Permanent-Maniküre

Shellac: Das sollte man über den UV-Lack wissen

Frau hält Tasse in den Händen und hat makellose mit Shellac manikürte Fingernägel | © Unsplash | Daiga Ellaby
Perfect lackierte Fingernägel für bis zu vier Wochen - das verspricht Shellac.
Foto: Unsplash | Daiga Ellaby

Makellos lackierte Fingernägel für bis zu drei Wochen und endlich Schluss mit ewigem Pusten, Wedeln und Warten: Klingt zu schön, um wahr zu sein? Genau das verspricht eine Maniküre mit Shellac. Was der Gel-Lack kann und worauf man achten sollte, um den Nägeln auf Dauer nicht zu schaden.

Was ist Shellac?

Auf den ersten Blick ist Shellac (auch bekannt als ‘Hybrid’ UV Gel Maniküre) nicht von herkömmlichem Nagellack zu entscheiden, er ist aber weitaus haltbarer und absolut stoß- und kratzfest. Es handelt sich dabei um einen Speziallack, der eine Mischung aus Gel und Nagellack ist. Bis zu drei Wochen soll die Permanent-Maniküre halten und im Gegensatz zu Gelnägeln wirkt der Look nicht künstlich, sondern viel natürlicher. Kein Wunder also, dass Shellac gerade einen Hype in der Beauty-Szene erlebt, der seinesgleichen sucht.

Shellac vs. Gelnägel - was ist der Unterschied?

Was Shellac von klassischen Gelnägeln unterscheidet? Der Unterschied besteht in der Art des Auftragens. Gelnägel bestehen aus drei Schichten, die nacheinander auf den zuvor aufgerauten Nagel aufgetragen werden. Dazwischen wird immer wieder unter UV-Licht ausgehärtet und am Ende mit einem Top Coat versiegelt. Durch die vielen Schichten wirken Gelnägel am Ende häufig dicker und vor allem künstlich. Man kann den Nagel aber in fast jede gewünschte Form und Länge bringen. Anders bei Shellac: Hier kommen zwar auch mehrere Schichten auf den Nagel, die unter UV-Lack aushärten, sie sind aber weniger dick. Dadurch ist eine Shellac-Maniküre optisch kaum unterscheidbar von einem klassischen Nagellack. Der Look ist also natürlicher als bei Gelnägeln, die Naturnägel können aber auch nicht verlängert werden. Für eine Nagelverstärkung oder -verlängerung eignet sich Shellac demnach nicht. 

Wie wird Shellac aufgetragen?

Der Lack wird in vier Schichten aufgetragen, die jeweils unter UV-Licht aushärten. An der Luft würde der UV-Lack nicht trocknen. Im Vergleich zu Gelnägeln kommt Shellac ohne ein Aufrauen des Nagelbettes aus, was definitiv für die Methode spricht. Denn durch das Aufrauen des Nagels bei Gelnägeln wird meist die erste Schicht Horn abgetragen. Wer sowieso schon geschwächte, dünne Nägel hat, kann ihnen somit den Todestoß versetzen.

Doch auch Shellac hat seine Tücken: So ist das Entfernen des Lacks durchaus nicht ganz unproblematisch und sollte immer von einem Fachmann durchgeführt werden. Dafür werden entweder Pads mit Aceton oder anderen starken Lösungsmitteln getränkt und für rund zehn Minuten um die einzelnen Finger gewickelt oder der Lack wird mit einer kleinen Fräse abgetragen. Beide Methoden sind nicht gerade schonend und beanspruchen Nägel und Nagelhaut. Und auch die Sicherheit beim Gebrauch von LED-UV-Lampen wieder immer wieder diskutiert. 

Die Shellac-Behandlung in einem Nagelstudio dauert 30-60 Minuten - und kostet (je nach Studio) zwischen 30 und 50 Euro, das Ablösen und neu Auftragen etwas mehr.

Nagellack: Die schönsten Trends

Nagellack: Die schönsten Trends | © iStock | Maksym Kapliuk

Vor- und Nachteile von Shellac

Vorteile

  • Schnelle Trockenzeit und lange Haltbarkeit 

  • Der Look wirkt natürlicher als bei klassischen Gelnägeln.

  • Die Nägel müssen nicht wie bei einer klassischen Nagelmodellage angeraut werden - das schont den Nagel.

  • Gerade in der Urlaubszeit ist Shellac ideal (auch als Pediküre) - vorausgesetzt man hat gesunde, starke Nägel.

Nachteile

  • Beim Entfernen von Shellac werden die Nägel und die Nagelhaut entweder mit starken Lösungsmitteln behandelt oder der Lack wird mechanisch abgetragen. Beide Methoden können die Nägel brüchig werden lassen und die Nagelhaut angreifen. Wer sowieso schon empfindliche, dünne Nägel hat, sollte demnach darauf verzichten. 

  • Das Ablösen des Lacks kann die Nägel zudem empfindlicher und anfälliger für Nagel- und Pilzinfektionen machen.

  • Die Anwendung von UV-Licht gilt als problematisch: Gerade bei günstigen Studios kann es vorkommen, dass UV-B-Lampen genutzt werden, deren Strahlen zu vorzeitiger Hautalterung, Sonnenbrand und einer generellen Nagelschwächung führen können. Zur Sicherheit deshalb immer nachfragen: In guten Nagelstudios sind die UV-Lampen längst durch unschädliches LED-Licht ersetzt worden.

Darauf sollte man achten

  • Idealerweise gönnt man seinen Nägeln nach jeder Shellac-Maniküre eine Pause von einigen Wochen. Reichhaltige Nagelpflege mit nährenden Ölen ist dann Pflichtprogramm!

  • Man sollte darauf achten, dass Originalprodukte genutzt werden: Original SHELLAC von CND verspricht die besten und sichersten Ergebnisse - und die schonendste Entfernung (in der Regel ohne anrauen und fräsen).

  • Bei brüchigen Nägeln ist Shellac nicht zu empfehlen. Das Entfernen kann die Nägel noch empfindlicher machen. 

Shellac Maniküre selber machen

Mittlerweile gibt es im Handel auch Shellac-Sets mit speziellem Lack und UV- bzw. LED-Lampe für die Anwendung zuhause. Beim Kauf sollte man ausschließlich zertifizierte Geräte erwerben - und lieber zu LED- statt zu UV-Lampen greifen. Um Billigprodukte sollte man einen Bogen machen!

So geht's

Im ersten Schritt werden die Nägel gereinigt und eine entfettende Reinigungslotion aufgetragen. Ist diese getrocknet, wird die erste Gelschicht aufgetragen. Diese muss - Nagel für Nagel - zehn Sekunden unter der LED-Lampe aushärten. Darauf folgt der Farbauftrag (in der Regel zwei dünne Schichten), der ebenfalls unter der Lampe ausgehärtet werden muss. Am Ende wird ein versiegelnder Top Coat aufgetragen - und auch hier kommt wieder die LED-Lampe zum Einsatz. 

In aller Regel enthalten die Sets auch Utensilien zum Entfernen des Lacks. Den Nagellackentferner gibt man entweder auf Wattepads oder füllt ihn in eine kleine Schlüssel, um die Nägel dann etwa zehn Minuten darin einzuweichen. Danach kann man den Shellac einfach abwischen oder abkratzen. Doch Vorsicht ist geboten: Aceton greift Nägel und Nagehlhaut an. Pflege ist das A und O und nach der beanspruchenden Prozedur sollte man seinen Händen und Nägeln eine Extraportion Pflege und Feuchtigkeit gönnen! 

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