Neue Studie

Unerwartetes Ergebnis: So beeinflusst die Pandemie den weiblichen Zyklus

Binde mit roter Rose | © gettyimages.de / Carol Yepes
Eine neue Studie zeigt einen überraschenden Zusammenhang zwischen der Pandemie und der weiblichen Periode.
© gettyimages.de / Carol Yepes

Immer mehr Frauen beschäftigen sich mit ihrer Menstruation und beobachten die Zykluslänge, den Eisprung und die Dauer der Periode. Zahlreiche Perioden-Apps und Zykluscomputer machen es möglich. Dadurch ist auch vielen Frauen aufgefallen, dass sich ihre Periode während der Corona-Pandemie verändert hat. Eine neue Studie bestätigt das - allerdings ist das Ergebnis anders als erwartet!

Pandemie als Stressfaktor für den weiblichen Zyklus

Stress hat bekanntlich einen großen Einfluss auf unseren Hormone. Fast jede Frau hat es schon mal erlebt, dass sich die Periode verspätet hat oder sogar ausgefallen ist, wenn man körperlich und/oder psychisch unter Stress stand. Mit der Pandemie entstand eine weltweite Stresssituation. Schon zu Beginn nahmen Wissenschaftler*innen an, dass sich die Corona-Lage auf den weiblichen Zyklus auswirkt. Und damit ist nicht nur eine Corona-Infektion gemeint, sondern auch Faktoren wie finanzielle Unsicherheit oder eine Mehrfachbelastung durch Job und Kinderbetreuung im Home Office.

Für die neue Studie hat das Team um Dr. Niels van de Roemer sich den Zusammenhang zwischen Pandemie und Zyklus ganz genau angeschaut. Dazu wurden die anonymen Daten von rund 1.000 Daysy-Nutzerinnen ausgewertet. Daysy ist ein Fertility-Tracker, der die fruchtbaren und nicht fruchtbaren Tage auf Basis der Basaltemperatur berechnet. Das Team um Dr. van de Roemer verglich dabei die Daten des ersten Halbjahres von 2019(vor der Pandemie) mit dem ersten Halbjahr 2020 (Anfang der Pandemie).

Ergebnisse der Studie: Damit haben die Forscher nicht gerechnet!

Die Studie bestätigt, dass große Lebensveränderungen den weiblichen Zyklus beeinflussen, denn bei den untersuchten Frauen veränderte sich der Zyklus durch die Pandemie. Allerdings nicht wie erwartet: Die Zykluslänge verkürzte sich im Schnitt um einen Tag. Während 2019 die Länge des Zyklus durchschnittlich 29,8 Tage war, waren es 2020 28,7 Tage. Damit einhergehend fand auch der Eisprung früher statt, das heißt, die Phase vor dem Eisprung verkürzte sich von 17,12 Tagen auf 16,2 Tage.

Warum das Ergebnis so überraschend ist? Normalerweise hat Stress den gegenteiligen Effekt: Bei einem hohen Stresslevel verschiebt sich der Eisprung um ein paar Tage nach hinten, da die Hormone nicht in Balance sind. Hatte die Pandemie also gar keinen negativen Einfluss auf die Menstruation?

Das gilt zumindest für die Frauen, die keine Corona-Infektion hatten oder in ihrem Umfeld direkt mit dem Virus konfrontiert wurden, so die Antwort der Forscher*innen. Diese Frauen erlebten die Veränderungen aufgrund der Pandemie als positiv. Durch den Lockdown und das Home Office wurde das Leben entschleunigt, der Alltag wurde entspannter. Freizeit-Stress wurde reduziert und es gab Raum für neue Routinen.

Zyklus-Veränderungen bei Frauen mit Corona-Infektion

Bei Daysy-Nutzerinnen, die selbst an Corona erkrankt waren oder in ihrem näheren Umfeld jemanden mit einer Corona-Infektion kannten, hat sich laut der Studie die Menstruationsdauer verlängert. Hier hatte der Stress durch die Pandemie demnach einen negativen Einfluss auf die Periode.

Insgesamt bemerkten die Wissenschaftler*innen, dass sich im August 2020 der Zyklus bei vielen Frauen wieder stabilisierte. Offenbar gab es einen Gewöhnungseffekt und der Körper hat sich an die neuen Lebensbedingungen angepasst.

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