Psychologie

Pygmalion-Effekt: Wie die Erwartungen anderer unser Verhalten beeinflussen

Person klopft anderer von hinten auf die Schulter | © Getty Images/Willie B. Thomas
Unterstützung steigert die Leistung.
© Getty Images/Willie B. Thomas

Dass die Psyche einen großen Einfluss auf unser Denken und Handeln hat, ist bekannt. Der Pygmalion-Effekt verdeutlicht das noch einmal. Was dahintersteckt, erklären wir dir hier.

Was ist der Pygmalion-Effekt?

Der der griechischen Mythologie entstammende Bildhauer Pygmalion erschuf eine Frauenstatue, in die er sich selbst verliebte. Auf ihn geht der Pygmalion-Effekt (auch Rosenthal-Effek oder Versuchsleiter-Erwartungseffekt) zurück, der in den 60er Jahren von den Forschern Rosenthal und Jacobson entdeckt wurde. In einem umstrittenen Experiment untersuchten sie die Leistungen von Grundschüler*innen. Den Lehrer*innen einiger Kinder erklärten sie zu Schuljahresbeginn, dass diese sich sehr gut entwickeln würden. Die Ergebnisse waren verblüffend...

Erwartungen beeinflussen Leistungen

Das Experiment sowie folgende Studien konnten bestätigen, dass die positive Erwartung der Lehrer*innen einen guten Einfluss auf die Leistung der Schüler*innen hatte, beziehungsweise, dass im Allgemeinen gute Erwartungen anderer gute Leistungen bewirken können. Wer also anderen mehr zutraut, steigert deren Chance, auch mehr zu erreichen. Meist geschieht das etwa durch (unterbewusste) Handlungen, wie etwa, dass die Lehrer*innen den vermeintlich guten Schülern mehr Aufmerksamkeit oder häufiger ein Lächeln schenkten. Leider funktioniert der Pygmalion-Effekt ebenfalls im Negativen, wodurch negative Erwartungen die Leistung senken können. Dann spricht man auch vom Golem-Effekt.
 

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