Oh, what a night!

Party Knigge: Stilvoll feiern 

Menschen feiern gemeinsam eine Party | © iStock | bernardbodo
Auf Partys lauern viele Fettnäpfchen - wer sich an diesen Knigge hält, wird garantiert wieder eingeladen.
Foto: iStock | bernardbodo

Dresscode, Gastgeschenk, Smalltalk und der Gang ans Buffet – eine Party bietet einige Fettnäpfchen. Wie man die elegant umgeht – ein Knigge.

Partypannen

Sie gehören zu jedem Fest und müssen gemeistert werden, sonst wäre es nur der halbe Spaß. Also, was tun wenn ...

... ihr etwas verschüttet?
Küchenrolle holen und versuchen, die Spuren selbst zu beseitigen. Wenn Flecken bleiben, anbieten, dass die Versicherung den Schaden übernimmt. Falls ein anderer Partygast was abbekommen hat: Nummer notieren und Reinigungskosten übernehmen.

... ihr in letzter Minute absagen müsst?
Schickt stellvertretend eine Lilie.

... euer Ex-Partner auch da ist?
Nehmt Augenkontakt auf, gefolgt von Lächeln und Winken. Fortgeschrittene platzieren ein Küsschen und stellen sich der Begleitung vor (ohne das Wort „Ex“ zu erwähnen). Dann entschuldigen und wahlweise Bar, Buffet oder Toilette aufsuchen.

... die Ex des Partners da ist?
Wenn er sie verlassen hat, lasst seine Hand los. Liegt der Fall andersrum: festhalten, Brust raus, Kopf hoch.

... ich viel zu viel getrunken habe?
Party verlassen, sofort. Im Ernst. Es könnte blamabel enden. Verzichtet auf eine Verabschiedung und steigt ins nächste Taxi.

... der betrunkene Partner eurer Freundin euch anmacht?
Handgelenk packen (nicht die Hand, das könnte falsch verstanden werden) und deutlich machen, dass ihr nicht interessiert seid. Als Abschreckung zeigt dieser Satz Wirkung: „Beim nächsten Treffen mit dir und deiner Frau werde ich mich über diese Aktion lustig machen.“

SOS Guide zum Jahreswechsel

Partygirl mit Discokugel, Sekt und Konfetti | © iStock | Vladimir Vladimirov

Erster am Buffet

Menschen, die auf einer Party als Erste tanzen, als Erste was essen, als Erste selbst in den Kühlschrank greifen, um noch einen Prosecco aufzumachen, sind: die Besten. Sie machen aus einem Rumsteh-Tuschel-Tuschel-Abend eine Party. Wenn es mehr solche Menschen gäbe, wäre die Welt ein besserer Ort. Hoch die Tassen. Wer das anders sieht, braucht nicht auf Partys zu kommen, sondern soll zu Hause bleiben und früh ins Bett gehen.

Leute begrüßen, deren Namen man vergessen hat

Diffizile Angelegenheit mit hohem Fettnäpfchen­-Faktor. Natürlich könnt ihr den Gast salopp und mit großem Hallo einfach ohne Namen begrüßen. Was aber, wenn er euch bittet, ihn der versammelten Runde vorzustellen? Da hilft nur die charmante Flucht nach vorn: Fragt– am besten mit einem Witz auf eure Kosten – noch­mals nach dem Namen.

Was tun, wenn eine Frau das gleiche Kleid trägt?

Entspannt euch. Ist doch schön, dass es noch andere Partygäste gibt, die (offen­sichtlich) guten Geschmack haben. Viel wichtiger, um in Zeiten von Zara und Co. wirklich unique zu sein: Esprit! Deshalb ohne nachzudenken auf die andere zugehen, ihr ein Kompliment machen und ein amüsantes Doppelte-Lottchen-Foto schießen.

Angesagte Drinks

Barkeeperin Bobbi Kay mixt im Berliner „Pauly Saal“ und legt uns Countess Blazh ans Cocktail-Herz: 2 cl Lemonjuice, 3 cl Wodka, 3 cl Lillet Rosé, 1 cl Sliwowitz, 2 cl süßer Lavendeltee. Schütteln, mit viel Eis im Tumbler oder in der Schale servieren. Für die Deko: Marshmallow-Herz mit Goldstaub (aus Lebensmittelfarbe). Cheers!

Das verrät der Lieblingsdrink über den Charakter

Cocktails, Bier und Wein | © iStock | Peopleimages

Das Gastgeschenk

Wenn schon Champagner, dann bitte eisgekühlt! Ihr vertragt nur histaminfreien Rotwein? In diesem Fall verschenkt am besten, was ihr selbst trinkt. Von Gastgebern kann man heute nicht mehr erwarten, dass die Hausbar für sämtliche Unverträglichkeiten ausgestattet ist. Origineller als ein Blumenstrauß ist – ganz old fashioned – eine Pralinenschachtel, die findet im Lauf des Abends garantiert Abnehmer. Noch besser: eine eigens zusammengestellte Playlist auf Spotify.

Übrigens: Hier gibt's Geschenkideen nach Sternzeichen

Die Sache mit den Musikwünschen beim DJ

Ach, so eine(r) seid ihr. Dann hoffen wir mal, dass euch was Spannenderes einfällt als „I Will Survive“ von Gloria Gaynor. Sonst überleben wir den Abend nämlich nicht.

Nach der Handynummer fragen?

Der beste Weg, jemanden nach seiner Handynummer zu fragen, ist: es nicht direkt zu tun. Besser: den Wunsch geschickt verpacken, etwa „Wenn du das nächste Mal in meiner Gegend Tennis spielst/Kaffee trinkst, melde dich doch, ich kann dir gern meine Nummer texten.“ So kann der andere darauf eingehen – oder auch nicht.

Instagram-Etikette – ein offener Brief

Lieber Partygast,

bitte markiere mich nicht ungefragt auf deinen Bildern. Niemand hat dich als Fotograf engagiert, und es ist unhöflich, meine Privatsphäre zu verletzen. Wenn du es dennoch nicht lassen kannst, zeig mir das Foto und frag vorher, ob meine Freunde, Küche oder Champagner-Pyramide online gehen dürfen. Außerdem: Wer mit Posten beschäftigt ist, verpasst die Party.

Herzliche Grüße,
alle Gastgeber dieser Welt

Ausgelasssen tanzen - eine Anleitung für Menschen mit ein bis zwei linken Füßen

  1. Haltung: Mark Twain hätte das „Studio 54“ zum Wackeln gebracht, denn schon er wusste: Dance like nobody’s watching. Ist doch egal, was andere denken. Augen zu, Haare schütteln und sich allein auf den Takt der Musik konzentrieren.

  2. Hände hoch: Weder Drink noch Handtasche mit auf die Tanzfäche nehmen. Jedes Accessoire macht es schwerer, nicht leichter. Die Hände gehören auf die Hüfte, in die Haare – oder am besten: in die Luft.

  3. Acht gewinnen: Mit den Hüften die Zahl Acht tanzen – das lockert auf und sieht bei jedem sexy aus. Wer unsicher ist, sucht sich einen Vortänzer und ahmt dessen Bewegungen nach oder kreiert ein Alter Ego, um sich freier zu fühlen.

  4. Bitte nicht: Mitklatschen, marschieren, voguen.

Wie groß darf eine Handtasche beim Dresscode „Cocktail“ maximal sein?

Die Antwort ist ganz klar: nicht größer als ein Cocktail. Zum zarten Kleidchen sähe eine Tasche im Seesack-Format einfach nicht gut aus.

Taschen: Klassiker und Trends 

Dior Saddle Bag | © Getty Images | Edward Berthelot

Dresscode ignorieren?

Ja, wenn ihr die Königin des Landes seid oder eine Spaßbremse. Nein, wenn ihr Respekt vor den Veranstaltern habt. Manche Motti (z.B. „Casual Chic“) sind aber ohnehin so nichtssagend, dass ihr von der Jogginghose bis zum Cocktailkleid alles anziehen könnt.

Karaoke, Baby!

Vorher unbedingt das Licht dimmen lassen und vielleicht ein paar Background-Sänger organisieren. Dann Mikro in die Hand, tief durchatmen und los. Laut Kevin Race, Karaoke-Host von „Boardwalk 11“ in Los Angeles, empfehlen sich folgende Songs: „Don’t Stop Believin’“ von Journey, „Ring of Fire“ von Johnny Cash und „Proud Mary“ von Tina Turner.

Langweiler-Themen

Tod, Haustiere, Doktorarbeit, Ex­-Freund. Am schlimmsten ist die Kombination von allem: „Während meiner Doktorarbeit über Zugbrücken im Oberfränkischen hat sich mein Freund von mir getrennt, und meinen Kater musste ich wegen seines entzündeten Fells einschläfern lassen.“ Ernsthaft: Diese vier Themen interessieren außer eurem Therapeuten niemanden!

Den Sitznachbarn wecken, wenn er bei der Laudatio einschläft?

Um Himmels willen, nein! Die Laudatio ist offensichtlich langweilig, also hat der Laudator es nicht anders verdient. Sollte euer Sitznachbar ein netter älterer Herr sein, hat er sich sein Nickerchen sicher redlich verdient. Man sollte ja grund­sätzlich immer alle schlafen lassen, egal wo. Schlaf ist heilig. Einzige Ausnahme: wenn es eine nette jüngere Dame ist. Dann hat sie zu viel getrunken und sollte dringend den Heimweg antreten. Damit nichts Schlimmeres passiert.

Exotische Dresscodes entschlüsseln

Wenn es z. B. „Colorful Cocktail“ heißt, kann man entweder als Mai Tai oder kunterbunt gehen. Ansonsten gilt: bei einer kleinen Party mit dem Gastgeber klären, bei einem großen Fest frei inter­pretieren – falls das schiefgeht, schützt einen ja immer noch die Masse.

Wie komme ich mit Promis ins Gespräch?

Ist Typsache. Die traditionell uner­schrockenen Amerikaner sind sich nicht zu schade, direkt auf ihr Ziel loszustürmen und zu brüllen: „I love your movie/book.“ Nicht euer Ding? Kreist den Promi unauffällig ein, versucht Augenkontakt herzustellen, um dann bei Gelegenheit was Nettes zu sagen. Reagiert er genervt? Auch gut. Dann habt ihr super Klatsch parat für den nächsten Small Talk.

Was sage ich Anrufern, denen ich gestern leicht angeschickert meine Visitenkarte gegeben habe?

Die Wahrheit. Was sonst? Dass ihr jetzt leider gar keine Zeit habt, weil ihr dringend zu einem Klassentreffen müs­st? Dass das gestern Abend eine Aus­nahme war mit eurem Deutsch, weil ihr eigentlich Russin seid? Alles albern. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ihr habt die Cojones, den Menschen zu sagen, dass ihr keine Lust auf sie habt. Oder ihr macht's so: Ihr geht für ungefähr fünf Wochen nicht mehr ans Telefon. Danach ist Gras über die Sache gewachsen und auch der heißeste Verehrer erkaltet.

So geht Party-Hopping richtig

PR-Profi Nora Rochlitzer weiß, wie Partyhopping geht: „Eine Stippvisite wirklich kurz halten. Großes Hallo, ein Drink, ein ehrlich gemeintes Kompliment, ankündigen, dass man leider noch einen Termin hat, und dann weiterziehen. Voraussetzung: ein universelles Outfit, Mid Heels statt 12-Zentimeter-Absätzen und nie eine Clutch, sondern immer eine Umhängetasche, weil praktisch. Von hier nach da übrigens mit der ‚Mytaxi‘- App – erspart Bargeld und Quittungssalat.“