: Nach seinen Top-Mitarbeitern gefragt, sollte eurem Vorgesetzten euer Name einfallen. Und nein, Kinder und Karriere schließen sich nicht aus. Wer strategisch an die Sache rangeht, entscheidet sich besser früh für Nachwuchs, sagt Susanne Rausch von der Karriereberatung Act Value. Das habe mehrere Vorteile. Zum einen sei man in jungen Jahren belastbarer. "Und ihr könnt erste Berufserfahrungen in weniger anspruchsvollen Tätigkeiten sammeln. Ist das Kind dann größer, startet ihr durch."

Die Wirtschaft boomt – profiliert davon!

Gehaltsgespräche nie aufschieben. Die aktuell gute Wirtschaftslage liefert zwar eine Steilvorlage, "aber es geht nicht um die Konjunktur oder das Gehaltsgefüge im Unternehmen, sondern darum, was euch zusteht", sagt Cornelia Topf. Einmal im Jahr das Thema Geld ansprechen. Schnelligkeit zahlt sich – wie immer – aus. Je eher der Vorgesetzte eure Ansprüche kennt, desto früher kann er sie bei der Budgetplanung berücksichtigen. Tipp: ein Erfolgstagebuch führen. Falls man nicht darauf eingeht, Alternativen parat haben. Das kann ein Firmenwagen sein oder Weiterbildung auf Kosten der Firma.

Wann ist es Zeit für einen Wechsel? 

Wer dauerhaft unterfordert ist oder bei der Gehaltsverhandlung immer wieder leer ausgeht, sollte über Konsequenzen nachdenken. Wer aufsteigen will, aber im Unternehmen nicht weiterkommt, kann anderswo schnell Erfolg haben. "Nach außen verkauft man sich oft leichter", weiß Susanne Rausch. Andere Coachs raten dagegen zu Hartnäckigkeit – aber auch zu Selbstkritik: "Ich sollte zuerst fragen, ob es an mir liegt, wenn man mir Steine in den Weg legt." Ruhig auch mit professionellen Karriereberatern darüber reden.

Optimiert euren Lebenslauf!

Ja, es lohnt sich, Bewerbungsprofis einzuschalten. Es gibt Dienstleister, die sich darauf spezialisiert haben, Lebensläufe zu "tunen", sprich, sie interessanter zu machen, sowie Arbeitszeugnisse zu analysieren und zu optimieren. Schreibt nicht nur, was ihr tut. Erwähnt, was ihr erreicht habt. Neben den üblichen Stationen und Aufgaben auf jeden Fall auch die Leistungen nennen – zum Beispiel, wie viele Kunden man betreut oder welche Arbeitsabläufe man verbessert hat. Im Vorstellungsgespräch genügt es heute nicht mehr, auf die Fragen nach den Stärken und Schwächen gefällig zu antworten. "Ihr braucht eine Story, mit der ihr beispielhaft eure Stärken belegen könnt", sagt Cornelia Topf.

Jetzt wird im Netz recherchiert!

Jedes zweite Unternehmen nutzt inzwischen das Internet, um mehr über Bewerber zu erfahren. Personalchefs recherchieren gezielt in sozialen Netzwerken oder über Suchmaschinen. Deshalb alle Infos über sich selbst kontrollieren und pflegen. Unter dem Stichwort "Online Reputation Management" findet man im Internet Firmen, die diese Aufgabe übernehmen. Um die eigene Präsenz im Web zu checken, immer wieder mal seinen Namen in eine Suchmaschine eingeben. Plattformen wie Xing und Facebook eignen sich für die berufliche Selbstdarstellung. Mit privaten Angaben und Meinungsäußerungen lieber sehr restriktiv umgehen. Steht bereits etwas im Netz, das negativ auf einen zurückfallen kann, am besten an den Betreiber der jeweiligen Seite wenden und den Eintrag löschen lassen.

"Networking" – das kann doch niemand mehr hören?

Im Gegenteil, Netzwerke seien extrem nützlich, sagt Cornelia Topf. Für diesen "Ich kenne da jemanden, der jemanden kennt, der jemanden sucht"-Effekt muss man am Ball bleiben – vor allem in guten Zeiten. Was nicht funktioniert, sind Panik-Mails, sobald der Job wackelt. Gerade Frauen, die im Privatleben mühelos den Job des "Außenministers" übernehmen und Sozialkontakte pflegen, müssen sich gegen den Boys-Club durchsetzen. Susanne Rausch hat gute Erfahrungen mit Frauennetzwerken gemacht und empfiehlt, in der eigenen Firma lockere Bündnisse zu initiieren und sich auch im Freundinnenkreis gezielt beruflich zu unterstützen. Eine besondere Form des Networkings sind Mentoring-Programme, bei denen ältere Jobprofis Einsteigern beratend zur Seite gestellt werden. Vermittler sind Hochschulen und Unternehmen oder professionelle Netzwerke.

Im Job glücklich - auch als Teilzeitkraft!

Es hilft, in entscheidenden Phasen ganztags zu arbeiten. So sei man in den üblichen Tagesablauf eingebunden und und bekommt – etwa bei gemeinsamen Mittagessen – einen besseren Draht zu seinen Kollegen. Cornelia Topf empfiehlt, den Schalter im Kopf umzulegen. Der Satz "Ich arbeite nur Teilzeit" ist kontraproduktiv, stattdessen immer wieder selbstbewusst betonen, dass das Unternehmen von dem Arbeitszeitmodell profitiert. Oft sind working moms besser organisiert und effizienter. Achtet darauf, immer auf dem Laufenden zu bleiben und auch dann im Mail-Verteiler zu stehen, wenn ihr nicht im Büro seid.