Selbstmotivation

Motivation im Job: 7 Tipps für dauerhafte Zufriedenheit

Businessfrau schaut aus dem Fenster | © iStock | shapecharge
Nur wer ein klares Ziel hat, kann motiviert bei der Sache sein!
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Mehr Motivation im Job, persönliche Veränderungen endlich umsetzen. Das ist leichter gesagt als getan in der heutigen Arbeitswelt, in der eine Veränderung die nächste jagt. Umso wichtiger ist die bewusste Beantwortung ein paar simpler Fragen, damit ihr dauerhaft zufrieden bleibt.

1. Die Zutaten für Motivation verstehen

Viele denken bei Motivation an „Tschaka, du schaffst es.“ Doch was genau ist Motivation? Der Begriff kommt aus dem Lateinischen „motivare“ und bedeutet „sich auf etwas zu bewegen“. Damit wir uns bewegen können, benötigen wir Energie. Sprich: Wer gerade kränkelt, ist per se weniger motiviert und schwungvoll. Des Weiteren benötigen wir ein Ziel, damit wir uns auf etwas zu bewegen können. Und ein guter Umgang mit Hindernissen und Störungen auf dem Weg zum Endpunkt gehört ebenfalls zur Motivation.

2. Findet Euer Ziel

Ein Ziel ist ideal, wenn es wirklich ein Ziel ist, das eine persönliche Bedeutung hat. Ein „Naja, ich sollte mich eigentlich mehr um meine Karriere kümmern“ oder „Die Weiterbildung macht Sinn“ hört sich nicht kraftvoll und bedeutungsvoll genug an. „Ich habe keine Lust mehr, dass ich immer so still in Besprechungen bin, ich will mich endlich mehr zeigen!“ fühlt sich dagegen deutlich mehr nach einem persönlichen Ziel.

Ein gutes persönliches Ziel beantwortet folgende Fragen:

  • Was genau möchte ich erreichen?

  • Wozu will ich mich verändern?

  • Wie kann ich die Umsetzung schaffen?

3. Das Ziel beschreiben und visualisieren

Was genau möchtet ihr erreichen? Was genau ist dann anders? Was merkt ihr, was merkt euer Umfeld, wenn ihr eurem Ziel näher kommt? Nehmt euch Zeit, diese Antworten zu finden. Macht euch Stichworte oder bastelt eine Collage mit Bildern, die ihr mit eurem Ziel verbindet.

Es ist noch kein Ziel da? Dann überlegt euch, worauf ihr keine Lust mehr habt. Schreibt es im Detail auf die linke Seite einer Tabelle. Auf der rechten Seite überlegt ihr euch dann das jeweilige Gegenteil. Ein Beispiel: „Ich möchte nicht mehr still in den Besprechungen sitzen“ wird zu „Ich beteilige mich mindestens einmal in jedem Meeting“.

4. Dem Schweinehund (k)eine Chance geben

Viele kennen es: Ein Ziel ist da, am Anfang ist die Motivation hoch, doch irgendwann kommt der Schweinehund vorbei. Wir haben keine Lust mehr, können uns nicht aufraffen und wollen in unserer Komfortzone bleiben, statt an unserem Ziel zu arbeiten. Völlig normal! Der Schweinehund möchte uns etwas Gutes tun. Er überprüft, ob unser „Wozu möchte ich mich verändern?“ wirklich stark genug ist. Ist das „Wozu“ schwach und haben wir zu wenig persönliche Gründe für unsere Veränderung, wird der Schweinehund siegen. Doch wenn ihr eure Antworten und guten Gründe für die Veränderung parat habt, werdet ihr den Schweinehund überzeugen und euch wieder auf euer Ziel zu bewegen.

5. Jeden Tag etwas für das Ziel tun – wie Zähneputzen

Die tägliche Umsetzung ist ein weiterer Erfolgsfaktor, dauerhaft und nachhaltig an einem persönlichen Ziel dranzubleiben. Es sollte wie Zähne putzen sein, das machen wir auch täglich. Weil uns nicht nur das „Wozu?“ klar ist, sondern auch, weil es schnell geht und wir es machen, ohne groß nachzudenken. Daher hilft es, die Umsetzung in möglichst kleine Schritte und tägliche Aktivitäten aufzuteilen. Die Motivationsregel: Erst wenn wir etwas über 30 Tage täglich getan haben, wird daraus eine neue Gewohnheit. Es gilt also, sich eine Minimalaktivität zu schaffen, wie zum Beispiel die tägliche Visualisierung der Zielerreichung oder dass wir ein Gespräch bewusst anders gestalten. Ein weiterer Aspekt klingt paradox: Es erreichen diejenigen Menschen eher ihre Ziele, die sich bereits am Anfang mit möglichen Hindernissen auf dem Weg zum Ziel beschäftigen. Störungen sind normal. Identifizieren wir anfangs das, was dazwischen kommen könnte und was wir dann alternativ tun können, erhöht das unsere Umsetzung.

6. Heute A, morgen B – im Job dauerhaft motiviert bleiben

Keine Frage: Die Arbeitswelt ist anstrengend. Eine Veränderung jagt die nächste. Strategien ändern sich, heute gilt A, morgen B. Das kostet Kraft und manchmal sind uns die Gründe für die Veränderung in der Organisation nicht klar. Wie könnt ihr da motiviert bleiben? Ein bewährter Tipp ist, sich bewusst zu machen: Wieso hatte ich mich ursprünglich auf diesen Job beworben? Wozu mache ich das? Mit diesen Fragen holen wir unseren ursprünglichen Antrieb wieder ins Bewusstsein – denn die ursprünglichen Motive gehen im Veränderungs-Autopiloten-Modus häufig verloren.

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7. Fortschritte feiern – am besten gemeinsam

Motivationsforscher haben erkannt, dass wir eher „dran bleiben“, wenn wir auf dem Weg zum Ziel nicht alleine bleiben. Wir werden verbindlicher, wenn wir uns eine Freundin oder einen Freund als Wegbegleiter suchen und uns zu unserem Ziel austauschen. Das kann zum Beispiel ein kurzes wöchentliches Telefonat sein oder ein kleines Erfolgserlebnis per Nachricht auf das Smartphone. Unabhängig davon macht es Sinn, ganz persönlich die eigenen Fortschritte zu notieren oder auch mit Fotos zu dokumentieren.

Eine Möglichkeit dazu: Legt im Smartphone ein extra Foto-Album an, in dem ihr Momente speichert, mit denen ihr euer Ziel und eure Schritte zum Ziel verbindet. Schaut euch dieses Album regelmäßig an. So könnt ihr euch nach einem Monat oder auch am Jahresende bewusst feiern und euren Einsatz würdigen.

Anke von Platen ist Leadership-Expertin, Beraterin und dreifache Buchautorin www.ankevonplaten.de/menschlichführen. Sie unterstützt Menschen in Organisationen, sich selbst kraftvoll zu führen und Veränderungen erfolgreich umzusetzen. In ihrem Blog (www.ankevonplaten.de/blog) gibt sie wöchentlich pragmatische Impulse.

 

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