Haare entfernen ohne Chemie

Sugaring: So funktioniert die sanfte Haarentfernung mit Zucker

Nahaufnahme eines Beines, das mit Zuckerpaste via Sugaring enthaart wird | © iStock | PeopleImages
Schonend und langanhaltend: Mit einer Zuckerpaste werden beim Sugaring lästige Körperhaare entfernt.
Foto: iStock | PeopleImages

Keine Lust auf schmerzhaftes Waxing oder Epilieren und eine Laserbehandlung ist zu teuer? Dann könnte Sugaring eine gute Alternative sein: Mithilfe einer Zuckerpaste rückt man dabei lästiger Körperbehaarung auf den Leib – und das auf besonders schonende und natürliche Art und Weise. 

Was ist Sugaring?

Unter Sugaring versteht man die Haarentfernung mittels einer erwärmten Paste aus karamellisiertem Zucker, die Halawa-Paste. Das geschieht anders als beim klassischen Waxing mit der Haarwuchsrichtung, was die Methode besonders sanft und schonend macht. Auch empfindliche Körperbereiche wie die Achseln oder die Bikinizone lassen sich somit gründlich und sanft enthaaren. Zudem ist Sugaring die wahrscheinlich natürlichste Art und Weise der Haarentfernung, denn die honigartige Paste besteht ausschließlich aus Zucker, Wasser und Zitronensaft, was sie auch für Allergiker und Menschen mit sensibler Haut verträglich macht. Die Methode, die bei uns gerade als neuer Enthaarungstrend gefeiert wird, hat im Orient übrigens eine lange Tradition und sogar Kleopatra soll schon darauf geschworen haben. 

Wie läuft eine Sugaring-Behandlung ab?

Die Sugaring Paste

Die Zuckerpaste besteht aus rein natürlichen Zutaten und wird aus Zucker, Wasser und Zitronensaft angemischt. Die fertige Paste erinnert an frisches Karamell, glänzt goldgelb und ist superzäh. 

Die Vorbereitung

24 Stunden vor einer Sugaring-Behandlung sollte man auf alles verzichten, was die Haut belasten könnte: Sonne, Solarium, Sauna, intensiver Sport. Im Kosmetikstudio wird die Haut dann direkt vor der Behandlung mit einer alkoholhaltigen Lotion gereinigt und anschließend gepudert, damit sie sauber und fettfrei ist. So wird Hautirritationen vorgebeugt, außerdem haftet die Zuckerpaste so besser an den Haaren.

Auftragen der Zuckerpaste

Die Sugaring Paste wird in den Handflächen auf Körpertemperatur erwärmt und solange geknetet, bis sie elastisch ist. In professionellen Studios werden ungeliebte Haare mit der Handtechnik - dem sogenannten Flicking -entfernt. Die erwärmte Zucker­paste wird dabei gegen die Haarwuchs­richtung mit den Fingern aufgetragen und mit gekonnten Bewegungen arbeiten professionelle Kosmetikerinnen die Paste dabei regelrecht in die Haarfollikel ein. 

Abziehen der Zuckerpaste

Die Zucker­moleküle dringen tief in den Haar­kanal ein und umschließen das Haar, das anschließend mit einem kurzen Ruck, dem sogenannten Flick, in Haarwuchsrichtung flach abgezogen wird. Die Paste kann gleich darauf an anderer Stelle wieder aufgetragen werden - so lange, bis es zu weich wird. Dennoch werden immer nur kleine Areale bearbeitet, was einige Zeit in Anspruch nimmt.

Anschließende Pflege

Nachdem alle Haare gründlich entfernt wurden kann eine beruhigende Lotion aufgetragen werden. 

Vorteile von Sugaring im Vergleich zu anderen Haarentfernungs-Methoden

  • Sugaring ist natürlich: Die körperwarme Paste besteht lediglich aus Zucker, Zitronensaft und Wasser. Daher ist es auch für Allergiker geeignet.

  • Zucker ist nicht nur natürlich und verleiht der Paste die klebrige Konsistenz, er beinhaltet auch Glykolsäure. Sie hält die Haut geschmeidig und schützt vor Austrocknung. Die Haut wird also gleichzeitig noch gepflegt.

  • Während die Masse (Heiß- oder Kaltwachs) beim Waxing auch an der Haut klebt, haftet die Paste beim Sugaring ausschließlich an den Haaren - das verhindert Hautirritationen und macht die Methode weniger, wenn auch nicht ganz schmerzfrei.

  • Beim Sugaring besteht im Vergleich zur Behandlung mit Heißwachs keine Verbrennungsgefahr, denn die Zuckerpaste wird in Körpertemperatur auf die Haut aufgebracht. Auch schmerzhafte Schnittverletzungen und Rasierpickel bleiben aus.

  • Nahezu alle Körperregionen lassen sich mit der Zuckerpaste sanft enthaaren. Angefangen bei den Beinen über die Achseln, Ober- und Unterarme bis hin zur Bikinizone – und sogar ein Damenbart oder andere Gesichtshaare lassen sich mit Zuckerpaste natürlich und gründlich entfernen. Und auch bei Männern, die lästige Brust- oder Rückenhaare loswerden wollen, erfreut sich die Methode daher immer größerer Beliebtheit. 

  • Wendet man Sugaring regelmäßig alle drei bis vier Wochen an, geht das Haarwachstum zurück. Außerdem sollen die Haare nach der Behandlung dünner und heller nachwachsen.

Nachteile von Sugaring

Sugaring ist natürlich, schonend und gründlich, doch die Sache hat auch einen Haken. Sugaring dauert nämlich länger als andere Methoden der Haarentfernung, da immer nur kleine Bereiche nacheinander behandelt werden. Im Kosmetikstudio kann es somit schon mal bis zu 45 Minuten dauern, bis die Beine komplett enthaart sind. Zu Hause dauert es meist noch länger. Und ganz billig ist die Prozedur im Kosmetikstudio auch nicht.

Kosten Sugaring

Wie viel eine professionelle Sugaring-Behandlung kostet, hängt vom Studio und der zu enthaarenden Körperstelle ab. Etwa 90 Euro sollte man für die kompletten Beine und die Bikinizone aber schon einplanen. 

Durchschnittspreise:

  • beide Unterschenkel: ca. 30 Euro

  • beide Beine komplett: ca. 50 Euro

  • beide Achseln: ca. 20 Euro

  • Brazilian Hollywood Cut: ca. 40 Euro

  • Oberlippe: ca. 13 Euro

Wer nicht zur Kosmetikerin oder ins Enthaarungsstudio gehen will, kann Sugaring aber auch zu Hause ausprobieren. Die Halawa-Paste kann man entweder fertig kaufen oder selbst herstellen.

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Sugaring: Welche Länge müssen die Haare haben?

Was ebenfalls zu bedenken ist und für viele als klarer Nachteil der Haarentfernungs-Methode gilt: Für eine Sugaring-Session müssen die Haare eine Länge zwischen 0,3 und 1 cm haben, damit die Paste sie gut greifen kann. Bedeutet: Man muss die Häarchen erstmal zwei Wochen wild sprießen lassen, um sie dann möglichst gründlich entfernen zu können. Gerade im Sommer für viele keine Option. 

ABER: Wer sich darauf einlässt, wird mit einem langanhaltenden Ergebnis belohnt. Rund drei bis vier Wochen hat man erstmal Ruhe. Und wer regelmäßig zum Sugaring geht, wird außerdem feststellen, dass der Haarwuchs zurückgeht, da die Haarwurzeln an Kraft verlieren.

Sugaring Paste selbst herstellen - Rezept

Die Zuckerpaste für Sugaring lässt sich ganz einfach selbst herstellen. Man benötigt lediglich drei Zutaten, die man meistens bereits im Haus hat.

Zutaten:

  • 200 g Zucker

  • 2 EL Zitronensaft

  • 1 EL Wasser

Zubereitung

Man gibt alle Zutaten in einen Topf und bringt sie unter ständigem Rühren zum Kochen. Zunächst wird die Masse flüssig, bis sie nach ca. 10 Minuten anfängt anzudicken. Wirft das Gemisch Blasen, den Topf von der Herdplatte nehmen und so lange rühren, bis die Blasen verschwinden, dann erneut aufkochen, bis eine zähflüssige, honigfarbene Masse entsteht. Diese kann man in ein Glas abfüllen und abkühlen lassen, bevor man sie verwendet. 

Man verwendet immer nur eine kleine Portion der Masse, ungefähr walnussgroß. Diese knetet man so lange in der Hand, bis sie weich und geschmeidig wird. Dann kann's losgehen! Übrig gebliebene Zuckerpaste lässt sich problemlos mehrere Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

Wann kein Sugaring?

Wer unter Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Herpes oder Gürtelrose leidet, sollte auf Sugaring lieber verzichten. Auch bei offenen Wunden oder Verletzungen der Haut wird davon abgeraten. Gleiches gilt für Sonnenbrand!

Am Tag der Haarentfernung sollte man außerdem keine Peelings oder ölhaltigen Cremes und Pflegelotions verwenden - dann kann die Zuckerpaste nicht richtig wirken und das Ergebnis wird nicht zufriedenstellend! Direkt nach der Behandlung sind Sauna, Solarium und Sport tabu. Auch Chlorwasser sollte man meiden. Mit Peelings kann man nach einer Woche wieder loslegen!

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