Soforthilfe-Tipps

Migräne: Wenn Schmerzen den Alltag bestimmen

Hübsche Frau mit einem Migräne-Anfall | © iStock | PeopleImages
Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig von Migräne betroffen wie Männer.
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Migräne ist eine tückische Krankheit: Die Attacken kommen meist willkürlich ohne erkennbaren Grund, können bis zu drei Tage lang dauern, und setzen den Betroffenen mit Begleiterscheinungen wie extremer Lärmempfindlichkeit oder Übelkeit regelrecht außer Gefecht. Den Alltag zu meistern, ist mit Migräne eine echte Herausforderung, doch mittlerweile gibt es ein neues Medizingerät, mit dem Patienten ihre Migräne-Attacken in den Griff bekommen können.

Rund 10 Prozent der Bevölkerung leidet an Migräne, täglich kämpfen fast 900.000 Menschen mit den fiesen Kopfschmerzattacken. Migräne ist in erster Linie als Frauenkrankheit bekannt. Sind also nur Frauen davon betroffen? Nein, tatsächlich haben auch Männer Migräne, Frauen sind jedoch zwei- bis dreimal so häufig betroffen. Oft kommen die Attacken spontan, tagsüber während der Arbeit, abends oder reißen einen frühmorgens aus dem Schlaf. Doch nicht jeder weiß, dass seine Kopfschmerzen auch tatsächlich Migräne sind, denn rund zwei Drittel der Migränepatienten gehen davon aus, dass ihre Schmerzen von Verspannungen oder Stress kommen.

Kopfschmerzen oder Migräne?

Damit Migräne wirklich als solche diagnostiziert wird, gibt es spezielle Kriterien. Eine Migräneattacke dauert mindestens 4 bis hin zu 72 Stunden. Typischerweise lokalisiert sich der Schmerz auf einer Seite des Kopfes und pulsiert, ist mäßig bis stark und wird bei körperlicher Aktivität noch schlimmer. Meistens sind die Patienten während einer Attacke deutlich licht- oder lärmempfindlicher oder beklagen schwere Übelkeit. Bei einer Spezialform, der Migräne mit Aura, unter der circa ein Drittel der Migränepatienten leidet, kommen vor dem Einsetzen der Kopfschmerzen noch Sehstörungen wie Lichtblitze, blinde Flecken, Tunnelblick oder andere Sinnesstörungen dazu.

Migräne-Attacken vorbeugen - die besten Tipps:

Es gibt viele verschiedene Migränetrigger, von bestimmten Nahrungsmitteln bis hin zu Wetterumschwüngen. Ein Migränetagebuch über die Attacken und wann sie auftreten, kann dabei helfen, die Auslöser herauszufinden und sie so gut wie möglich zu minimieren.

  • Ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus ist wichtig zur Vermeidung von Migräne. Sowohl zu viel, als auch zu wenig Schlaf können Migräne begünstigen.

  • Wer an Migräne leidet, sollte den Stress im Alltag reduzieren, zum Beispiel durch Entspannungsübungen, Yoga oder indem man sich auch mal bewusst Zeit nur für sich selbst nimmt.

  • Leichter Sport hilft. Zwar fördert körperliche Aktivität während einer Attacke die Schmerzen eher, aber in schmerzfreien Zeiten sollte man darauf achten, sich regelmäßig zu bewegen.

  • Gerade wer bei Migräne besonders licht- und lärmempfindlich ist, sollte sich auch generell von übermäßiger Helligkeit und einer lauten Umgebung fernhalten. So gibt es die Möglichkeit, den Bildschirm von Smartphone und Co. auf mittlere oder geringe Helligkeit einzustellen oder Musik nicht auf voller Lautstärke zu hören.

Sofort-Hilfe-Tipps bei Migräne

  • Ist eine Attacke da, können Akut-Medikamente helfen. Welche Präparate man in welcher Dosierung verwenden sollte, bestenfalls vorher mit dem Hausarzt durchsprechen.

  • Hausmittel: zum Beispiel Salz-Eis-Packungen, die auf Stirn und Schläfen gedrückt werden und den Kopfschmerz lindern können. Oder Kamillenblütentee – er kann zudem Beschwerden wie begleitende Übelkeit bessern.

  • Ein starker Kaffee oder Espresso mit einem Spritzer Zitrone soll bei einem Anfall Linderung verschaffen. Die Kombination sorgt für eine gute Durchblutung der Gefäße, was den Anfall bestenfalls verkürzt.

  • Absolute Ruhe und viel Flüssigkeit: Vielen Migräne-Patienten hilft es, wenn sie sich in einem abgedunkelten Raum aufhalten und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Idealerweise stilles Wasser. 

Interview mit einer Migräne-Patientin

Wie lebt es sich mit Schmerzen, die so schlimm sind, dass sie den Alltag bestimmen und man jederzeit von Migräneattacken außer Gefecht gesetzt werden kann? Wir haben mit Anja Schäfer gesprochen, die seit über 25 Jahren als Folge eines Auffahrunfalls an Migräne leidet und mit einem innovativen Medizingerät wieder neue Lebensqualität gewonnen hat.

Migräne-Patientin Anja Schäfer
Anja Schäfer leidet seit über 25 Jahren als Folge eines Auffahrunfalls an Migräne.

Myself: Wie oft leidest du unter Migräne?

Anja: Das ist ganz unterschiedlich und unvorhersehbar. Es gibt Phasen, da habe ich wöchentlich Migräne und dann habe ich dazwischen auch mal drei Monate Ruhe. Normalerweise wache ich mitten in der Nacht auf und spüre, dass die Migräne kommt. Wenn ich nicht sofort etwas unternehme, leide ich durchgängig die nächsten drei Tage unter starken Schmerzen. Manchmal wache ich morgens auch gleich schon mit Migräne auf. Ich kann die Attacken aber an nichts festmachen, wie beispielsweise der Ernährung oder meinem Stresslevel. Aber jedes Mal bin ich für mehrere Tage völlig außer Gefecht gesetzt.

Myself: Wie geht dein Umfeld mit deiner Migräne um? Wie reagiert zum Beispiel dein Arbeitgeber?

Anja: Zum Glück arbeite ich in einem familieneigenen Betrieb und mein Mann ist auch gleichzeitig mein Chef – er merkt sofort in der Früh, wenn es mir nicht gut geht. Dann lässt er mich nur selten allein und schaut, dass jemand aus der Familie da ist, sich um mich kümmert und mich unterstützt. Als meine Kinder noch jünger waren, hat sich meine Schwiegermutter um sie gekümmert, ohne sie hätte ich das sicher nicht geschafft.

Myself: Wie gehst du mit deinen Migräneattacken um?

Anja: Über die Jahre hinweg habe ich wirklich alles ausprobiert und mich an jeden Strohhalm geklammert. Als die frei verkäuflichen Medikamente nicht gewirkt haben, bin ich zu verschreibungspflichtigen Migränemedikamenten übergegangen, bei denen ich mir aber nie sicher sein konnte, ob sie nur ein paar Stunden oder länger wirken. Das schlimmste waren die massiven Nebenwirkungen der Schmerztabletten: Mein Hals und meine Zunge schwollen an, mir wurde schwindlig, übel und meine rechte Gesichts- und Körperhälfte ist ertaubt. Es war ein bisschen wie die Wahl zwischen Pest oder Cholera: Entweder heftige Kopfschmerzen oder üble Nebenwirkungen. Mehrmals musste sogar der Notarzt kommen, weil ich auf meine Umwelt gar nicht mehr reagieren konnte – obwohl ich alles mitbekommen habe. Zeitweise habe ich es auch mit Hausmitteln, Homöopathie und Akupunktur versucht, doch wirklich geholfen hat mir langfristig nichts davon. Dann habe ich den Rehaler entdeckt, eine Neuheit auf dem Markt.

Myself: Wie unterscheidet er sich zu deinen bisherigen Medikamenten?

Anja: Mit dem Rehaler atmet man eine bestimmte, individuell angepasste Mischung aus CO2 und Sauerstoff ein. Man nimmt also kein Medikament ein und hat dementsprechend auch keinerlei Nebenwirkungen, die dadurch ausgelöst werden könnten. Ich habe den Rehaler in einer Anzeige auf Facebook entdeckt und wollte ihn einfach mal ausprobieren. Als er ankam, hatte ich dann auch erst einmal keinen Migräneanfall. Bei der nächsten Migräneattacke hatte ich ihn deshalb vergessen und hab auf meine regulären Medikamente zurückgegriffen. Erst am zweiten Tag fiel mir der Rehaler wieder ein, dann habe ich ihn ausprobiert.

Myself: Und, hat es gewirkt?

Anja: Ja! Bei meiner ersten Anwendung habe ich kurz die Beschreibung durchgelesen, den Inhalator ausgepackt und es einfach mal ausprobiert. Der Rehaler funktioniert mit einer App, mit der man das Gerät auf sich und seine Bedürfnisse einstellt, und einer Kontrolleinheit am Finger, die kontinuierlich den Sauerstoffgehalt im Blut misst. Ich war erst etwas skeptisch und habe auf die Nebenwirkungen, die ich ja von den Medikamenten her kenne, gewartet. Aber nichts ist gekommen, außer einer leichten Benommenheit, die jedoch im Verlauf einer Stunde verschwand – und mit ihr meine Migräne. Der Anfall war komplett vorüber und die Migräne ist auch nicht wie gewohnt später am Tag oder am Folgetag zurückgekehrt. Nach zwei Wochen war wieder eine Migräneattacke im Anmarsch, da habe ich direkt den Rehaler verwendet und der Anfall ist gar nicht erst ausgebrochen. Das hatte ich noch nie erlebt. Mir hat er so neue Lebensqualität und Freiheiten gegeben, die ich jahrelang aufgrund meiner Migräne nicht hatte.

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Hübsche junge Frau beim Umpflanzen auf dem Balkon | © iStock | AleksandarNakic