Selbstzweifel im Job

Sieben Sätze, die ihr niemals sagen solltet

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So setzt ihr euch ins rechte Licht!
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In entscheidenden Jobsituationen sind weibliche Selbstzweifel und Bescheidenheit fehl am Platz. Warum ihr diese sieben Sätze, niemals sagen solltet!

Da hatte ich Glück!

"Einer dieser typischen Kleinmädchen-Sätze", findet Management-Trainerin Sabine Asgodom. Trotzdem hört man ihn oft von erwachsenen Frauen, wenn man sie fragt, wie sie an ihren Job gekommen sind. Besser: von interessanten Projekten und eurem Engagement erzählen. Mit dem Satz "Dafür habe ich mich sehr eingesetzt" bleibt man laut Sabine Asgodom bei den Fakten. Immer gut: mit Humor entschärfen, um keinen Neid zu erwecken und die Kollegen nicht zu düpieren.

Karriere ist mir nicht so wichtig

"Mag der Wahrheit entsprechen, drückt aber wenig Engagement aus", sagt Jochen Mai. Andere Prioritäten als den Job zu haben ist zwar völlig legitim, aber kein Chef will davon was wissen. Was ihr stattdessen sagen solltet? Am besten gar nichts. Solche Sätze denkt man sich nur. Oder bespricht das Thema nach Feierabend mit einer Freundin.

Das ist unfair!

Schon möglich, dass es in eurer Firma bei Beförderungen und Gehältern ungerecht zugeht. Offen ansprechen solltet ihr es auf keinen Fall. "Das wirkt emotional und unprofessionell" sagt Jochen Mai, Herausgeber von karrierebibel.de. Fairness ist im Berufsleben keine Währung – erst recht nicht im Gehaltsgespräch. "Statt auf andere zu verweisen, bleibt bei euch und euren Qualitäten", rät Mai. "Macht euch klar, was ihr für das Unternehmen geleistet habt. Ihr könnt euch auch auf neutrale Quellen stützen ("Branchenüblich ist …"). Ist viel sachlicher und konstruktiver.

Ich weiß nicht, ob ich mir das zutraue 

Ihr müsst nicht gleich "Hier!" und "Ja!" schreien, wenn man euch ein wichtiges Projekt anvertraut, aber "Selbstzweifel rufen sofort Zweifel beim Vorgesetzten hervor", weiß Sabine Asgodom. "Bei so einem Satz fragt sich der Chef, ob er auf die Richtige gesetzt hat." Unsicherheit ist normal. Nur: Macht das mit euch selbst aus, nicht mit dem Boss. Die zweitbeste Antwort, die ihr ihm geben könnt (gleich nach "Mach ich gern"): "Finde ich toll, dass Sie an mich gedacht haben. Ich werde darüber nachdenken."

Vielleicht könnte man das so machen?

Hätte, würde, könnte. Typisch weiblich, diese Konjunktive, die gern mit dem "Vielleicht" kungeln. "Frauen neigen zu einer unpräzisen und indirekten Sprache, weil sie andere nicht verletzen wollen", sagt Carolin Lüdemann. Falsch. "Sagt ‚Das machen wir so. Punkt‘, rät die Expertin. Kann man Frauen nicht oft genug sagen.

Wie sind Sie denn auf mich gekommen?

Wenn der Headhunter anruft oder man ein Jobangebot kriegt, will man natürlich wissen, wie das gelaufen ist. Leider wirkt diese Frage ziemlich unsouverän. "Wer gut ist, erwartet, dass man ihn findet", sagt Business-Coach Carolin Lüdemann. "Verwunderung erweckt dagegen den Eindruck: Es kommt nicht oft vor, dass man sich für mich und meine Leistungen interessiert." Dürfte Euren Marktwert nicht gerade steigern. Mit "Danke für den Anruf, worum geht es denn genau?" bleibt ihr bei dem Thema, das in diesem Moment zählt: dem Jobangebot.

Die haben meinen Vertrag nicht verlängert

Der Ehrliche ist der Dumme. So ein Geständnis impliziert nämlich zwei Botschaften (beide nicht gerade schmeichelhaft für euch): Ich hab mich hier nicht ganz freiwillig beworben und zweitens habt die Falsche ausgewählt. Welcher Chef lässt schon gute Leute gehen? Lügen ist in diesem Fall erlaubt, zumindest ein bisschen. Besser: "Der Vertrag lief aus, aber ich habe für mich keine Perspektive mehr gesehen und deshalb beschlossen, den Job zu wechseln." Zeigt laut Jochen Mai, dass ihr mitentschieden habt, und signalisiert Zielstrebigkeit.