Richtig Haare waschen

Welches Shampoo für welchen Haartyp?

Da ist er wieder: Der Bad Hair Day. Woran liegt's? Zu einer guten Haarpflege gehören schließlich mehrere Faktoren. Fangen wir am besten beim Haare waschen an! Wir verraten euch, welches Shampoo für welchen Haartyp am besten geeignet ist und welche Trends ihr vielleicht mal ausprobieren solltet.

Veröffentlicht am 06.04.2018
Haare mit Shampoo waschen

Shampoo reinigt unsere Kopfhaut und Haare.


Das richtige Shampoo finden

Beim Haare waschen geht es erstmal ums Reinigen. Daher gilt: von Anfang an alles richtig machen! Manchmal macht es auch Sinn, unterschiedliche Produkte für einzelne Haarpartien zu verwenden (Ansatz, Längen, Spitzen). Wie ihr das rausfindet, dazu gleich.

  • Top-Tipp: Shampoo und Conditioner (Spülung) immer vom selben Hersteller wählen, da die Wirkstoffe besser aufeinander abgestimmt sind!

Shampoo für trockenes Haar

Heizungsluft, Chlorwasser, Colorationen: Das sind nur äußere Einflüsse, die strohiges und strapaziertes Haar, aber auch Spliss begünstigen. Hier empfehlen wir ein möglichst mildes Shampoo. Produkte für trockene Haare enthalten meist weniger Tenside (Schaumbilder), welche noch mehr austrocknen. Perfekt sind auch Essenzen der Kokosnuss. Sie gleichen den Mangel an Feuchtigkeit und Fett aus.

Trockene Haare

Viele Frauen leiden unter trockenem, sprödem Haar.


  • Top-Tipp: 1x pro Woche eine Intensiv-Kur für trockenes Haar ca. ½ Std. einwirken lassen, danach sorgfältig ausspülen!

Shampoo für fettiges Haar

Die Talgdrüsen auf der Kopfhaut sind "hyperaktiv": Umso schneller fetten unsere Haare nach. Das ist oft genetisch bedingt, wird aber zusätzlich durch Hormonschwankungen und Stress beeinflusst. Shampoos mit "adstringierendem" (zusammenziehendem) Effekt vermindern das Produzieren von Talg. Artikel mit Kräuterzusätzen, wie Teebaumöl, Zitronenmelisse oder Rosmarin, beruhigen die Kopfhaut.

  • Top-Tipp: Das Medikament Isotretinoin (hilft auch gegen Akne) verkleinert die Talgdrüsen dauerhaft. Es wird bei hartnäckigen Fällen vom Arzt verschrieben!

Shampoo für lockiges Haar

Eine Lockenpracht wirkt zwar voluminös, leidet aber oft an spröden und kaputten Spitzen: Das Haar "springt" ständig und kommt kaum mit Talg in Berührung, der es geschmeidig macht. Shampoos mit Silikonen sorgen für eine glatte Oberfläche plus schöne Wellen. Am besten Produkte wählen, die viel Feuchtigkeit spenden (siehe auch: Shampoo für trockenes Haar), z. B. mit Argan- oder Kokosöl.

Frau mit Lockenkopf

Für eine schöne Lockenpracht sind Shampoos mit Silikonen ideal!


  • Top-Tipp: Locken möglichst nur alle 3-4 Tage waschen. Sie trocknen nämlich viel schneller aus, als glatte Haare!

Shampoo für feines Haar

Schlaffen und dünnen Haaren fehlt es an Struktur: Das liegt daran, dass zu wenig Keratin-Plättchen ummanteln (wie bei einem Tannenzapfen). In diesem Fall zu Shampoos greifen, die das Haar leichter machen und für mehr Griffigkeit sorgen. Gut geeignet sind dafür Artikel mit Biotin, Ringelblume, Jasmin oder Pfefferminze.

  • Top-Tipp: Shampoos, die mehr Volumen versprechen, verhindern zusätzlich, dass sich feine Haare statisch aufladen!

Shampoo für gefärbtes Haar

Ständiges Colorieren oder Blondieren schadet unseren Haaren: Färbemittel enthalten in der Regel viele Chemikalien, die die Haarstruktur angreifen. Dagegen beugen spezielle Repair-Shampoos vor. Sie halten die Farbe länger frisch und sorgen für mehr Glanz. Gerne Produkte mit Lavendel, Weizen oder Walnuss-Extrakt wählen.

Frau mit blau gefärbten Haaren

Dauerhaftes Haare färben greift die Haarstruktur an!


  • Top-Tipp: Shampoos mit sogenanntem "Anti-Farbstich" verhindern, dass die (neue) Haarfarbe zu schnell verblasst.

Shampoo für schuppiges Haar

Sie kleben in den Haaren und/oder rieseln auf die Schultern: Schuld für Schuppen sind eine fettige Kopfhaut oder Hefepilze. Das regelmäßige Anwenden von Anti-Schuppen-Shampoos ist oft schon ausreichend. Artikel mit Urea- oder Glycerin beruhigen die Kopfhaut, anstatt sie zu reizen. Falls das nichts hilft, am besten mal einen Allergie-Test beim Dermatologen machen lassen.

  • Top-Tipp: Milde Baby-Shampoos sind eine gute Alternative, wenn ihr nur gelegentlich zu schuppiger Kopfhaut neigt!

Shampoo-Trends

No-Poo: Hier verwenden wir über einen längeren Zeitraum gar kein Shampoo. Die Haare werden nur mit klarem Wasser, oder ab und zu mit Apfelessig, ausgewaschen. Wozu? Zu viel Shampoo reizt die Kopfhaut und trocknet das Haar aus. Das Waschen weglassen wirkt quasi wie eine Kur. Die Taktik ist sicher nicht für jeden geeignet, aber warum nicht mal ausprobieren?

  • Top-Tipp: Einfach klein anfangen und Haare 2x pro Woche waschen – 1x mit Shampoo und 1x nur mit klarem Wasser. Wenn's gut läuft, könnt ihr euch immer noch steigern.

Co-Washing: Der Gegentrend zu No-Poo steht für "Conditioner-Only-Washing". Das Haar wird nicht mit Shampoo, sondern nur noch mit Spülung gewaschen. Die Methode eignet sich besonders für spröde und trockene Haare. Der Conditioner reinigt sie sanft und spendet viel Feuchtigkeit.

  • Top-Tipp: Vorsicht, das Haar könnte anfangs etwas mehr fetten! Es braucht etwa 1-2 Wochen, um sich an das neue Waschen zu gewöhnen.

Pferde-Shampoo: Was für eine Pferdemähne gut ist, kann unserem Haar nicht schaden? Das stimmt. Produkte für Pferde haben im Prinzip die gleichen Inhaltsstoffe wie normale Artikel aus der Drogerie, sind nur höher dosiert. So ein Pferde-Shampoo ist also ein Extra-Pflege-Kick für die Haare.

  • Top-Tipp: Das spezielle Waschmittel nennt sich "Mane 'n Tail" (Mähne & Schweif) und gibt’s in jedem Reitsportladen oder auch online, z. B. bei Amazon, zu bestellen.

Trocken-Shampoo: Keine Zeit zum Haare waschen? Einfach Trocken-Shampoo aufsprühen, sanft einmassieren und auskämmen. Überschüssiges Fett und Talg werden damit aufgesaugt und die Haare sehen ratzfatz nicht mehr fettig aus. So überbrücken wir auch perfekt den letzten Tag bis zum Waschen.

  • Top-Tipp: Statt Trocken-Shampoo funktioniert auch Babypuder!

Shampoo-Tipps

  • Jahreszeit: Bei normalem Haar das Shampoo einfach nach Saison auswählen. Im Sommer hilft z. B. ein glättendes Produkt gegen strohige Haare, im Winter sind feuchtigkeitsspendende Artikel ideal.

  • Temperatur: Das Wasser beim Waschen nicht zu heiß drehen, besser lauwarm. Zum Schluss kaltes Wasser über Haar und Kopfhaut fließen lassen (für Mutige!). Das regt die Durchblutung an und lässt die Haare schön glänzen.

  • Häufigkeit: Bloß nicht jeden Tag Haare waschen! Umso schneller werden sie fettig und/oder trocknen aus. Am besten die Pausen zwischen dem Shampoonieren Schritt für Schritt verlängern. So gewöhnen sich die Haare langsam daran.

  • Spülung: Nach dem Waschen immer einen Conditioner verwenden! Falls die Haare extrem trocken sind, gerne vor dem Shampoo ein wenig Spülung in die Längen einmassieren. Das gibt den Haaren eine optimale Pflege!

  • Haltbarkeit: Shampoos halten in der Regel 2-3 Jahre. Sie werden zwar nicht schlecht, aber mit der Zeit die Wirkstoffe schwächer. Daher lieber ein neues kaufen.

  • Neuorientierung: Die Bedürfnisse unserer Haare verändern sich von Zeit zu Zeit, auch mit den Hormonen. Daher ruhig öfter überprüfen, ob euer Shampoo noch das Richtige ist. Vielleicht gibt es mittlerweile ein besseres auf dem Markt?
Autor: Rebecca Kapfinger